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Dieses Thema hat 170 Antworten
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 RPG~Profi
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Neyl Online

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Beiträge: 36.233

12.11.2016 20:56
#46 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Kilian

Erasmus hatte es zumindest fertig gebracht, die Aufregung unter den Azallen weitestgehend zu beenden, auch wenn noch genug unzufriedene Züge auf den Gesichtern seines Volkes zu erkennen war. Einzig Rami schien wieder ganz der Alte zu sein und er schaffte es sofort mich mit seiner guten Laune anzustecken.
Auf Aneela traf dies jedoch nicht zu und sie entschuldigte sich, wünschte ihnen eine gute Nacht und verschwand dann hinter den Tüchern ihrer Unterkunft.
Ich blickte zu Rami und zuckte mit den Schultern. Gut, dann waren wir eben nur zu zweit. Auch Aneela würde wieder bessere Laune bekommen, sobald sich der Ärger ersteinmal gelegt hatte. Ich folgte also Rami zu Salim und zu unserem Glück hatte sie mal wieder für eine leckere Mahlzeit gesorgt. Mit vollem Magen verabschiedete auch ich mich bald von meinem Freund und zog mich zurück. Ich fragte mich noch kurz, was wohl der nächste Morgen bringen würde, als mich auch schon der Schlaf überrumpelte.

Aneela

Viel Schlaf hatte ich in dieser Nacht nicht gefunden und alle anderen Azallen schienen noch in ihren Träumen zu verweilen, als ich mich schon wieder hinausschlich. Da ich nicht vorhatte Cerandíl heute schon wieder zu betreten, hatte ich mich in einen grünen Umhang gehüllt, der mich im Wald am besten zu verbergen vermochte. Auch hatte ich mich gegen ein Kleid entschieden, sie waren einfach zu unpraktisch um sich im Wald fortzubewegen, oder gar auf Bäume zu klettern. Denn heute würden diese mir den größten Schutz bieten und ich hatte ihn vermutlich noch nie so nötig gehabt. Am klügsten wäre es wohl gewesen unser Versteck überhaupt nicht zu verlassen, doch ich konnte nicht einfach untätig herumsitzen und auf gute Neuigkeiten hoffen. Dafür war ich einfach nicht gemacht. Stattdessen hatte ich beschlossen den Pfad zu beobachten, der das Schloss mit der Stadt verbannt, um dort an Informationen heranzukommen.
Sicherheitshalber ließ ich die Brücke weit hinter mir, ehe ich auf einen baum schwang und mich im Schutz der Krone verbarg. Ich hatte kein so beeindruckendes Talent geerbt wie Kilian, doch meine verschärften Sinne hatten mir schon so manchen Dienst erwiesen und würden es auch heute wieder tun. Und es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Soldaten nur wenige Meter unter mir entlangritten und ich ihren Gesprächen lauschen konnte, bis sie wieder außer Sichtweite waren.


König Eochaid Ollathair II

Die ganze Nacht hatte der König an seinem Schreibpult verbracht und die Neuigkeiten aus seiner Stadt verarbeitet. Seinen Unmut hatten viele seiner Soldaten zu spüren bekommen und auch sein Hauptmann hatte sich nur im letzten Moment aus der Schlinge ziehen können. Gerolds Bälger hatten ihm schon so manches Haar ergrauen lassen, hatte er doch gedacht mit dem Tod des Anführers und seiner Gattin, diesen Ratten einfür allemal Mal Einhalt zu gebieten. Doch solange ihre Blutlinie noch existierte, solange sie noch dieses Symbol der Hoffnung hatten, würden sie sich ihm weiter entgegen stellen.
Und Corboz hatte Recht, wenn diese Hexe ersteinmal gefangen war, würde sie ihm zu den Anderen verhelfen. Er hoffte nur, dass seine Männer stark genug waren ihrem Zauber nicht zu erliegen. Seufzend erhob sich der König und starrte wiedereinmal auf sein Königreich hinab. Diese Diener des Teufels würden nicht mehr lange seine heilige Stadt entweihen...[/b]

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12.11.2016 20:59
#47 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Enngelin

Ich wachte früh am Morgen auf und sah mich schläfrig um. Ich lag in meinem Bett, neben mir meine Kräuterunterlagen, an denen ich noch bis tief hinein in der Nacht gearbeitet hatte. Ich fasste gerne all meine Erkenntnisse in Büchern zusammen, doch bald fehlte mir der Platz um all meine Schriften unterzubringen. Ich rieb mir die Augen und ordnete meine Haare. Obwohl ich nur wenige Stunden geschlafen hatte, fühlte ich mich munter und voller Energie. So ein wenig Aufregung konnte doch ganz gut sein, immerhin bekam ich dadurch ein wenig Abwechslung in mein Leben. Auch, wenn ich sehr zufrieden hier war, so wünschte ich mir doch manchmal, dass alles anders verlaufen wäre. Dass ich mehr in die Dorfgemeinschaft integrierte wäre oder zumindest mehr Freunde hatte, mit denen ich mich ab und zu treffen konnte um über mein Privatleben zu sprechen. Aber ich könnte nie so sein, in Wirtshäuser fühlte ich mich bedrängt und im Dorf herrschte ein viel zu reges Treiben, sodass ich dort niemals meine Ruhe finden konnte. Viel lieber war ich allein und versuchte mich an neuen Tinkturen.
Langsam streckte ich meine Glieder und stand auf. Ich ging in meine Kochstube und aß ein Stück Brot, ehe ich mich an meine Kräuter machte. Ich zerdrückte ein paar davon, die ich dann zusammenmischte und mit ein wenig Wasser vermengte. Wundsalben konnte man immer gut gebrauchen, leider hielten sie bei mir nicht sehr lange, weshalb ich sie immer frisch machen mussten. Wenn Gabriel heute vorbeikäme, würde ich sie ihm mitgeben, da er höchstwahrscheinlich bald wieder in eine Auseinandersetzung mit den Soldaten geraten würde und seine Wunden dann immer gleich säubern sollte, damit sie sich nicht entzündeten. Ich hatte schon früh aufgehört ihn von seinem Vorliebe die Soldaten zu ärgern, abzuhalten, denn egal, was ich auch versuchte, er gab nicht nach. Zwar hatte ich oft Angst um ihn, aber ich wusste, dass er sich nicht so einfach kleinkriegen lassen würde.


Gabriel

Lautlos schlich ich mich durch den Wald. Heute hatte ich geplant, nur ein kleines Tier zu erlegen, gerade genug um durch den Tag zu kommen. Ich durfte nicht viel Zeit verschwenden, gerade am Morgen waren noch die meisten Tiere unterwegs, da sie sich sicher fühlten und erst später die Menschen den Wald betraten. Nebenbei sammelte ich ein paar essbare Pilze, mit denen man später das Wild zubereiten konnte. Gewürzkräuter hatte Enngelin bestimmt zu Hause.
Ich erblickte ein Tier nicht weit von mir und ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen. Es war ein Kaninchen, welches sehr wohl ernährt zu sein schien. Zwar wäre das Tier nicht gerade meine erste Wahl gewesen, da ich das Fleisch des Tieres nicht so sehr mochte wie das eines Wildschweines oder eines Rehs, aber wenn sich mir die Möglichkeit bot, dann würde ich sie mir natürlich nicht entgegen lassen. Gerade nahm ich meinen Pfeil in die Finger, als ich nicht weit von mir ein Knacksen vernahm. Jemand war auf einen Ast getreten und bevor ich es verhindern konnte, sah das Kaninchen erschrocken auf und verschwand in einem Dickicht. Genervt atmete ich aus. Ich war so kurz davor mein Frühstück zu fangen, welcher Narr störte schon so früh am Morgen meine Jagd?
Ich ließ meinen Blick lauernd umherschweifen und erkannte sofort ein paar Soldaten, die es sich unter einem Baum bequem machten. Sie legten vermutlich eine Rast ein, denn sie keuchten und die Erschöpfung war ihnen ins Gesicht geschrieben. Ich schlich im Schutz des Waldes näher heran, wohl bedacht darauf, nicht so nachlässig wie die Soldaten zu sein und auf einen Ast zu treten. Als Jäger war man geübt, sich lautlos an bestimmte Tiere zu nähern, da stellte es auch bei Menschen kein Problem da. Ich beobachtete die Männer und hörte, wie sie über bestimmte Angelegenheiten der Azallen sprachen. Sollte ich mir meinen Spaß genehmigen oder lieber noch warten, ob ich ein paar sinnlose Informationen herausbekam?

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12.11.2016 21:01
#48 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Lucas


Die Luft an diesem Morgen war klar und mit einem tiefen Atemzug pumpte ich meine Lungen voll. Der Geschmack von frisch gebackenem Brot und der frischen Luft lagen auf meiner Zunge als ich den Sattelgurt der Rappstute festzog. Das Leder gab daraufhin ein leises Ächzen von sich und die Stute sah mich kurz vorwurfsvoll an. Ein Lächeln huschte über meine Lippen und ich gab ihr einen Klaps auf den breiten Hals. "Du hast zugenommen! Früher war der Sattelgurt immer ein Loch enger", grinste ich das Pferd namens Wyne an. Wie auf Kommando stampfte sie mit dem Huf auf, was mich noch breiter grinsen lies. "Na los. Reiten wir, bevor Elen wach wird"
Ich zäumte das Tier also auf und führte es aus der Box hinaus. Auf den Straßen war schon einiges los und der Bäcker von gegenüber verkaufte seine Ware wie der Wind. Ich nickte dem etwas untersetzen Mann zu und begrüßte noch ein paar andere vertraute Gesichter, ehe ich mein Tempo etwas erhöhte und den Geräuschen von Wynes Hufen auf dem Stein lauschte. Als die Häuser dann immer weniger wurden und man den Wald schon riechen konnte, blieb ich stehen und zog den Gurt nochmal ein wenig fester. Dann hob ich meinen Fuß in einen der Steigbügel und zog mich am Sattel nach oben. Wyne machte ein paar Trabschritte nach vorne und ich nahm die Zügel etwas auf. Sofort verfiel sie wieder in einen Ruhigen Schritt und abermals klopfte ich ihr sanft auf den Hals. "Also los Mädchen", sagte ich halblaut und drückte meine Fersen leicht in ihren Bauch.
Im Trab erreichten wir den Wald und ich schloss für einen Augenblick die Augen, um die Geräusche der Vögel besser wahrzunehmen. Eine ganze Weile Streiften wir im Trab oder Galopp durch den Wald, ehe wir an ein paar Soldaten vorbeiritten. Kurz senkte ich mein Haupt um sie zu grüßen und ritt dann an ihnen vorbei. Nur ein paar Schritte hinter den nächsten Baum. Dort sprang ich vom Pferderücken und strich der Stute einmal über den Kopf. "So viel Energie wie früher hast du wohl auch nicht mehr! Wir machen einen Augenblick Pause" Dafür erntete ich zwar einen beleidigten Blick, aber kurz darauf senkte Wyne den Kopf um an dem Gras zu knabbern. Lächelnd sah ich ihr dabei zu und lehnte mich an den starken Stamm des Baumes neben mir.


Elen

Noch vor dem Sonnenaufgang schob ich die Decke von meinen Beinen und gähnte ausgiebig. Es war erstaunlich ruhig und ich hörte weder Lucas, der morgens normalerweise immer irgendwo herumlief, noch hörte ich irgendeinen Mucks von unten. Neugierig warf ich meine Beine aus dem Bett und erhob mich langsam. Vorsichtig strich ich mir erst die Haare aus dem Gesicht und dann mein Gewand einigermaßen glatt. Mit einem Schritt stand ich am Fenster und starrte auf eine düstere Gasse und den Stall, der direkt vor unserem Gebäude lag. Angestrengt versuchte ich irgendetwas zu verstehen, ehe ich die Stimme meines Bruders vernahm, der schon wieder bei dem Pferd war. Also überlies er mir die Zubereitung des Frühstücks...
Seufzend schälte ich mich aus meinen Schlafsachen und schlüpfte in ein blau, grau und braunes Kleid. Mit bestimmten Bewegungen band ich mir meine Haare zu einem ordentlichen Dutt zusammen und spritze mir ein wenig Wasser ins Gesicht. Nun war ich wenigstens ein wenig bereit für den Tag und trat kurze Zeit später vor die Tür. Der Himmel färbte sich gerade in verschiedene Rottöne und ich betrachtete das Farbenspiel eine Weile. Als ich dann zurück in die Realität kehrte erblickte ich noch Wynes Schweif, ehe mein Bruder und das Pferd außer Sichtweite waren. Ich straffte die Schultern etwas, schnappte mir einen Korb und überquerte die dreckige Straße. Beim Bäcker gegenüber kaufte ich etwas Brot und schlenderte dann noch ein wenig umher. Nicht viele Bekannte Gesichter liefen mir über den Weg, aber mit einigen konnte ich noch ein kurzes Gespräch führen, ehe sie hastig in eine andere Richtung davon eilten. Nachdenklich biss ich mir auf die Unterlippe und schaute auf den Boden, der von einer dicken Schicht Dreck überzogen war. Dann aber fasste ich mir ein Herz und brachte mich und das Brot wieder zurück.
In der Küche stellte ich den Korb ab und nahm das Brot behutsam hervor. Aus einem der Schränke kramte ich altes Porzellan hervor und legte das ganze Zeug auf den Tisch. Danach stellte ich mich in die Küche um etwas von dem Speck von gestern in die Pfanne zu werfen. Ein angenehmer Geruch machte sich breit und gedankenverloren steckte ich mir eine entkommende Haarsträhne zurück in den Zopf. Es würde sicher noch ein Weilchen dauern bis Lucas zurück kommen würde...

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12.11.2016 21:11
#49 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Astraea

Die Taverne lag, noch von der Nacht umhüllt, mittig der Stadt. Der Tumult des Vortages hatte sich wieder gelegt und, sah man von der sporadischen Unordnung -umgeworfene Fässer, entlaufene Gänse, vereinzelten Brettern, Lanzen und verbeultem Metall, verschossenen Pfeilen- ab, so war dies doch ein Morgen wie jeder andere.
Ich wachte in einem Mietzimmer der Taverne auf, das war zwar nicht der Normalfall aber auch kein weltbewegend seltenes Ereignis. Noch in die Decke gehüllt spielte ich mit dem verlockenden Gedanken einfach weiter zu schlafen und erst nach Sonnenaufgang loszugehen. Ich entschied mich jedoch dagegen, da es mir nun leichter fallen würde, den Wachen auszuweichen. Und ich müsste nicht das Tavernen Frühstück ertragen um einen knurrenden Magen zu vermeiden. Schwerfällig setzte ich mich auf und lies den Kopf etwas hängen als ich mir den Schlaf aus den Augen rieb. Wie ich diese Betten am Morgen verfluchte...
Nach einigen Streckungen und Veränkungen schwang ich die Beine über die Fensterseite des Bettes und stand auf bevor ich mir meine Ringe wieder ansteckte, welche über Nacht auf dem Tischchen neben mir lagen.
Ich richtete mich eilig, was hieß; Haare halbwegs ordentlich hinlegen, umziehen, Degen umlegen und dann der Umhang, welcher selbst im dunkel der Nacht noch hell war.
Ich streckte mich noch ein letztes Mal und legte einen kleinen Stapel von fünf Silbermünzen auf das Tischchen, der Preis für die Zimmer hier, bevor ich die knarzenden Stufen hinunter lief und die eigentliche Taverne betrat. Einige betrunkene Gestallten lagen auf den Tischen, schnarchend. Ich durchquerte den Raum und huschte durch die Tür, sodass ich niemanden weckte. Die frische Morgen,-fast noch Nacht-, Luft half ungemein meinen Kreislauf ins Rollen zu bringen.
Als ich an der Brücke ankam, traten bereits die ersten Sonnenstrahlen auf den Achadwald ein und sanken durch die Blätter auf die von Tau bedeckten Grashalme um mich herum. Ich betrat das Versteck der Azallen, noch einmal sicher gehend, dass mir niemand folgte, und schloss den Eingang hinter mir wieder. Im Versteck war es nicht so still wie ich erwartet hatte, dennoch war niemand im Gemeinschaftsraum zu sehen. Einige Schritte zu meiner Rechten, die Schlafzimmer und persönlichen Räume, ließen mich wissen, dass wohl schon ein paar wach waren. Ich setzte mich an einen der Tische, holte meinen Münzbeutel heraus, leerte ihn und begann die Münzen zu zählen, die ich am Vorabend beim Kartenspiel gewonnen hatte.

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12.11.2016 21:12
#50 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Aneela

Neugierig sah ich zu dem jungen Mann hinunter, der am Fuß des Baumes -auf dem ich gerade Schutz suchte- eine Rast einlegte und versuchte mich so leise wie möglich zu verhalten. Eine Weile beobachtete ich ihn. Die Art wie er mit seinem Pferd umging, löste ein kleines Schmunzeln auf meinen Lippen aus und schnell war ich mir sicher, dass er keine Gefahr darstellte. Der Schmied war mir kein unbekanntes Gesicht, doch zu mehr als einpaar flüchtigen Blicken meinerseits war es bisher nicht gekommen und das hatte auch durchaus seinen Grund. Jemand der so frei im Schloss ein und ausging, wie er es tat, begegnete ich im Allgemeinen mit Vorsicht, wenn überhaupt. Ich war viel zu leichtsinnig gewesen, besonders in letzter Zeit und vermutlich wurde es an der Zeit dies zu ändern. Nach dem gestrigen Vorfall konnte ich es mir wohl nicht mehr leisten von jemandem gesehen zu werden. Durch das Gespräch der Soldaten wusste ich jetzt, dass man das Kopfgeld auf uns erhöht hatte und auch wenn der Großteil der Bevölkerung loyal zu uns stand, so würde es dennoch genügend Leute geben, die uns an den König und seine Lakaien verraten würden. Spätestens wenn Eochaid erneut die Steuer erhöhen würde, um uns weiter in die Enge zu treiben. Wie sehr er damit seinem eigenen Volk schadete, schien ihn nicht weiter zu kümmern. Als ich merkte, wie der Groll in mir größer wurde, schob ich diese Gedanken jedoch schnell beiseite und konzentrierte mich wieder auf das Hier und Jetzt. Dank meiner unnatürlich geschärften Sinne, hörte ich, dass die Soldaten nicht weit entfernt eine Rast eingelegt hatte. Doch selbst ich konnte aus dieser Entfernung kein Wort verstehen, weshalb ich mit dem Gedanken spielte mich doch fortzuschleichen um weitere Informationen zu sammeln. Ob sie irgendwie nützlich waren würde sich noch herausstellen, doch ertrug ich den Gedanken nicht einfach still irgendwo auf ein Unglück zu warten. Bedacht ließ ich mich einen Ast weiter hinunter gleiten, verharrte und lauschte. Die Soldaten achteten nicht auf ihre Lautstärke, weshalb Geklapper von Metall und undeutliches Stimmengewirr zu mir herüber drang und mich daran hinderten unauffälligere Geräusche zu vernehmen. Und doch hatte ich das Gefühl, dass ein weiterer Geist durch die Wälder huschte. Vermutlich eine Art siebter Sinn, den ich mir nicht erklären konnte. Der junge Mann unter mir schien zum Glück nichts von meinem kleinen Manöver mitbekommen zu haben und vorsichtig setzte ich meinen Weg fort, ließ mich am niedrigsten Ast herunterhängen und wartete bis sein Pferd ein leichtes Schnauben von sich gab, dann ließ ich mich fallen und kam sanft auf dem Waldboden auf. Ein dumpfes Geräusch und das Knistern von Blättern hatte ich nicht verhindern können, doch hoffte ich einfach es wäre im Winde verweht und hätte seine Aufmerksamkeit nicht auf die andere Seite des Stammes gezogen. Denn dieser dicke Stamm bot mir zurzeit Deckung und ich presste meinen Rücken dagegen, während mein Blick einen günstigen Fluchtweg ausmachte.

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12.11.2016 21:16
#51 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Kilian

Die Nacht war viel zu kurz gewesen, zumindest meiner Meinung nach und gerne wäre ich noch länger liegen geblieben. Doch langsam erwachte unsere Zuflucht zum Leben und ich konnte mich davon nicht abschirmen, weshalb ich entschloss dennoch aufzustehen und mich gähnend streckte. Ich ließ meinen Nacken kreisen und erhob mich dann gänzlich, streckte die noch müden Glieder erneut aus und trat hinaus. Kurz entschlossen steckte ich
meinen Kopf in die Wassertonne zu meiner rechten und das kalte Wasser belebte meine Sinne. Jetzt fühlte ich mich augenblicklich fitter, strich durch meine nassen Haare und schlenderte durch die Gänge. Aneela war -wie zu erwarten- in ihrem Zelt nicht anzutreffen und ich seufzte laut auf. Konnte sie nicht mal ein paar Minuten einfach in Sicherheit bleiben? Offenbar nicht...Ich entdeckte Astraea Münzen zählend und stützte mich ihr gegenüber mit den Händen auf dem Tisch ab. "Gute Ausbeute?", fragte ich und ein Grinsen zeichnete sich auf meinem Gesicht ab. Vermutlich steckte allen noch der vergangene Tag in den Knochen, doch ich wollte einfach nur nach vorne sehen. Was nützte es schon sich an diesem Vorfall festzukrallen? Ändern ließ es sich ohnehin nicht, warum sich also die gute Laune verderben lassen? Ich sah zu der Rothaarigen, die meine Meinung vermutlich nicht teilen würde. Doch noch immer lag eine gewisse Anspannung in der Luft, weshalb dies vermutlich zurzeit niemand tun würde.

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12.11.2016 21:17
#52 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Astraea

Ich legte grade die letzte Goldmünze auf den zweiten Zehnerstapel als zwei Hände in mein Blickfeld kamen. Kilian grinste mir entgegen als er nach der Ausbeute fragte. Mein leises Grummeln konnte ich nicht unterdrücken, als ich daran dachte, wie viel normalerweise bei so einer Tour herraussprang.
"Hält sich in Grenzen.", ich zuckte mit den Schultern, lächelte aber auch, da ich nicht wirklich verärgert sein konnte, immer hin sah ich keine von den Unseren tot und seine Stimmung ließ auch nicht darauf schließen.
"Zwanzig Goldmünzen und noch sieben Silbermünzen... für ein Schloss wird es nicht reichen, aber verhungern wird schon mal niemand.", dass ich normalerweise das doppelte rausholte, war ihm wahrscheinlich klar. Ich zog die Stapel auf mich zu, packte sie wieder in meinen Beutel und zog ihn zu.
Um den Stuhl etwas hervor zu schieben, neben dem er stand, rutschte ich in meinem Sitz etwas nach unten, was wahrscheinlich sehr eigenartig aussah, doch nur so erreichte mein Bein unter dem Tisch besagten Stuhl.
Nachdem ich ihm angedeutet habe, dass er nicht zu stehen bräuchte, öffnete ich die Brosche, welche meinen Umhang vorne auf Höhe des Schlüsselbeins zusammen hielt und klappte ihn nach hinten über die Lehne, ich hängte dort auch meinen Degen auf. Ein größeres Zeichen, dass ich mich hier zuhause fühlte, auch wenn dieses Gefühl immer noch etwas eigen war, nachdem man sein ganzes Leben lang von einem Ort zum anderen gereist war, gab es wohl nicht.
"Ich schätze mal, du hast mir kein Pferd mitgebracht, oder?", fragte ich ihn scherzhaft, auf seine Aktion vom Vortag anspielend. Als ich die Pferde sah... naja, hörte, war mir klar, dass zumindest er dahinter steckte, ob er es alleine war, wusste ich nicht.

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12.11.2016 21:18
#53 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Lucas

Mit unentschlossener Miene blickte ich eine Weile in den Wald hinein und strich der Stute über das samtweiche Maul. Schließlich ließ ich mich sogar dazu hinreißen für einen Augenblick die Augen zu schließen und lehnte meinen Kopf an die Rinde des Baumes. In weiter Entfernung hörte ich ein größeres Tier durch das Unterholz laufen und von überall vernahm man das Rauschen des Winden in den Baumkronen. Auch die Vögel erklangen mit geschlossenen Augen viel deutlicher und das Lied welches sie sangen geradezu harmonisch. Ein grinsen trat auf meine Lippen und ich konzentriere mich auf Wyne, die geräuschvoll das Gras vom Boden abriss und zufrieden schnaubte. Im nächsten Moment öffnete ich die Augen und horchte angestrengt. Auf der anderen Seite des Baumes war etwas hinab gesprungen, doch nun hörte ich nichts mehr. Der Aufprall war sehr leise gewesen, aber ich bezweifelte, dass es ein Tier war. Ein Eichhörnchen hätte weiterhin Krach gemacht, wenn es durch das trockene Laub gelaufen wäre und so sieht es auch bei allen anderen Tieren aus.
Im Geiste bestrafte ich mich für meine eigene Dummheit. Unbewaffnet war ich in den Wald gezogen und hatte mich komplett ablenken lassen. Nun stand ich hier also und hatte keine Ahnung wer oder was auf der anderen Seite des Baumes war. Wenn da überhaupt etwas war! Konnte ja auch sein, dass ich langsam wahnsinnig wurde.
Trotz meines Unbehagens trat ich einen Schritt vom Baum weg, ohne dabei das kleinste Geräusch zu machen, und spähte vorsichtig um die Ecke. Meinen Atem kontrollierte ich dabei so gut es ging und machte schließlich noch einen Schritt. Nur einen Wimpernschlag darauf wurde ich allerdings wahrgenommen und starrte perplex in große waldgrüne Augen. Verdammt!

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12.11.2016 21:19
#54 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Enngelin

Ich arbeitete noch ein wenig an den unterschiedlichsten Mixturen und Tränken, ehe ich mich erschöpft auf einen Stuhl fallen ließ. Ich strich mir eine Haarsträhne hinter mein Ohr und tupfte mir mit meinem Ärmel die Schweißperlen von der Stirn. Das Zubereiten der Tränke war nicht das Anstrengenste an dieser Tätigkeit, viel mehr die Exaktheit, mit der ich zu arbeiten hatte. Schon ein wenig zu viel von jenem Kraut und zu wenig von dem anderen brachte nicht den gewünschten Effekt und die Tinktur wurde so gut wie unbrauchbar. Es war immer wieder aufs Neue ärgerlich, von vorne anfangen zu müssen. In dieser Hinsicht galt stets die Fehlerlosigkeit einzuhalten, was mir diesmal sogar geglückt war. Ich war relativ zufrieden mit dem Ergebnis und ich hatte viel mehr geschafft, als ich gedacht hatte. Da ich den Großteil meiner Kräuter bereits verarbeitet hatte, wusste ich nichts mehr mit mir anzufangen. Normalerweise würde ich jetzt einen Teil meiner Arbeit ins Dorf bringen, um sie an einen Händler verkaufen zu können, aber die Aufregung von gestern hielt mich davon ab. In nächster Zeit wollte ich keinen Fuß mehr auf den Marktplatz setzten. Es war mir schon immer unwohl, unter so vielen Menschen zu sein, aber jetzt kam noch ein weiteres Gefühl hinzu: Unmut.
Ich wartete noch ein wenig, ehe ich mich erhob und mir meinen Umhang umlegte. Nur, weil ich nicht ins Dorf wollte, hieß dies nicht, dass ich mich nicht mehr aus meiner Hütte traute. Den Wald empfand ich als sicher, wobei ich mich trotzdem nie weit von meinem Zuhause entfernte. Bevor ich jedoch mein Haus verließ, schnappte ich mir noch meinen Dolch, da der Wald trotz allem nicht gerade gefahrlos war. Obwohl ich bisher noch nie angegriffen wurde, konnte dies immer noch möglich sein und ich sollte ja in der Lage sein, mich selbst verteidigen zu können. Langsam öffnete ich die Tür, atmete die frische Waldluft ein und machte einen Schritt nach vorne….

Gabriel

Ich lauschte gespannt dem Gespräch der Soldaten, die sich über nichts anderes als die Azallen unterhielten. Nach einer Weile hörte ich Schritte, die näher kamen und zog mich ein wenig in den Schatten der Bäume zurück. Ein weiterer Soldat kam hinzu, welcher sich ebenfalls mit seinem Pferd niederließ, jedoch etwas weiter entfernt. Ich beschloss mich lautlos diesem zu nähern, da sich die Soldaten nun über andere Themen unterhielten, die für mich nicht relevant waren. Als ich bei dem einzelnen Soldaten angekommen war, hörte ich einen dumpfen Aufprall. Es war also noch jemand hier. Jemand, der nicht zu den Soldaten zählte, sonst hätte sich die Gestalt schon viel früher preis gegeben. Als ich meinen Blick umherschweifen ließ, fiel mir ein kleines Mädchen auf, welches ebenfalls Deckung hinter einem Baum suchte. Ich musterte sie genauer, konnte sie jedoch auf Anhieb nirgends zuordnen. Ich wusste, dass ich das Mädchen schon einmal gesehen hatte und durchsuchte verzweifelt meine Erinnerungen. Der Soldat schien das Mädchen ebenfalls bemerkt zu haben und ging geradewegs auf ihr Versteck zu. Abwartend hielt ich inne und beobachtete den Mann genau. Er bekam das Geschöpf zu Gesicht und ohne zu Überlegen trat ich aus dem Schutz der Bäume hervor und räusperte mich leicht. Erst jetzt fiel mir auf, dass noch ein Mann neben dem Mädchen stand. Darauf war ich nicht vorbereitet.
„Wie könnt ihr es wagen meine Jagd zu stören? Zum Geier mit euren tölpelhaften Gesindel!“, stellte ich fest und verschränkte wütend die Arme vor meiner Brust. Ich konnte die Soldaten nicht ausstehen und gegen diesen hegte ich gerade einen noch größeren Hass….

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12.11.2016 21:30
#55 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Kilian

Da Astraeas Ausbeute um einiges üppiger ausgefallen war als meine, verkniff ich mir eine Antwort und beobachtete mit hochgezogener Augenbraue ihre kleine Vorführung. Belustigt stellte ich meinen Fuß auf dem vorgeschobenen Stuhl ab und beobachtete sie.
Als sie jedoch unsere Aktion vom Vortag erwähnte beteiligte ich mich erstmals wieder an der Unterhaltung und massierte mir den Nacken, ehe ich sie mit einem schelmischen Ausdruck ansah. "Hat doch ganz gut funktioniert.", gab ich zurück und ließ meine Hand wieder sinken. Es war zwar ziemlich riskant gewesen die Pferde aufzuscheuchen, immerhin hätten ich und Rami leicht geschnappt werden können, doch so waren immerhin einige durch das entstandene Chaos entkommen. Allen voran Aneela, die sich anscheinend wieder im Wald herum trieb und sich vermutlich in die nächste missliche Lage hineinmanövrierte. "Ihr gönnt uns Männern auch keine ruhige Minute...", seufzte ich jetzt etwas verallgemeinernd und nur halb ernst gemeint. Immerhin waren unsere Frauen selten so schutzlos, wie sie vielleicht aussahen. Die Rothaarige vor mir stellte da keine Ausnahme dar. Dennoch war ich froh, dass auch sie heil aus der Geschichte heraus gekommen war. Nicht, dass man sich großartige Sorgen um sie machen musste. Ich merkte, dass meine Gedanken sich im Kreis drehten und schüttelte leicht den Kopf um wieder aus ihnen herauszukommen.

Corboz

Missmutig überquerte Hauptmann Corboz den Hof und dachte an das Gespräch mit dem König zurück. Diesmal war er ganz schön knapp davon gekommen und vermutlich dürfte er sich keine weiteren Fehlschläge erlauben. Aus diesem Grunde marschierte er jetzt in sein Gemach und setzte dort einen weiteren Brief auf. Er hasste es auf Söldner zurückzugreifen, doch ließ ihm dieses hinterlistige Weibsstück keine andere Wahl, weshalb er die Feder etwas zu feste über das Pergament kratzen ließ. Ein Bote sollte diese Nachricht überbringen und er wählte seine Worte bedacht. Aneelas Beschreibung fiel ihm nicht schwer, nur zu genau hatte er ihr Bild vor sich und Corboz erwähnte auch das Brandmal an ihrem Schulterblatt, damit dieser sich seiner Sache sicher sein konnte. Sie war die Einzige, die je damit entkommen war, also wäre jeder Zweifel ausgeschlossen. Sorgfältig verschloss er die Rolle, setzte sein Siegel darauf und ließ nach dem Boten schicken, der die Nachricht unverzüglich übermitteln sollte. Mal sehen, ob sich diese Hexe vor so vielen Feinden gleichzeitig in Acht nehmen konnte...

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12.11.2016 21:30
#56 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Jaelyn
im Wald (k.a. ob noch wer da ist ;P)


Ein weiterer Tag und ein weiterer Ausflug in den Wald. Während die Stadt so langsam aus ihrem Schlaf erwachte, war ich schon längst wieder auf Beutezug. Ich strich durchs Unterholz auf der Suche nach allem Möglichen, dass ich in meinem Laden verkaufen konnte. Es war nur ein kleiner Laden und reich werden würde ich mit ihm sicher auch nicht, selbst wenn ich ab und an paar wertvolle Schätze fand. Aber es war mehr als genug um damit in Ruhe leben zu können und ohne unnötig Aufmerksamkeit auf einen zu lenken. Den Beutel um die Hüfte geschnallt, sammelte ich fleißig Kräuter ein, die zu dieser Jahreszeit vermehrt wuchsen. Mit ihnen konnte man je nach Mischung verschiedene Salben und Tränke herstellen. Dabei genoss ich, wie eigentlich jeden Tag, die frische, klare Waldluft. Es roch nach Holz und Tannengrün, Moos und Pilzen. Ab und an schallte ein Falkenschrei durch das Gezwitscher der Vögel. Da war er also wieder. Mein treuer Begleiter. Zwar bezweifelte ich, dass er mich durch die Baumwipfel hindurch sehen konnte, aber irgendwie fand er mich immer wieder. In der Ferne konnte man ebenso das Rauschen des Flusses hören. Die Brücke zwischen den beiden Waldabschnitten war demnach nicht mehr weit. Doch sie sollte heute nicht mein Ziel sein. Eher wollte ich zu den alten Ruinen, denn dort fand man immer wieder unerwartete Schätze. Von den Tumulten in der Stadt bekam ich nichts mit.

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12.11.2016 21:31
#57 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Astraea

Er stellte doch tatsächlich seinen Fuß auf den Stuhl... Da will man mal freundlich sein.
Ich grinste ihn schief an und meinte: "Weißt du, da wo ich her komme sitzen die meisten Leute auf Stühlen." Ich fand das ganze eher amüsant als ärgerlich, meine mir immer noch in den Knochen sitzende Erleichterung über die Unversehrtheit der anderen trug dabei bestimmt einen großen Teil bei. "Du kennst mich," ich hob verteidigend die Hände, "Mir wäre es am liebsten, es wäre gar nicht zum Tumult gekommen." Der Anblick eines besorgten Azallen war etwas, mit dem ich mich nicht anfreunden konnte und es auch nicht wollte. Ich war mir ja nicht mal sicher, ob er mich überhaupt noch hörte, oder ob er schon in Gedanken versunken war. Ihm mit seinen Gedanken etwas Privatsphäre gönnend guckte ich auf meine Hände, welche nun auf dem Tisch vor mir ruhten. Ich zupfte etwas an meinem Leinenärmel herum und überschlug die Beine.
Lächelnd schüttelte ich den Kopf als Antwort auf seinen Seufzer. "Euch wäre doch sterbenslangweilig wenn wir das tun würden. Oder willst du mir etwa sagen, dass du lieber tagein, tagaus das gleiche machen würdest?", zugegeben, es war nicht der beste, aber es war ein Versuch die Stimmung wieder etwas zu heben. Mein Blick schweifte um uns herum, so langsam wurden auch einige andere munter und wir waren nun nicht mehr die einzigen, die an den Tischen saßen... naja, ich saß, er ... posierte. Als ich die anderen sah, viel mir auf, dass eine gewisse Person fehlte, gut, sie könnte noch schlafen, aber das war doch sehr unwahrscheinlich, da ihr Bruder vor mir stand. "Ist Aneela so früh schon losgegangen?", fragte ich ihn als mein Blick wieder auf ihm landete.

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12.11.2016 21:31
#58 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Aneela

Während ich noch darauf konzentriert war, mir im Geiste einen Weg hinauszubahnen und auf die Geräusche des Schmieds zu lauschen -der seltsam still geworden war-, beging ich den Fehler nicht weiter auf meine Umwelt zu achten. Viel zu spät realisierte ich, dass sich zwei Personen genähert hatten und ich verfluchte mich innerlich für meine erneute Unvorsichtigkeit. Da einer der Beiden noch versteckt im Dickicht lauerte, fiel mein Blick auf den königlichen Lakaien, der mit einem lauten Ruf schnell sechs weitere von ihnen zu mir locken konnte. Meine Hand zuckte schon zu meinem Bogen, als ich plötzlich überrascht zusammenzuckte, den Kopf drehte und mich plötzlich dem Gesicht des Schmiedes gegenüber sah. Fast zeitgleich trat der andere Fremde zwischen den Bäumen hervor und erhob das Wort. Ob beabsichtigt oder nicht, lenkte jener die Aufmerksamkeit des Soldaten auf sich und ich ergriff meine Chance. Ein Lächeln huschte mir übers Gesicht, als ich meinen Finger gegen meine Lippen drückte, dem jungen Mann zuzwinkerte und behände wieder im Schutz der Baumkronen verschwand. Sicherer wäre es vermutlich gewesen so viel Abstand wie möglich zwischen mich und die drei Männer zu bringen, doch so konnte ich hoffen, dass meine Anwesenheit zumindest von Zweien nicht bemerkt wurden wahr. Außerdem bot ich von hier oben weniger Angriffsfläche und meine Position verlieh mir eine weitaus bessere Möglichkeit mich notfalls zu verteidigen. Ich stand also mit gezücktem Bogen auf einem Ast und beobachtete die Situation unter mir, jederzeit dazu bereit einen Pfeil loszuschicken. Doch der Jäger (nach seinem Äußeren zu urteilen, schlussfolgerte ich jedenfalls darauf, dass er einer war), schien zumindest nicht dem Feind anzugehören. Zumindest war das meine erste Vermutung und vielleicht, ja vielleicht war sein Auftauchen auch nicht so ganz zufällig gewesen, wie er es gerade darstellte. Dennoch würde ich mich davor hüten meinem Gespür einfach so zu vertrauen, auch wenn es mich selten täuschte. Sein Gegenüber gab ihm eine barsche Erwiderung zurück und blickte in meine Richtung. Offenbar kurz verdattert nur einen Mann dort vorzufinden.

Kilian

Astraea schien in ziemlich heiterer Stimmung zu sein, was ich mehr als begrüßte. Ich wollte mir nicht den Kopf darüber zerbrechen, was in naher Zukunft noch alles auf uns zukommen würde. Wenn es soweit war, könnte ich mich immer noch damit befassen. Deshalb quittierte ich ihr schiefes Grinsen mit derselben Mimik, blieb aber weiterhin an Ort und Stelle. Innerlich verspürte ich eine Unruhe, oder eher Ungeduld etwas mit mir anzufangen, weshalb ich amüsiert wieder den Kopf zu ihr drehte, als sie das auf meinen Seufzer hin erwiderte. "Da hast du vermutlich Recht. Doch ab und zu wäre es nicht verkehrt, wenn mir eine gewisse Person auch mal einen Moment zum Durchatmen geben würde." Nach besagter Person fragte sie auch sogleich und ich verdrehte halb belustigt, halb genervt die Augen. "Vermutlich. Es ist ja auch nur die halbe Stadt hinter ihr her, warum sich dann also bedeckt halten?!" Wieder seufzte ich auf und fuhr mir mit der Hand durch die Haare. Normalerweise ließ ich Aneela einfach gewähren, doch heute lag mir die Sorge um sie wie ein Stein im Magen. Außerdem konnte auch ich mich nicht lange im Inneren aufhalten. Dafür waren wir einfach nicht gemacht. Allein die Tatsache, dass wir uns unter der Erde verstecken mussten, schränkte uns in unserem Wunsch nach Freiheit ein. "Komm, steh auf!", hörte ich mich plötzlich sagen, umrundete den Tisch und schob ihren Stuhl, mitsamt der Rothaarigen zurück. "Wir machen einen kleinen Ausflug..."

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Neyl Online

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12.11.2016 21:33
#59 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Engelinn

Ich schloss kurz die Augen und atmete die reine Waldluft ein. Die Sonnenstrahlen, die durch die Baumkronen durchfielen, kitzelten leicht mein Gesicht. Kleine Käfer krabbelten am Waldboden herum, die vermutlich auf der Suche nach Nahrung waren. Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen, ehe ich weiterging. Ich bemühte mich, so wenig Tiere wie möglich aufzuschrecken, was mir nicht wirklich gelang, da ich mich im Wald nicht so leise wie mein Cousin fortbewegen konnte. Soldaten würden mich wahrscheinlich auf der Stelle bemerken, aber glücklicherweise kamen sie zu diesem Ort so gut wie nie.
Ich wusste nicht, wohin mich meine Füße trugen. Ich wollte einfach nur die Natur genießen und passte nicht auf, in welche Richtung ich ging. Vielleicht hätte ich vorsichtiger sein sollen, aber ich rechnete mit keinem Auftauchen feindlicher Gesellen, womit ich dieses Mal auch Recht behielt. Mir fiel nicht auf, dass ich mich weiter als üblich von meiner Hütte fortbewege und als ich mir bewusst war, wo ich mich gerade befand, beschloss ich, meinen Weg fortzusetzten. Ich steuerte die alten Ruinen an, wo ich mit Gabriel als wir noch Kinder waren oft gespielt hatten. Wir hatten es geliebt auf die Rest der Burg zu klettern, wobei ich mich dabei meist ziemlich ungeschickt angestellt hatte. Oftmals hatte ich mir dabei kleinere Schnittwunden zugezogen, aber durch meine Fähigkeit stellte dies nie ein großes Problem dar. Manchmal vermisste ich die alten Zeiten, als Kind war man noch richtig unbeschwert und konnte sorglos durch die Wälder streichen.
Ich bezweifelte heute, dass die Kinder noch so unbeschwert wie früher waren. Die Besessenheit des König schadete der Bevölkerung ungemein. Er setzte immer härtere Bestrafungen durch und auch die Steuererhöhung nahm weiter zu. Die Willkür des Königs kostete vielen armen Menschen das Leben, selbst Kinder starben an Hungersnöten.
Als ich bei den Ruinen angekommen war, fiel mir eine Frau auf und ich flüchtete schnell hinter einen Gesteinsbrocken. Ich kannte die Frau nicht und war mir unsicher, ob sie zu den Soldaten zählte und ich mich vor ihr in Acht nehmen sollte. Als ich sie jedoch genauer musterte, fiel mir auf, dass sie unmöglich eine Gesandte des Königs sein konnte, sie sah mir eher wie eine Azallin aus. Trotzdem wusste ich nicht, ob ich nach vor treten oder doch lieber umkehren sollte. Gerade als ich mich für zweiteres entschied und einen Schritt zurück machte, stolperte ich, konnte mich aber gerade noch an einem Teil der Ruine festhalten. Spätestens jetzt würde mich die Frau sowieso entdecken, also sagte ich höflich: „Tut mir leid, ich hoffe, ich habe Euch nicht erschreckt. Ich wollte nur einen Spaziergang wagen und wusste nicht, dass sich schon jemand bei den Ruinen niedergelassen hatte…Verzeiht meine Ungeschicktheit.“ Ich neigte leicht den Kopf und sah die Frau dann abwartend an.

Gabriel

Ich grinste leicht, als die Azallin Schutz in den Baumkronen suchte, ehe ich mich wieder dem königlichen Soldaten zuwandte, welcher mich wütend anfunkelte. Ich atmete leicht genervt aus und ließ meinen Blick kurz zu dem Mann schweifen, welcher die Azallin zuerst entdeckt hatte. Er schien zu den Guten gehören, hoffte ich zumindest. Ein weiterer Feind, der noch dazu den Verbleib der Azallin wusste, würde mir die geplante Lüge bestimmt erschweren. Ich musste hoffen, dass er kein Verräter war.
„Wie könnt ihr es wagen mich und meine Freunde zu beleidigen?! Ist Euch klar, wer wir sind? Wir sind Abgesandte des Königs! Ich sollte euch sogleich den Kopf abschlagen!“, zischte der Soldat wütend und zog sein Schwert. Er blickte kurz in die Richtung, wo vor einigen Sekunden noch die Azallin gestanden war und sein Blick wurde schnell unsicher. Er hatte also nichts mitbekommen. Gut.
„Euch ist offensichtlich entgangen, dass die Frau schon längst das Weite gesucht hat. Ich hoffe, der König hat Euch nicht in den Wald geschickt, um die Azallen zu jagen, denn dann müsste Ihr heute mit leeren Händen zurückkehren. Der König wird nicht sehr erfreut sein“, sagte ich ruhig und blickte kurz die Azallin an, die mit gezücktem Bogen auf den Soldaten zeigte, ehe ich mich wieder meinem Gegenüber zuwandte. In seinem Gesicht spiegelte sich die Wut wieder und ich hoffte, ich konnte ihn mit meinen Worten überzeugen, sodass er mich nicht auf der Stelle tötete.
„Solltet Ihr nicht lieber die Azallin jagen, als Euch mit mir zu beschäftigen? Vielleicht führt sie Euch ja zu ihrem Versteck, das ihr schon seit langer Zeit finden wollt. Denkt nur an den Ruhm, den Ihr bekommen werdet, wenn ihr den König zu den Azallen führt“, meinte ich und versuchte den Soldaten geschickt in die Richtung zu drängen, in der ich ihn haben wollte. Mein Gegenüber bedachte mich mit einem prüfenden Blick, ehe er sein Schwert hob und auf mich zeigte.
„Wohin?“, fragte er und ich zeigte mit meinem Kopf leicht in die Richtung, in der sie angeblich gelaufen sei. Dabei schickte ich ihn in Richtung Dorf, was er aufgrund seines „Triumphes“ nicht mitbekam. Er nickte mir leicht zu, ehe er schon davonlief.
„Nichts zu danken“, meinte ich grinsend, als der Anhänger des Königs außer Reichweite war und lehnte mich entspannt an einen Baumstamm. Abwartend sah ich den Schmied und die Azallin an, immerhin wollte ich wissen, was die beiden hier zu suchen hatten.

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Neyl Online

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12.11.2016 21:34
#60 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Pande

In einem Tavernen Zimmer || alleine → Auf dem Markt || alleine

Bäuchlings lag ich auf dem muffigen Taverne Bett des Zimmers, welches ich gestern Nacht noch angemietet hatte. Ja, selbst ich als begnadeter Söldner lebe nicht wie ein König. Und so muss ich auch jeden Morgen aufstehen um mir mein täglich Brot zu verdienen. Wer hätte es gedacht. Halb steckend und halb aufstehend strich ich mir meine Locken aus dem Gesicht und fing an mich anzukleiden. Heutiger Tagesplan: mehr über die Stadt und die Bewohner herausfinden. Dafür ist Morgens der Markt und Richtung Sonnenniedergang die Tavernen meine Ziele. Nach einem Blick aus dem Fenster fing ich wieder mal an meine Langschläfigkeit zu verfluchen. Es sah ganz so aus als hätte ich die Tageszeit verpasst, in der sich tratschende Mägde auf dem Markt versammelten. Nun war ich jedoch wach, also würde ich auch aufstehen. Wer weiß, vielleicht fand man etwas, was sich zu tun lohnte.

Der charmanten, jungen Frau, die die Zimmer und ähnliches verwaltete, erzählte ich von meinen Tätigkeiten als Söldner, selbstverständlich ohne jegliche Bescheidenheit, und gerade als ich hinaus an die frische Luft treten wollte, die ich wirklich vermisste, rief sie mich zurück.
"Verzeiht, der Herr. Mir ist er zuerst entfallen, doch nun weiß ich es wieder! Man hat wohl einen Brief für euch abgegeben, ein Bote, der war es." Mit interessiertem Blick ging ich zurück. Nach einiger Zeit des Suchens, kam sie zurück auf meine Augenhöhe - oder so gut wie - mit einer Papierrolle in ihrer Rechten. Ein Lächeln huschte über mein Gesicht, als ich das Siegel dem örtlichen Königshaus zuordnete. "Ich danke Ihnen vielmals." Mit den Worten war ich auch schon verschwunden. Draußen stopfte ich das Papier irgendwie in meinen Wams und spritzte mir an einem nahe stehendem Fass Wasser ins Gesicht, um nicht auszusehen, als hätte ich die Nacht nicht geschlafen. Innerlich tobte und jubelte es. Wie viele Münzen ich wohl bald in meiner Tasche hatte? Sicherlich nicht wenig.

Es dauerte ein wenig, bis ich den Marktplatz gefunden hatte. Gestern Abend hatte ich es gerade mal geschafft vom Hafen hierher zu kommen und hatte mir die erstbeste Taverne geschnappt, die mir vor Augen kam. Logischerweise am Ortseingang. Irgendwie fand ich mich dann doch auf dem großen Platz wider. Besonders viel Trubel gab es wirklich nicht mehr oder ich war einfach anderes gewohnt. Ich ließ mich an einem der äußeren Häuser an der Wand nieder und holte den Brief hervor. Mal schauen wofür die hohen Herren einen Söldner brauchen.

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