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Dieses Thema hat 170 Antworten
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 RPG~Profi
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Neyl Offline

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Beiträge: 36.235

12.11.2016 21:34
#61 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Astraea

Ich war froh, die Stimmung etwas aufgeheitert zu haben, auch wenn dies nur kurz anhielt. Ein solcher Ausbruch von ihm war mir neu, und ehrlich gesagt auch etwas Bersorgniserregend. "Komm schon, sie kann gut auf sich aufpassen. Ihr wird schon nichts passieren.", um seine Schwester besorgt war er ja schon immer, aber gestern kurbelte diese Sorge nur noch mehr an, was durchaus verständlich war. Hätte ich eine kleine Schwester, würde es mir vermutlich genau so, wenn nicht schlimmer, gehen. Kaum hatte er seinen Befehl zu ende gesprochen, kam er auf meine Seite des Tisches und zog den Stuhl, auf dem ich immer noch saß, unsanft nach hinten, was mich zusammenzucken lies.
Ein Ausflug? Wohl eher eine Suchaktion. Ich sah mit hochgezogener Augenbraue zu dem Mann neben mir auf, der mir plötzlich fremder den je vorkam, stand aber auf und nahm sowohl Degen als auch Umhang in die Hand. "Was hast du vor, im gesamten Wald nach ihr suchen?", ich schnallte mir den Degen um, legte mir den Umhang aber nur über den Arm. Im Wald würde er mir keine große Tarnung gewähren.

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Neyl Offline

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12.11.2016 21:35
#62 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Bast

Soldat ~ Auf dem Markt, alleine

Mit verschränkten Armen stand ich an die Außenwand eines kleines Ladens gelehnt und beobachtete miesmutig die vorbeieilenden Menschen.
Ich hatte die Launen des Königs ertragen, oder nicht? Ich hatte kein Wort gesagt, hatte nicht aufgemuckt und war seinen Befehlen gefolgt, ohne Fragen zu stellen. War es nicht so gewesen?
Und nun durfte ich mir hier die Beine in den Bauch stehen für Nichts. Nur wegen einer königlichen Paranoia. Wegen der Paranoia des Hauptmanns. Das ganze Schloss war paranoid!
Als ob sich die Azallen zeigen würden, als ob sie so dumm wären, mir vor der Nase herumzuhüpfen. Das konnte man ihnen nun wirklich nicht zutrauen. Nicht nachdem Vorfall gestern. Den ich nun ausbaden durfte!
Ich atmete tief ein. Es hatte ja sowieso keinen Sinn, sich über die Umstände aufzuregen, denn es würde sie nicht ändern. Ich konnte nur mit dem arbeiten, was ich hatte.
Den Sinn meiner jetzigen Beschäftigung sah ich dennoch nicht. Seine Majestät wollte Azallen, er wollte sie tot oder lebendig, hauptsache sie waren weg vom Fenster.
Aber auf diese Art und Weise würde ich sie niemals finden. Nicht hier.
Es war ein Wunder, dass die neue Vorgehensweise es erlaubte, seine Uniform abzulegen, um sich "unters Volk zu mischen". Bisher hatte ich immer das Gefühl gehabt, man würde uns so auffällig wie möglich gestalten.
Ich seufzte leise. Das Schloss war verrückt mit seiner unbegründeten Furcht vor dem scheinbar Unbekannten. In ein paar Jahrzehnten würde man feststellen, dass diese Jagd vollkommener Humbuk war. Aber mir nützte das natürlich nichts.
Heute morgen waren viele Soldaten losgezogen und ich bezweifelte, dass nur einer von diesen Holzköpfen mit Erfolg zurückkehren würde.
Und mit jedem Tag, der erfolglos vergehen würde, würde die Ungeduld wachsen. Wenn schon nicht die Eine gefunden wurde, so doch wenigstens einige ihrer Genossen.
Ich stieß mich von der Wand ab und schlenderte über den Makrtplatz wie ein gewöhnlicher Bürger. Die einzige Frage, die ich zu stellen hatte war: Wenn ich sie hier nicht finden würde, wo war sie dann?
In der Stadt? Im Wald?

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Neyl Offline

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12.11.2016 21:35
#63 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Pande

Auf dem Markt || quatscht Bast an

Mit einer Bewegung brach ich das förmliche Siegel, das das Papier zu einer Rolle hielt. Ich überflog kurz den Text und musste unwillkürlich lachen. Eine Frau? Ich wurde angeheuert um eine verdammte Frau zu fangen? Das konnte doch nicht deren Ernst sein. War das eine Amazone oder eine Zauberin, das der Kommandant sie nicht selbst in die Finger bekam? Und dann dieses Formvollendete... Da fühle ich mich ja glatt geschmeichelt, dass man mir solch eine Wortgewandtheit zutraute. Nachdem ich mich eingekriegt hatte, begann ich damit den Platz nach potenziellen Informanten zu durchsuchen. Die Azellen scheinen hier ein Problem darzustellen. Und bevor ich mich dank dieser Beschreibung wirklich mit einer Amazone anlegte, sollte ich schon wissen, ob die hier so waren, wie ich es eigentlich von diesem Volk erwartete. Selbst hatte ich noch nie einen von ihnen getroffen, jedenfalls nicht bewusst, sondern nur von dem Volk gehört. Und mit bei einem solch wichtigen und ertragreichen Auftrag auf das Hörensagen zu verlassen, wäre mehr als dumm. Trotzdem musste ich irgendwo anfangen. Als mein Blick das dritte Mal einen stämmigen jungen Mann streifte, der für mich eine gewissen Steife an sich hatte - auf wenn sie nur ganz leicht war -. Das kannte ich sonst nur von Menschen, die wichtigen Leuten unterstanden. Eigentlich war das nicht gerade gut, um Informationen zu bekommen, doch dieser Mann sah so schlecht gelaunt aus, gegenüber einem herzensguten Fremden wird er sich vielleicht ein wenig auslassen. Ich rappelte mich also auf und klopfte den Staub von meiner Kleidung. Den Weg von ihm zu mir hatte ich schnell hinter mich gebracht. "Ach..! Sir?" Die letzten Schritte legte ich stolpernd zurück. Das war nicht wirklich geplant, doch als sich mir so die Möglichkeit bot, Körperkontakt mit ihm aufzunehmen, fand ich es doch recht intelligent. "Entschuldigen Sie.. Ach was! Sie scheinen ja fast in meiner Altersklasse zu liegen, oder irre ich mich?", fing ich an. Und war noch längst nicht fertig. "Das ist überaus praktisch, wissen Sie, ich bin gestern hier angekommen. Übersee. War recht anstrengend - hab beinahe verschlafen, ärgerlich, nicht wahr?" Ich beschloss ihm erst einmal Luft zum Atmen zu lassen und dabei gleich seine Reaktion zu sehen

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Neyl Offline

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12.11.2016 21:36
#64 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Kilian

Meine Kameradin schien nicht sonderlich begeistert von meinem Vorschlag zu sein, ich sah aber geflissentlich darüber hinweg und nahm ihre sarkastische Erwiderung mit einem breiten Grinsen auf. "Ich hab nie gesagt, dass wir sie suchen gehen, oder?", entgegnete ich schlicht und faltete meine Hände hinter dem Kopf zusammen, während ich auf sie wartete. Als sie bereit war schlenderten wir durch die feuchten Tunnel, die uns zum Ausgang führten und damit direkt an den Wegesrand. Vorsichtig lugten wir hinter einigen Büschen hervor und als ich mich versichert hatte, dass die Luft rein war, sprang ich leichtfüßig daraus hervor und ging voran, wohl wissend, dass meine Begleiterin mir folgte. Natürlich hoffte ich innerlich darauf, dass wir Aneela begegnen würden, andererseits verflog meine Sorge auch mit jedem weiteren Schritt im Freien. Vielleicht lag es auch ein wenig an Astraea, die meiner Schwester in einigen Dingen sehr ähnlich war. "Lass uns einfach den Tag genießen, solange es noch geht. Der Ärger findet uns noch früh genug.", schlug ich ihr nach einer Weile vor, um die Stille zwischen uns zu durchbrechen. Das unbeschwerte Gefühl war nun gänzlich zurückgekehrt und ich blieb kurz stehen, streckte meine Glieder von mir, ehe ich erneut weiter marschierte, nur halbherzig darauf achtend ob wir uns in Sicherheit wähnen konnten, was sich nur Augenblicke später als großer Fehler rausstellte. Ein lautes Knurren ließ mich erschrocken herumfahren und aus dem Schatten trat ein Wolf auf uns zu. Groß, zähnefletschend und definitiv gefährlich. Sofort streckte ich meinen Arm aus um Astraea abzuschirmen, sie hinter mir zu halten, auch wenn sich das Tier vermutlich von mir nicht abhalten lassen würde auch sie anzugreifen. Denn darauf schien es hinauszulaufen, weshalb ich mich ihm -trotz aller Vernunft- näherte und mein Kurzschwert aus der Scheide zog. Nur einen Bruchteil später stürzte sich das Untier auf mich und ich wurde zu Boden gerissen. Ein unvergleichlicher Schmerz auf meiner Brust, ob von Krallen oder Zähnen ausgelöst konnte ich nicht sagen, durchzuckte meinen Körper, während ich selbst ihm nur geringen Schaden zugefügt hatte. Mein Körper wurde einige Meter über den Boden geschleudert, doch mein einziger Gedanke galt Astrae und dem überwältigenden Gefühl sie beschützen zu müssen. Einem Geistesblitz folgend zückte ich zwei Feuersteine aus meiner Tasche, stieß sie aneinander und das leichte Glühen der trockenen Blätter genügte mir um es nach meinem Willen zu manipulieren. Sekunden später schon stoben hohe Flammen in die Luft, näherten sich dem riesigen Wolf und schlugen ihn zu meiner Erleichterung in die Flucht. Mit einem lauten Heulen verschwand er zwischen den Bäumen, das Feuer brach in sich zusammen und ich ließ mich keuchend auf den Rücken fallen.

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Neyl Offline

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12.11.2016 21:38
#65 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Enngelin

Ich zog mir die Kapuze über meinen Kopf und ging aufmerksam durch den Wald, bedacht darauf, mich so leise wie möglich fortzuwegen. Auf der Suche nach meinem Cousin achtete ich auf jedes kleine Detail, ich wollte nicht, dass mir irgendein Hinweis auf seinen Verbleib entging. Es lag in meiner Natur mir Sorgen zu machen – auch, wenn die Sorge meist ungerechtfertigt erschien. Ich hatte eben schon zu viele meiner Angehörigen an den König und seine blutrünstigen Wachen verloren und einen weiteren Verlust würde ich nur schwer verkraften. Überhaupt an Gabriel lag mir sehr viel, er war schon fast wie ein Bruder für mich.
Als ich das Knurren eines Wolfes vernahm und in nicht allzu weiter Ferne Rauch aufstieg, hielt ich kurz inne, ehe ich in großer Panik darauf zulief. Ich befürchtete das Schlimmste und konnte nicht mehr klar denken. War das mein Cousin? War jemand in ernsthafter Gefahr? Ich achtete nicht auf meinen Weg und Äste verfingen sich in meinen Haaren oder rissen an meinen Kleidern, aber ich ignorierte mein Umfeld komplett. Das einzige, was zählte, war, herauszufinden, ob wer in Schwierigkeiten steckte.
Als ich das Ziel, das ich angesteuert hatte, erreichte, musterte ich völlig überrascht, jedoch gleichzeitig besorgt, zwei Azallen. Einer der beiden lag blutüberströmt am Boden, während die Frau neben ihm stand und vermutlich genauso geschockt war wie ich. Ich erkannte den Mann sogleich wieder, er war derjenige, den ich gestern am Marktplatz getroffen hatte. Ich hatte mir schon damals Sorgen um ihn gemacht, doch jetzt war meine Besorgnis viel größer.
„Was…Was ist passiert?“, fragte ich vorsichtig und trat einen Schritt nach vorne. Langsam streifte ich mir die Kapuze von Kopf und sah die Frau eindringlich an. „Ich kann ihm helfen…lasst mich ihm helfen“, flehte ich schon beinahe und näherte mich langsam dem verletzten Azallen. Als ich ihn erreicht hatte, ließ ich mich zu Boden sinken um behutsam den Stoff, der an der Wunde klebte, zu lösen und die Verletzung genauer zu betrachten. Sie war tief, aber ich sollte sie problemlos verschließen können.
„Ich bin Heilerin“, klärte ich die beiden auf, ehe ich vorsichtig meine Hände auf die Bisswunde legte, tief ein und aus atmete, meine Energie bündelte und sie zu meinen Händen gleiten ließ. Ich spürte, wie sich die Verletzung schloss und ließ mich, nachdem ich fertig war, erschöpft zurückfallen. Nach einer Weile erhob ich mich und wandte mich der Frau zu: „Ich hoffe, ich habe Euch nicht allzu sehr überstürzt, aber ich kann es nicht ertragen, jemanden verletzt zu sehen" Ich neigte leicht den Kopf und trat dann einen Schritt zurück um der Frau Raum zu geben, sich um ihren Begleiter zu kümmern

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Neyl Offline

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12.11.2016 21:38
#66 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Lucas


Im Wald | Mit Aneela und Gabriel

Meine Schwester würde mich umbringen. Im Normalfall war sie ja schon genervt, wenn sie sich morgens um alles kümmern musste, aber dieser Ausritt würde definitiv mehr Zeit in Anspruch nehmen als erwartet. Wieso war ich nicht einfach weiter geritten? Nach dem überraschendem Auftauchen der Frau vor mir waren auch noch ein Soldat und ein Jäger aus dem Gebüsch getreten. Wo kamen die ganzen Leute her? Das war doch schließlich ein riesiger Wald und kein Marktplatz!
Als der junge Jäger auf der anderen Seite seine Stimme erhob, nutzte die Grünäugige ihre Chance und verschwand wieder auf dem Baum. Für eine Sekunde huschte ein Grinsen über meine Lippen, ehe ich mich gespielt lässig wieder an den Baum lehnte. Meine Gedanken kamen zu dem Schluss, dass die Frau wohl eine Azalle war. Wahrscheinlich hatte ich dafür länger als nötig gebraucht, aber bislang hatte ich noch nichts mit dem `verhassten´ Volk zu tun gehabt.
Ich lauschte also den geschickten Worten des Jägers, der den Soldaten auf eine falsche Fährte lockte und hielt mich eher im Hintergrund. Immerhin war es besser, wenn sich der Soldat weiterhin auf den anderen Mann konzentrierte. Als dieser dann mit gestrafften Schultern weiterzog, konnte ich mir ein leises Lachen nicht verkneifen. Trotzdem wartete ich noch einen Augenblick, ehe ich mich wieder rührte und fragend von der Azalle zu dem Jäger sah.
"Das war ein nettes Schauspiel", meinte ich irgendwann an den Jäger gewandt und hob amüsiert die Mundwinkel. "Ich würde ja gerne sein Gesicht sehen, wenn er irgendwann wieder vor den Toren des Dorfes steht", fügte ich noch hinzu und bückte mich kurz nach Wynes Zügeln, die ich versehentlich fallen gelassen hatte. Die Stute hatte während der ganzen Show munter weiter gefressen und ich zog nun ihren Kopf etwas nach oben, was sie allerdings nicht so toll fand. Mit einem Ruck hatte sie ihr Maul wieder am Boden und ich sah sie kurz frustriert an.
Als ich dann erneut nach oben in die Baumwipfel sah, erblickte ich schnell die junge Frau. Ob sie da auch nochmal runter kommen würde?

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Neyl Offline

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12.11.2016 21:40
#67 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Aneela

Ich müsste einfach nur meine Finger öffnen, loslassen und zusehen wie der Pfeil sein Ziel traf und noch ehe jemand es realisieren würde, wäre ich schon auf und davon. Doch stattdessen "vertraute" ich den beiden Männern und ließ der Sache einfach seinen Lauf, die Pfeilspitze jedoch noch immer auf mein potenzielles Ziel gerichtet. Verblüfft folgte mein Blick dem davoneilenden Soldaten und meine Waffe richtete sich wie von selbst auf den Jägersmann. Es stand natürlich außer Zweifel, dass er mir die Situation vereinfacht hatte und als er jeden Dank ablehnte ließ ich meine Hände langsam sinken, betrachtete ihn aber weiterhin misstrauisch. Er wirkte auf mich einfach nicht wie der Typ, der herumlief und Frauen in Nöten errettete. Als der Schmied sein Lob aussprach, verkniff ich mir ein abfälliges Schnauben, das mehr an diesen dümmlichen Soldaten gerichtet wäre, als an meinen "Retter". Beide schienen ohnehin sehr amüsanter Stimmung zu sein und ich merkte, dass auch mein Mundwinkel leicht zuckte. Beide sahen mich jetzt an, als erwarteten sie eine Reaktion meinerseits, was offenbar auch zu traf und vermutlich auch angemessen war. Also steckte ich den Pfeil zurück in den Köcher, streifte mir den Bogen über und ließ mich erneut hinab, landete neben dem jungen Mann und richtete mich auf. "Es wäre wohl angebracht mich zu bedanken.", sagte ich, indem Bemühen freundlich zu klingen,strich mir aus Höflichkeit die Kapuze zurück und befreite meine schwarze Mähne. Ob sie nun wussten wer ich war spielte für mich keine Rolle, kaum jemandem sah man mehr an meinem Volk anzugehören, weshalb sie sich der Tatsache, dass ich zu den Azallen gehörte mit Sicherheit gewiss waren. Um nicht zwischen den beiden Männern zu stehen, ging ich auf das Pferd zu, streckte ihm meine Hand entgegen und versuchte Vertrauen zu dem Tier aufzubauen, ohne die Anderen aus den Augen zu lassen. Es war nicht klug sich länger als nötig so nahe am Wegesrand aufzuhalten, weshalb ich mich schnell wieder zu ihnen wandte. "Es gibt nicht viel, was ich euch als Dank anbieten kann, aber solltet ihr einen Wunsch haben, dann nennt ihn mir bitte." Meine Stimme klang feste, mit einer gewissen Distanz, trotzdem einem kleinen Lächeln, einfach weil ich mir nicht sicher war, wie ich auf die Fremden reagieren sollte. Nicht wusste, wie ich sie einzuschätzen hatte. Vermutlich lag mir der vergangene Tag mehr in den Knochen, als ich hatte zugeben wollen und schnell schüttelte ich diese Unsicherheit von mir ab und entspannte mich ein wenig mehr, während meine Ohren angestrengt auf jedes weitere Geräusch achteten, damit ich nicht wieder unerwartet überrascht wurde.

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Neyl Offline

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12.11.2016 21:42
#68 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Astraea

Ich warf ihm noch einen skeptischen Blick zu, schlenderte Kilian dann aber, fast etwas zu brav für meinen Geschmack, hinterher. Sichtlich war er genauso erleichtert wie ich, als wir aus den modrigen Tunneln, welche wir unser Zuhause nennen mussten, ins Tageslicht traten. Wir wanderten einige Minuten in angenehmer Stille nebeneinander her, das einzig Hörbare waren die normalen Laute des Waldes, -hier und da ein Vogelzwitschern, dass den Tag begrüßte, die Blätter die dank der dort kletternden und spielenden Eichhörnchen raschelten und das Plätschern des Flusses, der nie weit weg scheint,- und unsere Schritte. Ich genoss die Sonne, welche vereinzelt durch die Blätter schien und fleckige Muster auf uns und unserer Umgebung zeichnete. Kilian unterbrach jene Stille mit seinem Vorschlag den Tag so lange es ginge zu genießen. Der Ärger würde uns wirklich früh genug finden, das tat er doch immer. "Ja, da hast du Recht.", ich atmete tief durch, genoss die frische Luft. "Ich wünschte, wir könnten unsere ganze Zeit hier im Wald verbringen... oder vielleicht auf einem Schiff, unter freiem Himmel.", fügte ich lachend hinzu als er sich streckte. Ein Schiff zu haben war schon lange ein Traum von mir, was wohl wirklich kein Geheimnis mehr war, so oft wie ich mit ihm und Aneela darüber scherzte.
Viel freier als auf einem Schiff konnte man in meinen Augen nicht werden, und war das nicht, was jeder von uns wollte? Freiheit.
Ich lief fröhlich neben ihm, bislang fühlte es sich wirklich nicht wie eine Suchaktion an. Bevor ich diesen Gedanken jedoch aussprechen konnte ertönte ein tiefes Knurren aus den Schatten hinter uns. Reflexartig zog ich meinen Degen, wohl wissend, dass er der Wolf, welcher uns zähnefletschend ansah nicht viel ausmachen würde. Kilian streckte den Arm aus, mich abschirmend, als er den Wolf erblickte. Sein Herumschnellen und das Ausstrecken des seines Armes, eine fliesende Bewegung als ob sie einstudiert wäre. Ich warf meinen Umhang, welcher bis zu diesem Augenblick noch über meinem Arm hing, zu Boden und wollte gerade nach der Schulter meines Begleiters greifen, als dieser, das Kurzschwert gezückt, auf den Wolf zuging. Panik stieg in mir hoch und bevor ich etwas sagen konnte, sprang das Tier ihn an und nach einem Wimpernschlag lag er einige Meter von mir entfernt, das Ungeheuer nun zwischen uns. In meinem Kopf spielten sich hunderte von Szenarien ab, eines schlimmer als das andere, wie diese Situation für uns enden könnte. Schlagartig wurde ich von den Bildern gerissen, welche sich vor meinem inneren Auge abspielten, als ich die Feuermassen sah, die den Wolf vertrieben.
Ich kniete mich neben ihn, mein Blick zuckte von seinem blutigen Bauch hoch zu seinem Gesicht, welches vor Schmerzen verzerrt war, auch wenn er versuchte es zu überspielen. "Einfach die Blutung stoppen, kann ja nicht so schwer sein. Ist doch nur ein Kratzer.", meine Stimme war voll von Sorge, Nervosität und einer ganzen Menge anderer Emotionen, von der mir keine gefiel.
Das Rot breitete sich immer weiter auf seinem zerrissenen Hemd aus und ich sprang auf, eilte zu meinem Umhang in dem Vorhaben, ihn zu Bandagen umzuarbeiten als ich ein Rascheln hörte, was auf uns zu kam. Schnell kam es näher, doch für den Wolf war es zu klein. Eine junge Frau, ich atmete erleichtert auf, kam hervor und schaute mich schockiert an, ihr Blick fiel jedoch schnell auf Kilian. Mein Blick folgte ihrem und ich sah meinen Degen noch immer neben ihm liegen, wo ich ihn vergessen hatte. Ich musterte sie flüchtig, leicht zerrissene Kleider, zerzaustes Haar und keine für mich sichtlichen Waffen. Sie würde wohl kaum zu den Soldaten gehören, doch ich zögerte ihr zu Antworten, hielt jedoch ihren eindringlichen Blick mit einem, so sollte er zumindest sein, warnenden. Weder kannte ich sie noch vertraute ich Fremden, schon gar nicht alleine im Wald, ohne Waffen und einem verletzten Begleiter.
Mein Magen zog sich zusammen als sie sagte, sie könne ihm helfen. Ich wusste, dass ich es nicht könnte, zumindest nicht ausreichend, aber sie war mir dennoch fremd. Sie trat vorsichtig auf ihn zu, kniete sich neben ihn und hob den Stofffetzen an, der einmal sein Hemd war. Ich beschloss, das Risiko einzugehen, kniete mich auf seine andere Seite und beobachtete sie. "Eine Heilerin?", fragte ich sie, als hätte ich sie nicht genau verstanden, was ich auch vermutete. Zu sehr auf ihn fokussiert, ignorierte sie meine Frage, sollte sie sie gehört haben.
Die Fremde legte ihre Hände auf seine Wunden, weswegen ich mich noch mehr anspannte, bereit einzugreifen, sollte sie sich doch als Feind herraustellen. Meine Frage, ob sie nun eine Heilerin sei wurde mir schnell beantwortet als sich seine Wunden unter ihren Händen schlossen. Sie lies sich nach hinten fallen und ich entspannte mich, das Adrenalin verflüchtigte sich langsam, als mir klar wurde, dass er nicht mehr schwer verletzt wurde. "Überstürzt... vielleicht ein bisschen. Aber es... Danke.", mehr brachte ich nicht hervor als ich grinsend den Kopf hängen lies und seinem Handgelenk eine kurzen aber festen Drücker gab. "Mach sowas nie wieder, verstanden?", ich guckte ihn nun an, erst ernst, konnte das Lächeln, welches über meine Lippen kam, jedoch nicht verhindern.

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12.11.2016 21:43
#69 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Bast

Soldat ~ Auf dem Markt, bei Pande

Es blieb mir nicht wirklich viel Zeit, meine Gedanken zu ordnen, um über einen geeigeneten Ort nachzudenken, an dem ich die Suche besser beginnen konnte als hier, denn kaum war ich ein paar Schritte gegangen, stolperte ein junger Mann in mich hinein, wohl kaum älter als ich es selbst war.
Er plapperte sogleich los ohne Luft zu holen und überrumpelte mich somit vollends.
Als er eine Pause machte, nutzte ich die Gelegenheit, einen Schritt zurück zu treten und so etwas Raum zwischen mich und den Fremden zu bringen. Er wirkte zwar auf den ersten Blick nicht wie ein Bettler oder Dieb, doch konnte man nie wissen, was für Leute sich hier herumtrieben.
"Ja... Sicher." Das Auftreten des Mannes hatte mich leicht aus dem Konzept gebracht. Ich spielte mit dem Gedanken, mich zu entschuldigen und wieder meiner Wege zu gehen - zumal man mir die Pflicht, die ich als Soldat gegenüber des Volkes zu erfüllen hatte, in diesem Moment nicht ansah - aber ich verwarf diese Idee schnell wieder. Ich hatte zwar einen Befehl, doch stand dieser Mann dessen Erfüllung nicht im Weg.
Ich seufzte innerlich, musste aber dennoch fragen: "Kann ich Euch helfen?"
Dann musterte ich den Fremden kurz. Seiner Kleidung nach zu urteilen kein Bauer oder Händler. Aber auch kein wohlhabender Bürger. Was also könnte eine solche Person von mir wollen - außer Geld?
Und als wäre dies nicht schin genug, stand auf der anderen Seite des Marktplatzes ein Mädchen, dass uns wütend anfunkelte. Was ich wir diesem Geschöpf auch getan haben mochten...

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12.11.2016 21:44
#70 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Pande

Auf dem Markt || In Gesellschaft von Bast

Es war doch immer wieder aufs Neue interessant, wie Menschen auf mich wirkten und was sich nicht alles aus ihren Taten schließen ließ. Dem, den ich vor mir hatte, konnte ich Misstrauen ablesen. Da er mir recht jung schien, wird er wohl einen Beruf ausüben, der ihn dieses Misstrauen gelehrt hatte oder vielleicht war es auch seine Vergangenheit, das konnte ich so nicht sagen. Jedenfalls müsste ich es vorsichtig angehen, wenn ich von ihm Informationen wollte.
"Und ob Sie mir helfen können! Doch ich werde wohl ins Du rutschen dürfen, nicht wahr? Schließlich schein mir kein großer Altersunterschied zwischen uns beiden zu bestehen." Das hatte ich zwar schon erwähnt, doch er hatte nichts darauf erwidert, also versuchte ich noch einmal ihm eine Erlaubnis abzuluchsen. Das Sie war immer so schrecklich... steif. Und nur weil er mir so schien, musste er sich ja nicht so verhalten.
So richtig wartete ich dann doch nicht auf seine Antwort. Warum auch, er wird schon nicht nein sagen, er ist schließlich nicht ein alter Herr.
"Du scheinst mir jedenfalls von hier zu kommen, habe ich recht? Ist das hier wirklich so ein ruhiges und vernünftiges Städtchen, wie es mir vorkommt?" Mal schauen, ob sein Missmut an der Stadt lag. Und ob ich ihm schon etwas entlocken konnte. Und gleich danach würde ich ihn fragen, wo ich hier etwas zu beißen bekam. Seit gestern Abend hatte ich nichts gegessen und so langsam spürte ich das auch. So unauffällig wie möglich, wiegte ich meinen Münzbeutel, der behütet in einer Rockfalte schlummerte. Einen Großteil hatte ich gestern, noch bevor ich schlafen gegangen war, in meinem Zimmer gelassen. Das machte ich aus Sicherheitsgründen immer so. Nur hatte ich nichts abgezählt. Hoffentlich hatte ich nicht nur mickrige Kupferstücke dabei. Mit denen würde ich wohl kaum satt werden. Den Beutel jetzt vor der versammelten Stadt hinauszuholen war vermutlich nicht besonders schlau. Also ließ ich es und konzentrierte mich wieder auf den Mann vor mir.

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12.11.2016 21:44
#71 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Kilian

Verdammt, tat das weh! Ich presste die Zähne zusammen, während sich mein Brustkorb anfühlte, als wäre er zwischen zwei Rammböcke geraten. Mit getrübter Sicht sah ich zu Astraea auf, die sich zu mir kniete. Ihr Gesicht spiegelte eine Menge Emotionen wieder, soviel erkannte ich gerade noch und auch ihre Worte drangen nur undeutlich zu mir durch. "Nur ein Kratzer. Alles gut...", wiederholte ich ihre Worte und versuchte trotz der Schmerzen zu grinsen. Als sie sich jedoch von mir entfernte vernebelte sich mein Kopf immer weiter. Das hatte offenbar mit der Flüssigkeit zu tun, die aus meinem Körper floss und sich seinen Weg über meinen Körper bahnte. Undeutlich vernahm ich plötzlich eine weitere Stimme, die mir bekannt vorkam, ich aber nicht zuordnen konnte. Kurz darauf war erneut jemand an meiner Seite und sanfte Hände berührten die schmerzhaft pochende Stelle. Ich sah rotes Haar auf der anderen Seite aufblitzen, also gehörten besagte Hände einer mir unbekannten Person und noch während ich mich fragte, was hier gerade vor sich ging, klärte sich mein Blick wieder und Wärme breitete sich in meinem Oberkörper aus, verschluckte den Schmerz und mit einem Schlag ging es mir wieder blendend. Unter diesen Umständen zumindest und ich hob den Kopf, als Astraea mein Handgelenk ergriff und mich zuerst gewohnt ernst ansah, dann aber unerwartet lächelte. "Mich von einem Wolf zerfleischen lassen? Hab ich nicht vor.", zwinkerte ich schelmisch und verbarg meine Verwunderung über die weichen, fast liebevollen Züge auf ihrem Gesicht. Abrupt setzte ich mich nun auf, fuhr mit der Hand über die Stelle und ertastete die Narben, die einzigen Überbleibsel dieses Angriffs. "Zum Glück hat er nicht mein Gesicht erwischt!", scherzte ich noch immer etwas verdattert. Als meine Retterin sich erhob, tat ich es ihr gleich und betrachtete sie eingehend. "Ich kenne dich!", sagte ich augenblicklich und meine Miene erhellte sich. Ich drehte mich zu Astrae um und grinste breit. "Ich habe einen wirklich umwerfenden Eindruck bei ihr hinterlassen." Erneut sah ich wieder zu dem blonden Mädchen und mein Ausdruck wurde weicher. "Ich hab keine Ahnung wie du das angestellt hast, aber ich danke dir. Wäre vermutlich schlecht für mich ausgegangen, wärst du nicht aufgetaucht." Ich betrachtete das zerrissene Hemd und entfernte die kläglichen Überreste. "Wirklich erstaunlich", bemerkte ich, als ich erneut über die Verletzung strich. "Als wäre sie mehrere Wochen alt..."

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12.11.2016 21:45
#72 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Bast

Soldat ~ Auf dem Markt, im Gespräch mit Pande

Nun blieb es nicht mehr bei dem innerlichen Seufzen.
Dieser Mann war eindeutig einer von der aufdringlichen Sorte und so sehr ich mir nun wünschte, ich wäre doch einfach weitergegangen und hätte ihn nun nicht am Hals, musste ich mit der Situation leben, dass ich ihm hatte helfen wollen. Und dass er verdammt viele Fragen stellte. Ich kam kaum hinterher, sie alle zu beantworten, zumal ich zugleich versuchte, nicht in seinen Redefluss einzusteigen.
"Nein, der Altersunterschied scheint tatsächlich nur geringfügig zu sein", stimmte ich ihm zögernd zu. Ein Du also. Nun ja, ich würde ihm wohl kaum unter die Nase reiben, dass meine gesellschaftliche Position mit großer Wahrscheinlichkeit über der seinen lag. So ruhig es an diesem Morgen auf dem Marktplatz war, ich hatte mir Mühe gegeben, nicht als Soldat aufzufallen und würde es auch nicht ändern, nur um von irgendeinem dahergelaufenen Fremden nicht geduzt werden zu müssen.
Von seiner nächsten frage erhoffte sich der Mann womöglich Auskunft, doch zugleich gab sie mir auch Auskunft ber ihn selbst.
Er kam nicht von hier. Zuvor hatte ich nicht gewagt, dies einzuschätzen, denn obgleich ich doch viele Gesichter der Stadt kannte, gab es doch immer wieder welche, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Für die betreffende Person meist positiv, denn das bedeutete, dass ich mich noch nicht mit ihr beschäftigt hatte.
Ich fragte mich, auf welche Art der Information er hinauswollte. War er ein Taugenichts, auf der Suche nach irgendeiner Arbeit? Ein Wanderer, der wissen wollte, ob es sich nicht vielleicht eher lohnte, zur nächsten Stadt weiterzuziehen? Oder interessierte ihn tatsächlich die Stimmung dieses Ortes? Nur warum sollte es das?
Erneut musterte ich ihn, diesmal etwas genauer.
Ein Wanderer war er nicht, dazu war seine Kleidung einfach zu unpassend. Muskulös war er zudem. Selbstsicher.
Entweder also ein Narr, der sich auf charmante Weise durchs Leben schnorrte, oder aber das genaue Gegenteil, ein cleverer Kopf, der eine Strategie verfolgte. Dann würde es noch interessant werden mit ihm. Und ein Narr schien er mir eigentlich nicht zu sein.
Ich entschloss mich dazu, in sein Spiel einzusteigen, um den tatsächlcihen Grund herauszufinden, aus dem er mich angesprochen hatte, und machte eine wegwerfende Handbewegung.
"Nicht der Rede wert", meinte ich. "Sicher, ein paar Raufbolde und Diebe sind immer dabei, aber sieh dich um. Ist doch alles recht harmonisch hier."
Ich bezweifelte, dass dies die Antwort war, die er hatte hören wollen. Nun, wenn er von den Azallen und der Jagd nach ihnen erfahren wollte, musste er eben noch cleverer sein.

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Neyl Offline

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12.11.2016 21:45
#73 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Enngelin

Beruhigt lächelte ich, als sich der Mann rührte und begann Scherze zu reißen. Froh darüber, dass die Heilung so gut funktioniert hatte, betrachtete ich die kleine Narbe an seiner linken Brust, die wohl immer an diesen Angriff erinnern würde. Schließlich wandte sich der Mann an mich und Erkenntnis blitzte in seinen Augen auf, ehe er laut rief, dass ich ihm bekannt war. Nur mit Mühe konnte ich ein Auflachen unterdrücken. Gerade eben lag er noch schwer verletzt am Boden und jetzt tat er so, als wäre nie etwas gewesen.
„Umwerfend würde ich vielleicht nicht gerade sagen, aber ja, Ihr habt auf jeden Fall einen Eindruck bei mir hinterlassen“, erwiderte ich leicht neckisch. Ich war mir unsicher, ob ich ihnen mein Vertrauen schenken konnte, bezweifelte aber gleichzeitig auch, dass eine ernsthafte Gefahr von ihnen ausging. Die beiden sahen nicht so aus, als würden sie sich gleich ihre Waffen schnappen und mich angreifen, überhaupt, nachdem ich einem der beiden das Leben gerettet hatte.
„Ich habe gerne geholfen“, sagte ich und schluckte, „mich dauert es, wenn ich andere verletzt oder leidend sehe. Ich möchte helfen, wann ich nur kann.“ Zaghaft hob ich den Kopf. Ich konnte es nicht erklären, aber ich fühlte mich durch meine Gabe verpflichtet. Als Heilerin konnte ich niemanden dem Schicksal überlassen, wenn ich die Chance hatte, das Leiden zu lindern oder ganz aufzuheben.
Irgendwie war es mir unangenehm, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen und verlegen trat ich von einem Fuß auf den anderen. Das gewohnte Schwindelgefühl überkam mich, das immer nach einer Heilung einsetzte. Es kostete mich meist viel Kraft, Wunden zu verschließen und es dauerte bis sich mein Körper von dieser Anstrengung erholt hatte. In dieser Zeit wurde mir immer schwindlig, aber es war nicht so schlimm, dass ich damit nicht klar kommen würde. Auch, wenn es früher einmal schlimmer gewesen war, hatte ich mich weiterentwickelt, genauso wie meine Fähigkeit. Jedoch hatte ich es bis heute nicht geschafft, dass das Schwindelgefühl ganz verschwand, sondern nur eine Erleichterung erzielt. Es tauchte selbst bei der Heilung von den kleinsten Schnittwunden auf, jedoch verging es dort auch genauso schnell wieder, wie es gekommen war.
Trotz allem versuchte ich mir nichts anmerken zu lassen und fragte: „Und Ihr…fühlt Ihr Euch auch wirklich gut?“

Gabriel

Mein Blick schweifte zur Azalle, die nun, wo der Soldat verschwunden war, ihren Bogen auf mich richtete. Ich konnte mir ein amüsantes Schnauben nicht unterdrücken. Behandelt man so etwa seinen Retter? Langsam ließ sie ihrer Waffe sinken und ich richtete meinen Blick wieder auf den Mann, welcher in leises Gelächter ausbrach. Ich zog überrascht eine Augenbraue hoch, da ich nicht erwartet hatte, dass er doch in der Lage war eine Regung zu zeigen. Bis jetzt war er nur stumm dagestanden und hatte dem „netten Schauspiel“ ungerührt zugesehen. Vermutlich war dies auch besser so, immerhin war mein Spiel ziemlich riskant gewesen und ich war mir bewusst, was passiert wäre, wenn es mir missglückt wäre.
„Ich sollte mich wohl so schnell nicht mehr im Dorf blicken lassen“, erwiderte ich auf die Worte meines Gegenübers hin und auch ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Die Soldaten würden mich jetzt wohl noch mehr verabscheuen wie bisher, aber wenigstens hatte ich mein Vergnügen. Und ich war nicht der einzige, der sich sonderlich gut mit dieser Täuschung amüsiert hatte.
Als sich die Azalle plötzlich doch bewegen konnte und ihren geliebten Baum verließ, musste ich mir Mühe ein Auflachen unterdrücken und ich deutete eine Verbeugung an.
„Gerne, ich hatte ja auch meinen Spaß“, sagte ich daraufhin und als die Azalle ihre Kapuze vom Kopf zog, blickte ich sie erstaunt an. Ich durchforstete meine Gedanken nach ihrem Gesicht, da ich mir sicher war, dass ich sie schon einmal gesehen hatte. Und plötzlich wusste ich es wieder. Es war die Azalle, der ich schon einmal das Leben gerettet hatte, als sie von Soldaten gefangen genommen worden war.
„Das ist also schon das zweite Mal“, flüsterte ich kaum hörbar und fuhr mir mit meiner Hand durch mein Haar. Soso, ich hatte ihr also bereits das zweite Mal ihr Leben gerettet. Ein belustigender Zufall.
Als die Azalle mir ihren Dank anbot, lächelte ich leicht.
„Ich werde auf euer Angebot bestimmt einmal zurückkehren, aber heute benötige ich Eure Dienste nicht. Merkt Euch, was ich für Euch getan habe und wenn es soweit ist, werde ich mir den Gefallen einholen“, äußerte ich. Ich wusste, dass ich früher oder später ihre Hilfe einmal in Anspruch nehmen würde, aber momentan gab es nichts, was sie für mich tun konnte.
„Und was seid Ihr? Kommt Ihr aus dem Dorf?“, fragte ich den mir fremden Mann und wartete gespannt auf seine Antwort. Ich kannte viele Gesichter, aber seines war mir unbekannt, weshalb ich wissen sollte, was oder wer er war.

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Neyl Offline

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12.11.2016 21:47
#74 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Pande

Auf dem Markt || Mit Bast

Ich war mir nicht sicher, ob ich es mir bloß einbildete, doch der junge Mann vor mir schien mir nicht besonders glücklich mit seiner Gesellschaft - gebildet von und mit mir. Welch ein jammer, aber von ihm ablassen würde ich deswegen bestimmt nicht. Dafür erschien er mir irgendwie wichtig. Mein Bauch hatte mich zu ihm geführt. Und auch wenn dieser momentan von immer stärker werdenden Hunger geplagt wurde, hatte er mich wohl kaum zu diesem Mann geleitet, weil er nach Spanferkel riecht. Was er auch nicht tat. Ob dieser misstrauische Herr wohl auftaute, wenn ich mit ihm zusammen speiste? Vorschlagen werde ich es noch nicht, aber ganz sicher im Hinterkopf behalten. Einen Schritt war ich jedenfalls schon gekommen. Mit dem 'Du' war er einverstanden - was anderes hatte ich auch nicht erwartet - und so konnte ich hoffen eine Atmosphäre zwischen uns blasen, die nicht ganz so abgekühlt und distanziert war. Jetzt bräuchte ich nur noch seinen Namen. Eigentlich hatte ich erwartet, dass er recht schnell zu diesem kommen würde, da man dies schließlich so machte, lag damit aber falsch. Dann würde ich das eben übernehmen. So wie ich das Gespräch im Allgemeinen schon leitete. Doch das war ich gewohnt. Meistens war ich schließlich derjenige, der etwas wollte - abgesehen von denen, die meine Dienste in Anspruch nahmen.
Mir viel auf, wie er mich verstohlen musterte. Was er sich wohl für Auskünfte von meiner Kleidung erhoffte? Und warum er mich nicht einfach fragte, war mir auch nicht schlüssig. Nun, doch, eines würde mir darauf einfallen. Es wäre der gleiche Grund sein, den ich habe. Einen Auftrag, den er mit niemanden teilen wollte und sich dafür so unauffällig wie möglich Informationen holen wollte. Aber nein, das war sehr unwahrscheinlich. Vielleicht wollte er auch einfach nur wissen, ob ich ein Taugenichts auf der Suche nach leichte Beute war. Wie lose und offene Münzbeutel. Ich denke allerdings, dass ich nicht wie ein Dieb aussah. Oder besser gesagt, ich hoffte es. Was so manch einer aus meinen Augen hatte lesen wollen, war mir nicht unbekannt. Vielleicht schrien sie geradezu nach Halunke?
"Das ist wohl nicht viel anders, als in allen anderen Städten.", lachte ich. Harmonisch. Ja, das war es wirklich in vielen Städten, doch eben diese hatte mich gelehrt, das der Schein den Verstand oft zu trügen vermochte. Doch dies hob ich mir lieber für einen anderen Augenblick auf. Jetzt war, meiner Meinung nach, nicht der richtige Augenblick. "Weißt du, wenn du mir etwas sagen oder fragen möchtest, sprich - ich habe nichts zu verbergen und bin gewillt dir Auskunft zu geben." Nun, das war nicht wirklich so, aber den Anschein konnte ich doch erwecken, oder? "Und bei der Gelegenheit mir gleich deinen Namen zu verraten, wäre auch schön." Mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht, legte ich ihm eine Hand auf die Schulter. Zugegeben, das war wieder eine Aktion, mit der ich seine Reaktion testen wollte. Harte Burschen würden ungewollt mit einer Hand zu ihrer Waffe greifen. Sie waren es gewohnt Feinde zu sehen und hinter jeder Gebärde eine Bedrohung zu sehen. Wenn er mich enttäuschte, starrte er sie auch nur böse an - darauf wartend, dass sie sich eingeschüchtert zurückzog. Ich hoffe er enttäuschte mich nicht, denn ich hatte das Gefühl, als würde das ganze hier noch interessant werden.

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Neyl Offline

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12.11.2016 21:47
#75 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Bast

Soldat ~ Auf dem Markt, in Gesellschaft von Pande

Vielleicht war es die Art, mit der er meinen musternden Blick quitierte oder aber seine übertriebene Ausgelassenheit.
Was es auch war, wir befanden uns in einem Scheingespräch. Er wollte offensichtlich etwas von mir, wollte jedoch nicht erahnen lassen was es war, wollte sich vortatsen, die Lage auskundschaften. Und ich reagierte nur, auf passende Art und Weise, ohne selbst auch nur einen Funken von mir preisgeben zu wollen.
Wie ein Theaterstück, dass wir aufführten.
Ohne wirklich zu wissen, woran es lag, gefie mir der Fremde. Ich konnte ihn nicht einschätzen und daher auch nicht wirklich leiden, aber er ar eine Person, der man augenscheinlich einen gewissen Respekt etgegenbringen konnte, wenn man das wollte.
Er war sichtlich nicht auf den Kopf gefallen.
Nein, ich mochte ihn nicht, aber ich konnte auch nicht leugnen, dass er eine Neugierde in mir auslöste. Was konnte er von mir wollen?
"Das ist wohl nicht viel anders, als in allen anderen Städten", sagte er schließlich mit einem Lachen. Und unser Tanz ging weiter, wir beide wussten, dass uns dieses Gespräch nicht im Geringsten etwas bedeutete. Es war nur dazu da, den Schein zu wahren und bloß nichts von sich selbst preisgeben zu müssen.
Auf seine nächsten Worte hin nickte ich. "Das werde ich mir merken, vielen Dank."
War er auf eine Gegenleistung aus? Auf Informationen? Doch zu was?
Er sah mir nicht nach einem Mann aus, der sich Informationen auf diese Weise beschaffen musste.
Als ich dann seine Hand auf meiner Schulter spürte, konnte ich nicht umhin, ihn nachdenklich, prüfend anzusehen. Vielleicht ein wenig irritiert, ein wenig skeptisch.
Einen Moment nur, dann trat ich erneut einen Schritt zurück, sodass seine Hand zwangsläufig von meiner Schulter rutschte. Er wollte mich testen. Aber wonach suchte er?
Da war irgendetwas, irgendein Grund, aus dem er sich ungefragt zu mir gesellt hatte. Er erhoffte sich irgendetwas.
"Bast", meinte ich. "Mein Name ist Bast."
Nur was erhoffte er sich?

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