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Dieses Thema hat 170 Antworten
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 RPG~Profi
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Neyl Offline

Admin


Beiträge: 36.218

12.11.2016 22:40
#136 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Jaelyn
Marktplatz / Eder, Bast


Anscheinend gehörte die doch recht unterkühlte Dame zu der Sorte, die mit einem Nein nicht gut umgehen konnte. Denn anstelle die Ruhe zu bewahren schien ihr buchstäblich der Kragen zu platzen. Mehr als unsanft riss sie mich von den Kindern weg und stellte mich schon beinahe an den Pranger mit einem Dolch an meiner Kehle. Schöner Mist. Doch anstatt mir Gedanken über meine jetzige Position zu machen, machten mich ihre Worte nur noch wütender und schon purzelten die nächsten Worte aus meinen Mund. "Ich habe nichts der Gleichen getan. Ich sagte bereits, dass ich nichts weiß und demnach auch nichts zu sagen habe und seit wann ist Empathie sowie Sympathie gegenüber anderen eine Straftat? Und wer hat überhaupt diesen Schwachsinn verbreitet, dass Azallen Schuld am Elend des Landes sind? Wenn dann ist das ja wohl eher Eure Schuld und die des Königs. Anstatt wahre Verbrecher zu stellen startet ihr Hetzjagden gegen Menschen, die nichts falsch gemacht haben außer als Mitglied eines bestimmten Volkes geboren worden zu sein und soweit ich das weiß kann sich das niemand aussuchen noch ändern. Das wäre so als ob ihr einen Vogel dafür verurteilt, weil er als Vogel geboren wurde und deswegen fliegen kann. Welch Irrsinn ist das denn? Kann überhaupt jemand aus eigener Erfahrung von einem dieser ach so furchtbaren Taten eines Azallen berichten? Eine Tat, die nicht auch jeder andere Mensch einem anderen angetan hat oder könnte? Wenn ihr also endlich mal euer Hirn einschalten würdet und euch um die wahren Sorgen und Probleme der Menschen kümmern anstellen irgendwelchen Phantomen nachzujagen, dann würde es dem Land auch um einiges besser gehen." Vermutlich hatte ich mich damit gerade um Kopf und Kragen geredet, aber ich konnte mir das nicht länger mit anhören. Wie konnten einige der Menschen nur so blind und ignorant gegenüber der Wahrheit sein? Wir Azallen taten nichts was anderen Menschen nicht auch taten. Wir waren Menschen. Ebenso wie diese Soldatin.
"Lass J sofort los!", erklang plötzlich die Stimme des Jungen und brachte mich aus meiner Rage wieder in die Realität zurück. Egal was ich dachte und riskierte mit meinen Worte; keinesfalls wollte ich die Kinder da mit rein ziehen. Er hob einen Stein vom Boden auf und sofort sprangen alle Alarmglocken bei mir an. "Jason! Nicht!", schrie ich ihn mit strenger und ermahnender Stimme an, was ihn sofort in seiner Haltung erstarren ließ. "Geht nach Hause, sofort!", befahl ich den Kindern, welche erst noch Widerworte geben wollten. "Aber..." "Sofort!", sagte ich erneut mit noch mehr Nachdruck was die beiden dazu brachte zwar Anfangs zögerlich, doch dann schnell zwischen den Leuten in der Menge zu verschwinden. Ich würde es nicht zulassen, dass diese widerlichen Bluthunde des Königs ihnen auch noch was anfingen oder nachsagten. Solange ich also nicht sicher sein konnte, dass diese Frau nicht doch noch schnell jemanden hinter sie herschickte, waren all meine möglichen Fluchtpläne anakter gelegt. Dennoch gab ich nur widerwillig den Bewegungen der Wache hinter mir nach, während ich meiner Scharfrichterin mit festen Blick und aufrechter Haltung böse zufunkelte. Auch wenn ich immer daran glaubte, dass es was Gutes im Menschen gab und dieser Glaube durch Taten wie die von Bast bestätigt wurde, so war ich mir ziemlich sicher, dass in dieser Frau kein Funken Güte gegenüber anderen existierte. Kalt wie Eis und ebenso starr. So einem Menschen würde ich nie nachgeben oder mich beugen. Weder früher noch heute.
Die Festtagslaune war damit dahin und auch die Musik war verstummt. Alles was von diesem ach so fröhlichen Abend blieb war diese theatralische Lynchjustiz gegen eines Menschen.

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Neyl Offline

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12.11.2016 22:40
#137 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Gabriel


Meine gute Laune, die ich bei dem Zusammentreffen mit der Azalle verspürt hatte, war nun gänzlich verschwunden und Wut und Unmut machten sich in mir breit. Der faule Herumtreiber verstand einfach nicht, wann es zu viel des Guten war. Es sah fast so aus, als würde er seinen Spaß an der ganzen Situation haben, was meinen Ärger noch mehr verstärkte.
Als die Azalle mich als „wahrer Menschenfreund“ bezeichnete, verdrehte ich genervt die Augen und konnte nur mit Mühe ein Aufschnaufen unterdrücken. Selbst ihre Geste, die wohl zur Besänftigung dienen sollte, konnte an meiner miesen Laune nichts ändern. Die Azalle schenkte mir einen unsicheren Blick und jetzt erst schien ich zu verstehen um was es hier eigentlich ging. Sie war eine Azalle und durfte nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Deshalb sollten wir auch eine Auseinandersetzung möglichst vermeiden. Ich versuchte ein Lächeln zu Stande zu bringen. Mir war durchaus klar, dass ich sie mit meinem Verhalten in Gefahr gebracht hatte, doch war Zurückhaltung noch nie meine Stärke gewesen. Es war schwer meine Missachtung, die ich beim Anblick des zierlichen „Mannes“, verspürte, zu verbergen.
„Verzeiht meinem Begleiter, offenbar sind ihm seine Manieren abhanden gekommen“, meinte die Azalle und ich versuchte diesmal nichts Schroffes zu erwidern. Als mir der Abschaum mein „unangemessenes Verhalten“ verzieh und mich noch dazu als den Mann meiner Begleitung bezeichnete, musste ich leicht grinsen.
Nun sah ich meine Chance gekommen, denn ich war mir nicht sicher, wie lange ich seine dümmliche Aura noch ausgehalten hätte. „Verzeiht mein Benehmen. Es tut mir jedoch leid Euch mitteilen zu müssen, dass wir anderweitig beschäftigt sind. Eine Familienangelegenheit, der meine Frau und ich dringlichst beiwohnen müssen“, sagte ich und nahm sanft die Hand der Azalle, welche immer noch auf meinem Arm ruhte, in die meine und verbeugte mich vor dem zierlichen „Mann“.
„Es hat mich gefreut, Eure Bekanntschaft zu machen. Vielleicht sieht man sich noch die Tage“, fügte ich hinzu, gab aber dieser kleinwüchsigen Gestalt keine Gelegenheit zu antworten, da ich die Azalle einfach mit mir zog. Ich war froh, den manierenlosen Tölpel endlich zurückzulassen und wünschte, dass er uns nicht folgen würde. Wobei ich schon erwartete, dass er genug Anstand besaß und uns unsere „Familienangelegenheit“ alleine regeln lassen würde.
Hoffentlich hatte die Azalle verstanden, dass ich mich nur ihrer Sicherheit wegen zurückgehalten hatte. Natürlich konnte ich nicht verschweigen, dass ich es amüsant gefunden hatte, die Azalle als meine „Frau“ zu bezeichnen.
Nachdem der unbeliebte Begleiter außer Sichtweite war, blieb ich stehen und wandte mich der Azalle zu. Ich wollte wissen, wie sie reagierte. Ich war zuversichtlich, dass sie sich zurückhalten würde, sie jedoch bestimmt nicht so viel Gefallen an der Sache gefunden hatte wie ich.

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Neyl Offline

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12.11.2016 22:41
#138 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Astraea

Es war kaum zu übersehen, dass Liam wohl doch etwas mehr getrunken hat als für ihn gut war. Lautstark machte er sich über irgendwelche Dinge lustig, die er wohl anders wahrnahm als ich. Dennoch grinse und lachte ich mit ihm, wobei der Ausdruck 'über ihn' wohl passender schien, nicht das es böse gemeint war aber ihn so zu sehen war doch etwas sehr Lustiges. Ich guckte über die Schulter zu ihm, sah wie er taumelte und entschied mich dann doch ihm etwas zur Seite zu stehen, wortwörtlich. Seinen Arm um meine Schulter legend half ich ihm, eine halbwegs grade Linie zur Gaststätte zu machen. Sehr grade war sie nicht, da er um einiges schwerer war aber immer hin stieß er nicht mit jedermann zusammen. Die Straße wurde in Richtung der Gaststätte etwas leerer. Durch die Fenster leuchtete ein einladender goldener Schein, welcher, wenn man es sich genau überlegte, von den angegilbten Gläsern kam. Von außen machte die Gaststätte wirklich nicht viel her, aber genau das war der Charme daran; etwas mehr Ruhe. So wie wir das Lokal betraten, strömte mir der Geruch von gebratenem Huhn und Suppen entgegen. Die meisten Tische waren leer. In einer Ecke saß eine Gruppe von Männern, in der anderen ein paar Damen, die sich angeregt unterhielten, worum es ging konnte ich nicht verstehen, aber es interessierte mich auch nicht wirklich. Ein paar Leute saßen an der Theke und stocherten in ihrem Essen herum während sie lachten oder dem Barden zuhörten, der auf seiner kleinen Anhöhe spielte. Ich suchte uns einen Tisch und wartete auf die Bedienung. Als ich mich nach hinten über die Stuhllehne streckte, fiel mir aus dem Augenwinkel ein Mann auf, besser gesagt die Kette, die er trug. Schnell entschuldigte ich mich bei Liam, stand auf und setzte mich zu besagtem Mann. Wenn ich mich nicht täuschte, und das bezweifelte ich sehr, war das der Anhänger von Aneela, den sie gegen ihr Leben eintauschte. "Einen schönen Anhänger habt ihr da.", meinte ich freudig.
Das war auf gar keinen Fall, der Söldner, dem sie den Anhänger ursprünglich gab, dieser hier war viel zu jung und sah auch nicht grade stark aus. Geschweige denn, als hätte er Erfahrung als etwas anderes als Küchenjunge.
"Was meinst du, spielen wir darum?", fragte ich ihn und ließ mir nach seiner Zustimmung ein Kartendeck bringen. Kurz erklärte ich ihm die Regeln eines Spiels, welches man südlich von hier oft spielte und setzte mein goldenes Armkettchen. Bekannt schien ihm das Spiel nicht zu sein aber entschlossen war er dennoch. Armer Junge. Es dauerte nicht lange, da musste er mir den Anhänger übergeben. Schnell steckte ich ihn in die Tasche, machte mich auf den Weg zu Liam und setzte mich wieder zu ihm.

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Neyl Offline

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12.11.2016 22:42
#139 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Enngelin

Kilian trat auf mich zu, legte mir seine Hand auf meinen Rücken und führte mich in die Menge. Er wollte wahrscheinlich nicht hier bleiben, da ihn die Umgebung zu sehr an die Konfrontation mit Astraea erinnerte. Ich konnte ihn ja verstehen, aber man sollte nicht im Streit auseinander gehen. Das würde alles nur viel schlimmer machen. Doch trotzdem wollte ich mich nicht in die Sache einmischen und ließ es auf sich ruhen.
„Es ist nicht deine Schuld“, meinte Kilian und ich lächelte leicht. Seine Worte beruhigten mich ein wenig. Für einen Moment dachte ich wirklich, dass Astraea meinetwegen so die Fassung verloren hatte, obwohl mir der Grund dafür einfach nicht ersichtlich gewesen wäre.
„Du brauchst dich ihretwegen nicht entschuldigen“, sagte ich sanft. Der Azalle konnte für Astraeas Verhalten nichts. Selbst wenn er sie gereizt hatte, war dies keine Entschuldigung für ihr Benehmen. Es waren ihre Worte gewesen, die sowohl mich, als auch Kilian beleidigt hatten.
Erst jetzt fiel mir auf, dass ich Kilian das erste Mal geduzt hatte. Ein wenig peinlich berührt sah ich ihn an. Hatte er etwas mitbekommen? War es in Ordnung? Ich kannte ihn noch nicht lange, da sollte ich eigentlich noch nicht so persönlich mit ihm umgehen. Aber irgendwie mochte ich seine Gesellschaft, er war nett und hatte ein gutes Gemüt. Zumindest die meiste Zeit.
Wir blieben kurz stehen und Kilian fing unerwartet zu grinsen an.
„Dein Cousin also. Den würde ich zu gerne mal kennen lernen“, meinte er und ich lachte leicht.
„Da wärst du aber der erste“, erwiderte ich grinsend und strich mir eine Haarsträhne hinter mein Ohr. Ich kannte keinen, der mit meinem Cousin wirklich gut klar kam. Nun ja, abgesehen von mir natürlich. Vielleicht lag es daran, dass wir uns ähnlicher waren, als ich immer gedacht hatte. Wir beide waren nicht gerade die besten Menschenfreunde, aber aus unterschiedlichen Gründen. Er stiftete nur Unruhe und ich hatte gewissermaßen Angst vor fremden Menschen. Zum Teil war meine Furcht ja begründet, aber andererseits wusste ich ja, dass nicht alle gleich waren. Es waren hauptsächlich die Soldaten, die mich einschüchterten.
Kilian und Astraea schienen mir ganz nette Menschen zu sein, ganz im Gegensatz zu den Wachen des Königs. Vielleicht ein wenig ungehobelt, aber im Grunde hatten sie ein reines Herz.
Ich dachte wieder an meinen Cousin, unsicher, ob er sich mit Kilian verstehen würde. Gabriel war zwar kein Feind der Azallen und er stand mehr oder weniger auf deren Seite, aber so richtig freundlich hatte ich ihn noch nie erlebt.
„Wir können ihn ja suchen. Vielleicht haben wir Glück und finden ihn“, meinte ich und sah Kilian zögernd an. Die Menschenmassen um uns herum wurden größer und wie automatisch griff ich nach seiner Hand und zog ihn etwas abseits.
„Ich mag es nicht so in einer Masse zu sein“, sagte ich erklärend und hielt dann Ausschau nach Gabriel. Ich wusste, dass er niemals im Getümmel sein würde, sondern sich lieber etwas im Hintergrund aufhielt.
„Was ist eigentlich mit dir? Hast du Verwandte hier?“, fragte ich und warf Kilian dabei einen neugierigen Blick zu.

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Neyl Offline

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12.11.2016 22:42
#140 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Liam zu Arryon

Ich wurde halb von Astraea getragen und fand das mehr als nur amüsant, vor allem, weil wir die ganze Zeit im Zickzack liefen. Sie setzte mich an einem Tisch ab und ich bestellte mir fröhlich noch ein wenig Alkohol. Meinen Vorsatz hatte ich bereits vergessen. Dumm grinsend sah ich mich in dem Schankraum um. Die Fenster waren vergilbt, nur trübes Licht fiel in den Raum und ließ Staubflocken tanzen, was die Sicht ein wenig behinderte, zumindest in meinem Zustand.
Ich bekam kaum mit, wie sich meine Begleitung verabschiedete und wedelte ein wenig mit der Hand. Mein betrunkenes Ich war wohl der Meinung, dass die fehlende Aufmerksamkeit so überspielt wurde. Genau diese huschte alsbald auch zu einer Gruppe Damen am Nebentisch.
Der Alkohol ließ meine Augen über Stellen ziehen, denen ich normalerweise taktvoll auswich. Unter anderem auch zu meiner eigenen Sicherheit, denn ihre Begleitungen hatten oft etwas dagegen, wenn ihr „Eigentum“ von jemand Anderem als sie selber begutachtet wurde. Erheitert sah ich mich weiter um. Astraea spielte scheinbar ein Spiel, aber meine Sicht war zu verschwommen, um zu erkennen, was genau dort ablief.
Ein Mann setzte sich an meinen Tisch und grinste mich an. „Lust auf ein Spiel?“, fragte er mit einem dreckigen Grinsen. Sag Nein! Das ist Abzocke, die es sich nicht lohnt, einzugehen!
„Klar gern“, antwortete ich und grinste zurück. Ich setzte einige Münzen meines Soldes. Erstaunlich eigentlich, wie viel noch übrig war, dafür dass ich den gesamten Abend damit verbracht hatte, Alkohol zu besorgen.
Unfähig zu denken verspielte ich innerhalb kürzester Zeit fast mein gesamtes Geld und dementsprechend sank auch meine Laune rapide. Ich stand auf und packte ihn am Kragen. „Du dreckiger Schummler! Gib mein Geld zurück!“, rief ich mehr oder weniger laut durch den Raum. Hass blitzte in seinen Augen auf. Mir schoss ein Gedanke durch den Kopf. Ob er wohl ein Azalle war? In meiner plötzlichen Euphorie über einen Fang entging mir, dass mehrere Männer aufgestanden waren und nun auf mich zu kamen. Ich war nicht schwach und besaß auch Waffen, aber gegen ein Dutzend Männer kam ich nicht an. Das hätte ich im nüchternen Zustand auch gewusst. In diesem Moment kam Astraea wieder. „Ah! Gut dich zu treffen!“, rief ich aus und legte ihr grinsend einen Arm um die Schultern. Noch etwas, was ich nüchtern niemals getan hätte. Das Risiko eines gebrochenen Armes war zu hoch. Ich torkelte mehr oder weniger in Richtung Treppe. Einer der Kerle hielt mich zurück. Schräg sah ich ihn an und schlug ihm dann ins Gesicht.
Es wurde laut und ich wich mehreren Schlägen aus. Zu meinem Glück waren die Anderen wohl genauso dicht wie ich. Ansonsten hätte ich binnen kürzester Zeit am Boden gelegen. So aber kratzte ich den letzten Rest klaren Kopfes zusammen und war am Ende der Letzte, der stand. Oder eher an der Wand lehnte, mein Gleichgewichtssinn hatte sich verabschiedet. Mein Arm war ausgekugelt und ich hatte ein blaues Auge, aber alle Anderen sahen nicht besser aus. Ich wurde misstrauisch vom Wirt und den übrigen Gästen beäugt und stützte mich an der Wand ab, während ich nach oben stolperte, Astraea irgendwie neben mir her ziehend. Vielleicht auch andersrum, das war mir in diesem Moment nicht mehr klar.

Eder

Das Gekeife des Mädchens ließ mich stoppen und ich drehte mich um. Die Menge starrte unbehaglich zu ihr herüber und selbst die Musiker hatten zu spielen aufgehört. Der Soldat, der sie hielt, schlug ihr ins Gesicht und das Geräusch hallte über den gesamten Platz. Ich betrachtete gleichgültig diese armselige Gestalt. Eine rote Wange, wo sie die gepanzerte Hand getroffen hatte, zerzauste Haare... und sie hing in den Armen der Wache. Ich seufzte. Das hätte nicht sein müssen, besäße sie nicht so ein vorlautes Mundwerk.
Kurzweilig herrschte Stille, dann fingen die Leute an zu murmeln. Es war nichts Ungewöhnliches, dass Verrückte von der Wache in Gewahrsam genommen wurden, sie störten die öffentliche Ruhe. Als sie in eine Gasse gezerrt wurde, wurde auch wieder Musik gespielt und die gute Laune kehrte zurück.
Meine Wut war verschwunden und hatte meiner üblichen Gleichgültigkeit Platz geschaffen. Das Mädchen würde jetzt zu den Wägen gebracht und baldmöglichst zum Schloss und in den Kerker befördert werden. Ich bedauerte sie sogar ein wenig. Hätte sie nur ein wenig mehr Einschätzungsvermögen besessen und entscheiden können, wann ihre Worte angebracht waren, wäre sie nicht in diese missliche Lage gekommen. Aber jeder Verbrecher gehörte bestraft. Wenn sie sich gut anstellte, kam sie eventuell davon.
Ich lehnte mich wieder an einen Baum. Der Junge von vorhin... Er war auf dem besten Weg, eine Straftat zu begehen. Bevor das geschah, sollte ich mit ihm reden. Vielleicht konnte ich ihn davor bewahren, im Kerker zu landen.

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Neyl Offline

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12.11.2016 22:43
#141 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Bast

Auf dem Marktplatz >> zurück auf seinem Posten, allein

Einen kurzen Moment der Aufruhr, das Nachhallen eines Zusammentreffens von Haut und Metall, die Schritte des Soldaten, als er das Mädchen über den Platz und in eine Seitenstraße zog.
Und ich stand nur da und sah zu. Sie würde in den Kerker kommen. Ich hoffte für sie, dass dies bald geschah, ohne Umweg über Verhörungen und längere Aufenthalte in dunklen Gassen...
Als der Soldat sie ins Gesicht geschlagen hatte, hatte meine Hand kurz gezuckt, aber stehen geblieben war ich dennoch. Ich konnte ihr nicht helfen, selbst wenn ich wollte. Die Situation war eine ganz andere als die mit den Kindern. Eder würde nicht zulassen, dass ich ihr nachging.
Ich ließ meine Augen über den Platz schweifen, der langsam wieder erwachte. Ich hatte gehofft, der Tumult wäre von längerer Dauer, aber so würde sich Eder nur in ihrem Handeln bestärkt fühlen.
Einen letzten Blick warf ich ihr zu, ehe ich mich vollends zurück zog, zurück auf meinen Posten am Rand des Platzes, von wo aus ich die Menge beobachtete. Nun jedoch, ohne wirklich etwas zu sehen. Azallen würden sich nun bestimmt nicht mehr zeigen und Gedanken machte ich mir ohnehin über etwas anderes.
Wenn es sich bei dem Mädchen wirklich um eine von ihnen handelte, so konnte ich ihr nicht helfen. Aber es bestand die geringe Wahrscheinlichkeit, dass sich Eder irrte.
Ich war niemand, der so leicht aufgab, wenn es darum ging, jemandem zu helfen.

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Neyl Offline

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12.11.2016 22:43
#142 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Jaelyn
Marktplatz -> Seitengasse

Die Antwort unserer "Beschützer" auf meine Ansichten hin, was in diesem Lande falsch lief, folgte recht schnell durch eine Schelle mit dem Eisenhandschuh. Schmerz machte sich breit. Ein brennendes Ziehen, das sich von meiner Wange aus über die eine Gesichtshälfte ausbreitete. Selbst der Geschmack von Metall -Eisen- war zu spüren, durch das Blut, welches von der Innenseite meines Mundes, langsam auf meine Zunge glitt. Behutsam öffnete ich den Mund um zu prüfen, ob mein Unterkiefer nicht Schaden genommen hatte. Soweit ich es beurteilen konnte, hatte ich noch mal Glück gehabt und funkelte die Wache böse an, während ich ein "Feigling." zischte. "Wer die Wahrheit nicht verträgt, der schlägt eben zu und solange der Gegenüber auch noch kleiner und schwächer ist macht es doppelt so viel Spaß, nicht wahr? Irgendwie muss man ja schließlich sein verkümmertes Ego puschen um seine Existnz zu rechtfertigen.", warf ich der Wache vor und spuckte ihr sogar vor die Füße. Ich war keineswegs eine respektlose Person, doch solchen Leuten stand in meinen Augen kein Respekt zu. Nicht im geringsten. Es war natürlich nicht weiter verwunderlich, dass auch dieses Verhalten der Wache nicht gefiel, aber andersherum gefiel mir auch ihr Treiben nicht. Warum sollte ich es ihnen also auch leichter machen und auf ihre "Wünsche" eingehen. Egal was er wollte, er würde mich schon zwingen müssen und so wurde ich eher schlecht als recht in irgendeine Gasse gezerrt, wo ein Karren stand, der wohl vorübergehend als tranportabler Käfig herhielt. Ich musterte das Gestell eine Weile und war mir schnell sicher, lange würde ich in diesem Ding nicht bleiben. Der Wache gab ich zum Abschied, als sie mich versuchte in den Käfig zu stecken, einen entsprechend kräftigen Tritt schräg gegen das Bein, sodass dieses entgegen seiner Beweglichkeit wegknickte und ihm so einiges an Schmerzen bereitete. "Hiermit habe ich Ihnen Ihre Großzügigkeit zurückgezahlt.", meinte ich zu ihm.

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Neyl Offline

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12.11.2016 22:43
#143 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Kilian

„Wir können ihn ja suchen. Vielleicht haben wir Glück und finden ihn.“, sagte das hübsche Mädchen, während etwas in einiger Entfernung meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Anscheinend gab es Ärger, doch ehe ich dem auf den Grund gehen konnte, zog Enngelin mich mit sich und ich geriet außer Hörweite. "Ähm ja, gerne.", erwiderte ich dennoch und nickte verständnisvoll auf ihre Erklärung. Ich selbst hatte mit größeren Massen keine Probleme, immerhin lebten wir Azallen auf engstem Raum miteinander, doch sie schien viel eher ihre Zeit alleine im Wald zu verbringen und Leuten wie mir aus der Patsche zu helfen. "Dann lass ihn uns suchen gehen.", lächelte ich, während wir uns etwas abseits des Getümmels hielten. Ich wollte gerade fragen, wie ihr Cousin eigentlich aussah, als sie mir jedoch mit ihrer Frage zuvorkam. Gewohnheitsmäßig wollte ich schon verneinen, zögerte jedoch, als ich zu ihr hinab sah. "Ja, habe ich.", erwiderte ich stattdessen und musterte sie kurz. Ich kannte sie kaum und doch hatte ich das Gefühl ihr vertrauen zu können, was sich gut anfühlte. "Ich habe eine Schwester, sie ist hier auch irgendwo...", fuhr ich fort und hielt nun auch nach ihr Ausschau, darauf hoffend, dass sie nicht wieder in irgendwelchen Schwierigkeiten steckte. Mittlerweile musste man aufpassen, nicht andauernd von volltrunkenen Männern und sich drehenden Frauen angerempelt zu werden, was die Suche nicht gerade vereinfachte. "Da ist sie.", rief ich plötzlich aus, bemerkte dann jedoch, dass Aneela nicht alleine war. Ich beobachtete sie und den Fremden kurz, ehe ich mit meiner Begleitung in ihre Richtung ging, neugierig, wer dieser Kerl war und was er von meiner Schwester wollte.

Aneela

Der Fremde war definitiv nicht auf den Kopf gefallen, auch wenn er diesen Eindruck erwecken wollte. Doch der Schalk, der in seinen Augen stand, als er den Jäger musterte, verriet ihn nur allzu schnell. Amüsiert verfolge ich den Platzhirschkampf der Beiden, als mein "Begleiter" nach meiner Hand griff. „Verzeiht mein Benehmen. Es tut mir jedoch leid Euch mitteilen zu müssen, dass wir anderweitig beschäftigt sind. Eine Familienangelegenheit, der meine Frau und ich dringlichst beiwohnen müssen.“ Leicht überrumpelt blickte ich zu meinem "Mann", fing mich aber rasch wieder und warf dem Lockenkopf gerade noch einen entschuldigenden Blick zu, als ich buchstäblich mitgezogen wurde. Es überraschte mich tatsächlich, dass er sich nicht hatte weiter provozieren lassen, sondern stattdessen den Rückzug gewählt hatte. Und anhand seines bisherigen Verhaltens, schloss ich darauf, dass er dies nicht gerne getan hatte. Gerade deshalb lächelte ich ihm zu, als er nach einer Weile stehen blieb und mich unschlüssig ansah. "Das war...interessant.", bemerkte ich mit einem kleinen Schmunzeln. Wäre ehr einfach nur genervt gewesen, hätte er einfach kehrt machen können und mich mit unserem neuen Freund alleine lassen können, doch das hatte er nicht. Hinter seinem grimmigen Blick schienen sich noch viele andere Facetten zu verbergen und ich konnte nicht umhin mir einzugestehen, dass er mich neugierig machte. "Würde mir mein Ehemann nun auch endlich seinen Namen verraten?", fragte ich breit grinsend, während ich mich dazu entschloss mich nicht erneut bei ihm zu bedanken. Das würde sonst noch zur Gewohnheit werden...
"He, stören wir?", hörte ich plötzlich eine vertraute Stimme hinter mir und wandte mich zu meinem Bruder um, der wider Erwarten nicht in Begleitung von Astraea, sondern einer anderen bekannten Person war. "Enngelin?", rutschte es mir unwillkürlich heraus und Kilian runzelte die Stirn. "Ihr kennt euch?", fragte mein Bruder verwirrt, dabei hätte ich ihm die selbe Frage stellen können.


Corboz

Ungeduldig hielt sich Hauptmann Corboz mit einigen seiner besten Männer in einer der Seitengassen auf um unerkannt zu bleiben. Am liebsten hätte er selbst in dieser Kneipe gesessen, um dieses Weibsbild ja nicht wieder entwischen zu lassen, doch hätte Aneela ihn augenblicklich erkannt. Er selbst hatte dafür gesorgt, dass sie sein Gesicht nie wieder vergessen würde. "Hauptmann Corboz!" Einer der Wachen, die er in zivil postiert hatte, kam schnaufend um die Ecke gelaufen und berichtete ihm, dass nicht die erhoffte Azalle das Medaillon an sich gebracht hatte, sondern ein anderes Weibsbild. "Was?", donnerte Corboz, stockte dann jedoch und überlegte einige Augenblicke still vor sich hin. Das Interesse dieser Frau an dem Anhänger war vielleicht kein Zufall. Was, wenn sie ebenfalls eine Azalle war und Aneela kannte? Was, wenn sie ihn zu ihr führen konnte? Oder er sie als Köder benutzen konnte? Ein verzerrtes Lächeln legte sich um seine Züge. "Dann wollen wir uns dieses Weib mal genauer ansehen."

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Neyl Offline

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12.11.2016 22:44
#144 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Enngelin

Mir entging Kilians Zögern nicht und ich fragte mich, ob es ihm wohl unangenehm war, mit mir darüber zu reden. Jedoch verwarf ich den Gedanken sofort, denn er war es, der mich zuerst nach meiner Begleitung gefragt hatte. Da konnte er wohl erwarten, dass ich ebenso interessiert war.
„Ich habe eine Schwester, sie ist hier auch irgendwo…“, meinte er und sah sich um. In seinem Blick lag Sorge, weshalb ich unwillkürlich lächeln musste. So wie es mir aussah, waren Gabriel und Kilians Schwester einander ziemlich ähnlich, zumindest was „in Schwierigkeiten geraten“ anbelangte. Und Kilian und ich waren anscheinend diejenigen, die sich immer Sorgen machen mussten und womöglich den beiden aus der Patsche halfen.
„Da ist sie.“, rief Kilian und ich sah zu ihm auf. Neugierig folgte ich seinem Blick und entdeckte eine Frau und…Gabriel. Ein wenig verwundert ging ich Kilian nach, der geradewegs auf die beiden zusteuert und blieb dann vor meinem Cousin und der nicht gerade unbekannten Azalle stehen.
„He, stören wir?“, fragte Kilian und die Azalle drehte sich zu uns um. Mein Cousin musterte mich komisch, aber im Moment war er mir egal.
„Enngelin?“, fragte die Azalle verwundert. Fast zeitgleich entfuhr mir auch ihr Name. „Aneela?“, sagte ich unsicher und musste dann lächeln.
Kilian und mein Cousin waren sichtlich verwirrt, weshalb ich schnell hinzufügte: „Aneela und ich sind uns schon mehrmals im Wald begegnet. Sie hat mir oft Kräuter mitgebracht an die ich allein nur schwer kommen würde.“ Ich hoffte, dass seine Kilians Frage nun ausreichend beantwortet war.

Gabriel

Die Azalle lächelte mich an und als sie endlich etwas sagte, atmete ich erleichtert aus. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass ich meinen Atem angehalten hatte, aber ich war froh, dass sie mich richtig verstanden und nicht zu viel hinein interpretiert hatte.
„Würde mir mein Ehemann nun auch endlich seinen Namen verraten?“, fragte die Azalle grinsend und ich lachte laut auf.
„Natürlich, mein Name ist Gabriel“, sagte ich, doch bevor ich auch sie nach ihrem Namen fragen konnte, wurden wir erneut unterbrochen. Unwillkürlich verzog ich das Gesicht. Seitdem ich mit dieser Azalle unterwegs war, hatte ich einfach keine ruhige Minute mehr.
„He, stören wir?“, fragte jemand und ich verdrehte die Augen. Sieht man das nicht? Waren die Menschen hier wirklich alle so blind?
Schön langsam vermutete ich, dass es sich die Leute hier zur Aufgabe gemacht hatten, mich aus der Fassung zu bringen. Und schön langsam verlor ich wirklich die Geduld. Ich musterte den Fremden nun genauer und erkannte dann, dass er nicht alleine war. Hinter ihm stand eine kleine Gestalt, die sich als Enngelin entpuppte. Erstaunt und verwirrt riss ich die Augen auf, die Situation wurde von Sekunde zu Sekunde absurder.
„Enngelin?“, fragte die Azalle und fast gleichzeitig meinte meine Cousine: „Aneela?“ Nun gut, wenigstens wusste ich jetzt den Namen meiner „Ehefrau“, jedoch war mir nicht ganz klar, woher sich die beiden Frauen kannten. Enngelin hatte Aneela damals zwar das Leben gerettet, aber ich war mir sicher, dass die Azalle zu dieser Zeit bewusstlos gewesen war und daher unmöglich von Enngelin wissen konnte. Mir schien also eindeutig etwas entgangen zu sein, was ich nicht gerade berauschend fand.
„Kann mir mal bitte jemand erklären, was hier los ist?“, fragte ich ziemlich genervt und kurz darauf gab mir meine Cousine eine Antwort, die jedoch nicht sehr befriedigend war. Aneela hatte meiner Cousine Kräuter gebracht? Wieso sollte sie so etwas tun?
„Und wer seid Ihr?“, sagte ich barsch zu dem Kerl, der für meinen Geschmack etwas zu nah am meiner Cousine stand. Enngelins wütenden Blick, der mich gerade erdolchte, ignorierte ich gekonnt.
„Kilian, der Bruder von Aneela“, klärte mich Enngelin mit einem zornigen Unterton auf und ich wusste, dass sie wollte, dass ich ein wenig netter war. Nun gut, wenn er der Bruder meiner „Ehefrau“ war, dann musste ich wohl oder übel mit ihm auskommen. War er dann sowas wie mein Schwager? Ich lächelte leicht, da es mir irgendwie gefiel, Aneela so zu bezeichnet. Ich wusste, dass ich damit noch meinen Spaß haben würde, denn die Azalle konnte man sehr gut ärgern. Jedoch wollte ich mir nicht gleich Streit mit ihrem Bruder einholen, weshalb ich das Spielchen für kurze Zeit unterbrechen musste.
„Ich bin Gabriel, Enngelins Cousin“, stellte ich mich vor und neigte leicht den Kopf.

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12.11.2016 22:45
#145 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Kilian

Hier standen wir Vier nun, einer sichtlich irritierter, als der Andere. Und nachdem uns die Magierin soweit aufgeklärt hatte, erheiterte mich dieser Zufall zunehmend, auch wenn mir noch etwas unklar war, woher Aneela
Engelinns Cousin kannte und warum sie ihren Begleiter plötzlich mit diesem seltsamen Ausdruck musterte. Ich versuchte ihrem Blick zu begegnen, doch Gabriel -wie er sich nun vorstellte- unterbrach meinen Versuch und wirkte gleich ein wenig zurückhaltender. Offenbar missfiel es ihm, seine Cousine in Begleitung eines Mannes vorzufinden, doch was erwartete er, wenn er sie alleine durch die Straßen wandern ließ? Eigentlich konnte er von Glück reden, dass sie nicht an zwielichtige Kerle geraten war und so unversehrt vor ihm wieder auftauchte. Andererseits fühlte natürlich auch ich Unbehagen, wenn ich meine Schwester und diesen Unbekannten zusammen sah. Das hatte jedoch andere Hintergründe. Sie würde sich durchaus zu verteidigen wissen, sollte er Hand an sie legen. Nein, darum ging es nicht. Es war das allgemeine Misstrauen, welches sich stets in ihm breit machte, wenn Fremde sich Aneela näherten. Und da sie ihn nie erwähnt hatte, kannte sie ihn erst seit diesem Abend, oder hatte ihre früheren Begegnungen verheimlicht. Beides keine guten Anzeichen. "Kilian, wie Enngelin bereits erwähnte.", erwiderte ich weitaus weniger förmlich und mit einem leichten Grinsen. Die Tatsache, dass er mit ihr verwandt war, milderte das Misstrauen in mir und ich warf Enngelin einen amüsierten Blick zu, weil ich ihre Beschreibung über ihren Cousin nun allzu gut nachvollziehen konnte. "Schon ein verrückter Zufall...", warf ich nun in die kleine Runde, ehe ich Aneelas Blick auf mir spürte. "Wo ist Astraea?", fragte sie mich und man sah ihr deutlich an, dass sie alles andere, als entspannt war. Ein dunkler Schatten huschte über mein Gesicht, bei ihrer Erwähnung, hatte mich dieses Aufeinandertreffen doch erfolgreich von der Misere abgelenkt. "Amüsiert sich.", erwiderte ich, kläglich scheiternd, in dem Versuch neutral zu klingen.

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12.11.2016 22:45
#146 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Aneela

Verwirrt verfolgte ich dieses skurrile Aufeinandertreffen. Nicht nur, dass mir nicht klar gewesen war, dass Kilian und Enngelin sich kannten, nein, viel erschrockener war ich über die Tatsache, dass Gabriel und sie sich nicht fremd zu sein schienen und nachdenklich blickte ich gen Boden, als der Jäger endlich Licht ins Dunkle brachte und ruckartig fuhr mein Kopf zu ihm hoch. Er war ihr Cousin! Und mit einem Schlag ergab plötzlich alles einen Sinn. Seine Anspielungen, die Tatsache, dass ich mich nicht an ihn erinnern konnte, dieses merkwürdige Gefühl in mir, das mir versucht hatte zu sagen, was mir entging. Noch immer starrte ich Gabriel an und versuchte zu ergründen, was diese Information in mir auslöste. Er war also derjenige gewesen, der mich damals aus den Fängen von Corboz und seinen Männern befreit hatte. Meine Hand huschte unbewusst zu meiner Schulter, doch als ich es bemerkte, zog ich sie augenblicklich wieder zurück und die Erinnerungen an diesen Tag schossen in mir auf. Ablenkend richtete ich meinen Blick nun zu meinem Bruder. "Wo ist Astraea?", fragte ich ihn und seine Reaktion bestätigte meinen Verdacht, dass irgendetwas vorgefallen war. Ein wenig genervt atmete ich aus, als er mir diese wage Erwiderung entgegenbrachte. "Ist sie in Sicherheit?", fragte ich also noch einmal nach. Ich wollte keine detaillierte Schilderung von ihrem Drama, doch zumindest beruhigt sein und mich vermutlich auch ein wenig auf andere Gedanken bringen. Doch abermals gab er mir keine richtige Antwort und zuckte lediglich mit den Schultern, was in mir den Wunsch regte, ihm eine saftige Kopfnuss zu verpassen. "Sie hat deutlich gemacht, dass sie sehr gut auf sich alleine aufpassen kann.", setzte Kilian nun doch hinzu und ich rollte kurz die Augen. Vermutlich waren die Beiden wieder wegen irgendeiner Kleinigkeit aneinandergeraten. Ich sah kurz zu Enngelin und fragte mich, ob sie der Grund dafür war. Doch das war wirklich etwas, worin ich mich ganz und gar nicht einmischen wollte, weshalb ich schnell meinen Blick durch die Menge gleiten ließ. Wir waren nun schon eine ganze Weile hier und vermutlich wäre es klüger bald aufzubrechen, doch ehe ich diese Äußerung tätigen konnte, ergriff Kilian abermals das Wort. "Dort drüben gab es vorhin einen Aufruhr. Ich konnte nicht genau erkennen, worum es ging...", sagte er und nachdenklich wandte ich mich wieder zu ihm um. Natürlich konnte dieser Zwischenfall überhaupt nichts mit uns zu tun haben, doch man merkte Kilian die versteckten Sorgen an und ich nickte leicht. Offenbar wollte er vor den anderen Beiden nicht offener sprechen, auch wenn das meiner Meinung nach ohnehin hinfällig war. Sie wussten nun wer wir waren und beide schlau genug eins und eins zusammenzuzählen. "Ich glaube, ich könnte was zu trinken vertragen.", lächelte ich nun und tatsächlich war mir genau danach. Ich warf Gabriel einen kurzen Blick zu, noch immer unsicher, wie ich darauf reagieren sollte. Doch eins stand fest, hier würde ich das bestimmt nicht tun. Trotzdem schlich sich ein kleines Grinsen auf mein Gesicht, immerhin konnte er mich damit nun nicht weiter necken. Schnell sah ich wieder zu Engelinn und Kilian, der sofort auf meine Worte einging. "Gute Idee. Lasst uns was trinken gehen.", meinte er, griff nach der Hand, der jungen Frau und zog sie den gleichen Weg wieder mit sich, den sie gekommen waren. Vielleicht hatten wir Glück und es hatte sich nur um eine Prügelei unter zwei Dorfleuten gedreht. Und wenn wir dann noch die rote Zora unversehrt wiederfinden würden, wären wir wohl Beide um einiges erleichterter.

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12.11.2016 22:45
#147 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Bast

Auf dem Marktplatz >> folgt Jaelyn

Ich wartete einen Augenblick und starrte in die Menschenmasse.
Das Mädchen war zum Rand des Platzes und dann weiter in eine der Seitenstraßen gezerrt worden. Ich gab mir größte Mühe, nach außen hin nicht so zornig auszusehen, wie ich mich fühlte.
Sicher, Eder und ich waren und würden nie Freunde sein. Dennoch war diese Demütigung, dieses "auf seinen Platz zurückgewiesen werden" wie ein Schlaf ins Gesicht gewesen. Oder viel mehr ein Tritt aufs Ego.
Einige Minuten wartete ich ab. Ließ Ruhe einkehren in den Gesprächen und Stimmen der Feiernden. Immerhin war kein Tumult entstanden.
Dann löste ich mich wieder von der Wand der Gaststätte und suchte mir einen Weg zwischen den Körpern hindurch.
In der Seitenstraße angekommen, zeugten nur noch Karrenspuren daron, dass hier vor Kurzen jemand gewesen war. Schweigend folgte ich ihnen.

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12.11.2016 22:45
#148 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Jaelyn
Seitengasse, Käfig(?)

Da saß ich nun und ärgerte mich über dieses Ereignis. Vorsichtig tastete ich dabei meine Wange ab. Sie fühlte sich immer noch warm an und dazu noch leicht geschwollen. Sicherlich war sie auch rot eingefärbt. Sollte es so bleiben, würde ich wohl Glück haben. Im schlimmsten Fall würde sich nämlich innerhalb der nächsten Stunden ein eher unschöner Bluterguss bilden. Behutsam lehnte ich mein Gesicht gegen die Gitterstäbe des Wagens um meine Wange zu kühlen. Auch wenn ein leichtes Brennen blieb so fühlte es sich doch angenehm an. Ein schwerer Seufzer entwich mir. Na super. Da hatte ich Raik gesagt er bräuchte sich keine Sorgen machen und dann das. Zum Glück konnte er das hier gerade nicht sehen. Als ich wieder etwas aufsah, fiel mir das Schloss der Tür ins Auge. So leicht würden die mich nicht kriegen. Immerhin war ich auch schon aus anderen brenzligen Situation entwischt. Ich fummelte mir eine Haarspange aus meinem Haar und bog sie mir so zurecht, dass sie ins Schlüsselloch passen müsste. Anschließend griff ich durch die Stäbe und machte mich daran das Schloss zu bearbeiten. Mit etwas Geduld und Fingerspitzengefühl würde es schon früher oder später aufspringen. Nun hieß es nur noch aufpassen, dass es niemand mitbekam.

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12.11.2016 22:46
#149 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Artminea

Das Fest war in vollem Gange und ich...ich saß auf dem dreckigen Küchenboden dieses überfüllten Gasthauses und müsste wie eine verrückte die Teller waschen und Topfe schrubben. Eigentlich wollte ich an diesem Tag auch auf die Straßen gehen und mit den anderen feiern, doch wurde ich von meinem Arbeitgeber dazu gezwungen heute in der Küche auszuhelfen. Ein hoffnungsloser Seufzer verließ meine Lippen, während Mary, die Köchin, mich nur mitleidig anblickte. »Ach Kleines. Es wird noch viele Feste geben.«, versuchte sie mich mit ihren einfühlsamen Worten aufzumuntern, was ihr jedoch nicht gelang. Ein Koch-Lehrling hatte mir bereits vorgeschlagen ich sollte mich einfach für eine halbe Stunde raus schleichen und dem Fest zumindest für kurze Zeit beiwohnen. Doch hatte ich viel zu große Angst dabei erwischt zu werden, weshalb ich immer noch hier hockte und Essensreste von den Tellern kratzte. »Ich räume mal ein paar der Tische ab.«, seufzte ich und verließ die Küche. Auch wenn Marys Worte nett gemeint waren, halfen sie mir doch so gar nicht.
In der Gaststube waren Massenhaft Leute. Zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass ein Großteil der Gäste aus betrunkenen Männern bestand, deren Zustand schon ziemlich fragwürdig war. Ohne großes Aufsehen zu erregen, versuchte ich die Tische so schnell wie möglich abzuräumen. Ein paar dreckige Teller, zwei leere Kelche und ich war fertig. Doch als ich mich wieder auf den Weg in die Küche machen wollte, wurde ich von jemandem an der Taille gepackt und zurückgezogen. Aus Schreck ließ ich ungeschickterweise das Geschirr auf den Boden Fallen und fand mich nun auf dem Schoß eines Mannes wieder, der mich mit einem Blick ansah, der mir einen Schauer über den Rücken laufen ließ. »L-Lassen Sie … mich b-bitte los.«, stotterte ich und versuchte aufzustehen, doch der Mann zog mich zurück und sagte mir ich solle mich nicht so zieren, ehe er mir immer näher kam. Ich sah keinen anderen Ausweg, als dem Mann neben uns sein Getränk zu entreißen und es dem anderen ins Gesicht zu schütten, was immerhin dazu führte, dass er mich losließ und ich aufspringen konnte. Nur leider war er nicht sehr glücklich darüber, dass ich ihn mit Wein angeschüttet hatte und fuhr nun wutentbrannt in die Höhe. Ich musste nicht lange nachdenken um zu wissen, dass es nun nur eine Möglichkeit gab. Weg rennen!
Noch nie hatten mich meine Beine so schnell getragen, wie in diesem Moment. Während mir der Mann hinterher rief, floh ich aus dem Gasthaus, raus, mitten in das Getümmel der vielen Feiernden. Die Stimme des Mannes war trotzdem noch deutlich zu hören. Er folgte mir offensichtlich, doch ich wagte es nicht einen Moment lang mich umzudrehen. Stattdessen drängte ich mich durch die Menschenmasse, bog einmal links und dann wieder rechts ab, versuchte ihn irgendwie abzuhängen, sodass er mich verlieren würde. Ich lief so lange weiter, bis ich zwischen den Leuten zwei bekannte Gesichter entdeckte. »Aneela! Kilian!«, rief ich genau so überrascht, wie auch erleichtert. Ohne weitere Umwege rannte ich auf die beiden zu und versteckte mich sogleich hinter dem Azallen. Keuchend ratterte ich eine Frage nach der anderen herunter. »Hat er mich gesehen, oder verloren? Sucht er mich noch? Ist er weg?«

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Neyl Offline

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12.11.2016 22:46
#150 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Bast

In irgendwelchen Seitenstraßen der Stadt / allein, beobachtet Jaelyn

Während ich dem Rumpeln und Poltern der Wagenräder auf der unebenen Straße folgte, überlegte ich krampfhaft, wie genau mein Plan eigentlich aussah. Ich bemühte mich, stets eine Hausecke Abstand zu lassen, denn die anderen Soldaten durften mich unter keinen Umständen entdecken. Noch nicht. Vielleicht am besten gar nicht. Keine Ahnung. Ich hörte mein Gehirn förmlich rattern, während ich immer wieder um Ecke spähte und seltsame Blicke einzelner Bürger erntete, die sich nicht auf dem Marktplatz aufhielten.
Wo mochten sie das Mädchen hinbringen? In den Kerker?
Wenn sie tatsächlich davon ausgingen, dass sie eine von denen war, so bestünde die Möglichkeit, dass sie zwischenzeitlich verhört werden würde.
Dunkel erinnerte ich mich an meine erste Befragung eines Azallen. Erinnerungen, die ich lieber nicht wieder heraufbeschwören wollte.
Das Fest brachte eine veränderte Situation mit sich. Unter normalen Umständen käme das Mädchen zuerst in den Kerker, ehe man sie dem Hauptmann oder einer ähnlich wichtigen Persönlichkeit vorführte. Doch war der Hauptmann auf dem Fest.
Ich seufzte. Dieser Abend würde mich nicht gerade die Karriereleiter nach oben klettern lassen...

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