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Dieses Thema hat 188 Antworten
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 RPG~Profi
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Neyl Online

Admin


Beiträge: 36.233

20.07.2016 00:44
#46 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten







Aedans Anblick hatte mich gefesselt. Mal wieder. Und das obwohl der Kerl, der mit ihm trainierte, sich ebenfalls nicht zu verstecken brauchte. Doch bei Aedan war das etwas anderes und ich begann mich langsam zu fragen, ob mein Körper irgendwie auf ihn gepolt war. Würde zumindest so einiges erklären. Auch die Tatsache, dass ich nur Augen für ihn hatte, obwohl hier ein Vin Diesel neben dem Anderen herumlief. Und dann entdeckte er mich plötzlich, schaute verdutzt drein und eine Sekunde später zuckte ich zusammen. Das hatte weh getan! Überraschenderweise taumelte Aedan nur leicht, fluchte und rieb sich die betroffene Stelle. Irgendwo in meinem Hinterstübchen wurde mir bewusst, dass mein Auftauchen Schuld daran gewesen war, dass er gerade einen gewaltigen Kinnhaken abbekommen hatte. Doch noch ehe ich diesen Gedanken weiterverfolgen konnte, wandte sich sein Partner amüsiert an mich. Zum Glück war ich wieder bei Sinnen und obwohl ich Aedan immer wieder besorgte Blicke zuwarf, erheiterten mich die Worte des mir Unbekannten. "Oh, da wäre ich mir nicht so sicher.", gab ich schmunzelnd auf seine Vermutung zurück. Em...Auch wenn ich es nicht gerne zugab, so hatte ich auch über sie nachgedacht. Zumindest indirekt. Dank des Klatschs über McSexy, besaß ich mehr Informationen über seine ehemalige Geliebte, als mir lieb war. Die Tatsache, dass sie seit vielen Jahren zusammen waren, sich verlobt hatten und erst seit sehr, sehr kurzer Zeit getrennt waren, hatte einige Vermutungen in mir hervorgerufen, was Aedans Intention betraf. Und ob das Abenteuer mit einer Studentin nun als Ablenkung oder Trauerbewältigung gedient hatte, beide Gedanken hatten mir etwas auf den Magen geschlagen. Andererseits hatte ich absolut kein Recht ihm gegenüber in irgendeiner Weise deshalb negative Gefühle zu empfinden. Aedan jedenfalls schien immer noch angeschlagen zu sein und murmelte unzufrieden vor sich hin, was die ganze Szene noch amüsanter machte. "Nun übertreib mal nicht.", lachte ich, als der Hüne weiter sprach und mein Outfit für diesen Unfall verantwortlich machte, während Aedan dazu ansetze mich zu verteidigen, es ihm dann jedoch die Sprache verschlag. Auch seinem Freund entging das nicht, der daraufhin loslachte und zu meiner Überraschung nach Mike rief. Ach stimmte ja! Ich war ja nicht ohne Grund hier hergekommen. Mike grinste über beide Ohren, als er sich uns näherte, erfasste die Szene und ließ es sich nicht nehmen Aedan ebenfalls aufzuziehen. "Sutton hat wohl ganz schön Eindruck bei unserem Costello geschindet.", feixte er, stellte sich an meine Seite und legte den Arm um meine Schulter. "Du hättest mir auch sagen können, dass es einen Dresscode für Frauen gibt.", gab ich zurück und kniff ihm spaßeshalber in die Seite. Ich war froh, dass es mir in dieser Gesellschaft endlich mal wieder gelang, mich in Aedans Nähe wie ein ganz normaler Mensch zu benehmen. Trotzdem schlug mein Herz verräterisch schnell und ich hielt es für besser nicht zu erwähnen, dass ich seine Studentin war. Vermutlich würden sie ihn dann nur noch weiter aufziehen. "Vielleicht wäre ein bisschen Eis nicht schlecht.", meinte ich nun beiläufig, als ich mich wieder dabei ertappte zu meinem Dozenten zu sehen. "Du willst doch nicht, dass sein hübsches Gesicht noch mehr verschandelt wird.", grinste ich leicht und überspielte meine ehrliche Sorge um ihn. Vermutlich war es nicht der erste Schlag, den er abbekommen hatte, trotzdem missfiel es mir ihn so zu sehen und als die anderen Beiden abgelenkt waren, näherte ich mich ihm. "Tut´s sehr weh?", fragte ich und blickte ihn mit leicht geneigtem Kopf an.

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JaneDoe Offline

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Beiträge: 136

20.07.2016 10:47
#47 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten

AEDAN wieder ohne Bild XDD

Manchmal wollte einem das Leben so richtig in die Fresse treten. Bei mir war es kein Tritt, sondern ein Schlag, dennoch in die Fresse, und die Nachwehen dieses kurzen Augenblicks reichten wahrscheinlich noch Jahre. Ich würde mir eine halbe Ewigkeit anhören dürfen, dass ich mir damals eine eingefangen hatte, weil ich wie ein schwanzgesteuerter Idiot eine halbnackte Frau angestarrt hatte. (Und sie war wirklich halb nackt!)
Mal ganz abgesehen davon, dass ich wie die letzte Lusche am Eckpfeiler hing und versuchte, wenigstens wieder geradeaus zu schauen, geschweige denn in meinem Kkopf auf die Reihe zu kriegen, was hier geschah, und wieso Sutton überhaupt hier war. Oder Wes dazu zu bringen, die Klappe zuhalten. Fing ja schon damit an, dass er meine Trennung wie die letzte Klatschtante vor dem halben Fitnessstudio ausbreitete. Suttons Antwort allerdings ließ mich die Stirn runzeln, aber Zeit, darüber nachzudenken, hatte ich gar nicht – während ich vermutete, dass Sutton eine gewisse Skepsis äußerte, fasste Wes das ganz falsch auf. Ganz falsch. „Aedan Niall Costello!“, raunte er, und ich verdrehte die Augen. Gott, wie dramatisch. Nicht mal meine Mutter benutzte meinen Zweitnamen, nicht mal, wenn ich Dreck am Stecken hatte. „Is‘ das deine?“ Wieder sackte mir die Kinnlade herunter. Wo war ich hier gelandet? „Nein!“, entfuhr es mir, schockiert der Frage wegen. Und mir gehörte ohnehin niemand. Auch Em hatte mir nicht gehört, und damit meinte ich nicht, dass es gescheitert war, sondern damit meinte ich, dass ich meine Beziehungen nicht als Möbelstücke in meiner Wohnung sah. Nur mit Mühe konnte ich unterdrücken, ein „Finger weg“ hinterherzuschieben, ließ es dann aber sein. Besitzansprüche zu markieren widersprach in etwa allem, was ich gerade eben festgetellt hatte. Außerdem war ich gar nicht in der Position dazu. Leider. Moment, was? Ich fixierte den Eckpfeiler gegenüber, und Konturen funktionierten wieder ganz gut. Wenn ich ihn das nächste Mal in die Finger bekam, konnte er was erleben, ich schwöre bei Gott.
Aber nicht mehr heute. Heute war ich froh, wenn ich es nach Hause schaffte.
Währenddessen sabbelte Wes weiter. „Dachte ich mir. Aedan gibt sich in etwa so sexy wie ein Basset.“ Ich fasste mir schnaufend an die Stirn. „Wes!“, protestierte ich halbherzig – er hatte jetzt ausnahmsweise die Chance, mich so richtig durch den Kakao zu ziehen, und so eine Gelegenheit ließ sich hier niemand entgehen. Deswegen wunderte es mich nicht, dass er Mike dazuholte, als ich Suttons Outfit registrierte und mein ohnehin schon nicht ganz funktionstüchtiges Gehirn ganz ussetzte. Die beiden waren wirklich korrekte Jungs und ich mochte sie sehr gern, aber im Moment wünschte ich mir eine Waffe. Eine geladene, entsicherte Waffe. (Nur weil ich Amerikaner war, hieß das noch lange nicht, dass ich mit einer Waffe umgehen konnte.) „Sutton hat wohl ganz schön Eindruck bei unserem Costello geschindet.“, sagte er, und ich hob lediglich den Blick und sah erst ihn, dann Sutton an, dann wieder ihn bedeutungsschwanger an. Er verstand, und lachte. „Bei wem hat sie das nicht?“, fragte Wes grinsend, und ausnahmsweise war das eine Bemerkung, für die ich halbwegs dankbar war, weil es bedeutete, dass ich nicht der einzige Idiot war, der hinsah. Gut, ich war der einzige Idiot, der deswegen eine verpasst bekommen hatte, aber gucken taten sie alle.
Sie kniff Mike in die Seite, und zum ersten Mal fiel mir auf, dass die beiden sich kennen mussten. Woher? Der Umgang zwischen den beiden war locker und leger, er hatte den Arm um sie gelegt, sie kniff ihm in die Seite, was einen meiner Mundwinkel zucken ließ. Nach unten. Ich war nicht eifersüchtig, wirklich nicht, Neid traf es wohl eher. Aber Sutton hatte mir ziemlich deutlich zu verstehen gegeben, dass das, was wir hatten, nicht wirklich von ihr gewollt wurde.
Mal ganz abgesehen davon, dass wir beide wahrscheinlich keine Ahnung hatten, was das „das“ war. Ich atmete kontrolliert, um den brummenden Schädel in Schach zu halten (während ich auf den Boden starrte, um Sutton nicht die ganze Zeit anzugaffen – konnte der Frau mal bitte jemand einen Bademantel geben? Einen langen?), als Sutton beiläufig Eis erwähnte. „Hast du zufällig welches dabei?“, fragte ich sie trocken und hob amüsiert eine Braue, als sie von meinem „hübschen Gesicht“ sprach. „Eis wird wenig daran ändern, dass mir der komplette Kiefer blau anlaufen wird.“, sagte ich, mit einem scharfen Seitenblick auf Wes, der grinsend die Schultern hob. „Du hast endlich mal deine Deckung sinken lassen. Dir voll eine zu verpassen stand schon immer auf meiner To-Do-Liste.“ Ein bisschen fassungslos sah ich ihn an. „Ich kenne komische Menschen.“, murmelte ich und massierte mir die Schläfen. Wenn man solche Freunde hatte, brauchte man keine Feinde. Und wenn man selbst ein Idiot wie ich war, dann brauchte man auch keine Feinde mehr. Zusätzlich dazu musste ich auch ein ziemliches Dummbrot sein, denn Sutton blieb mir ein Rätsel, vor allem, als sie mir näher kam, und mich fragte, ob es sehr weh täte. Ich holte tief Luft und sah ihr in die Augen. „Ich hab‘ Aspirin in der Tasche.“, brummte ich. „Dann wird es jedenfalls nicht mehr weh tun.“ Auch wenn ich ungefähr siebzehn davon nehmen müsste. „Das kriegt er doppelt zurück.“, schmunzelte ich dann, mit einem Seitenblick auf meinen verflixten Trainingspartner. An meine Rache zu denken beschäftigte mein Gehirn immerhin so weit, dass mir nicht die Fragen herausrutschten, die mir auf der Zunge lagen. Was machst du hier?, Woher kennst du Mike?, und seit sie mir wieder näher gekommen war war Bist du glücklich mit Robbie? mein Favorit. Sowas eben. Was man eben so fragte, wenn man seine Studentin dazu gebracht hatte, ihren Freund zu betrügen. Mit ihrem Dozenten.



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Neyl Online

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20.07.2016 13:17
#48 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten







"Is´ das deine?", fragte Aedans Sparringpartner, der meine Worte wohl missverstanden hatte, oder auch eben nicht. Ich sollte dringend versuchen nicht immer einfach drauf loszuplappern. Mein Dozent übernahm es jedenfalls darauf zu antworten. Sehr entschieden dazu, weshalb mir eine Augenbraue in die Höhe schoss. Wäre das so abwegig? Jedenfalls verhinderte die Anwesenheit der beiden anderen, dass ich mich abermals vergaß und ich schmunzelte zu Wes hinüber, als er Aedan mit einem Basett verglich. Ich fand diese Hunde eigentlich ganz süß...
"Schluss jetzt", protestierte ich nun lachend, als sie nun auch anfingen mich aufzuziehen. Vielleicht wäre ich doch besser zuerst unter die Dusche gestiegen, schließlich wollte ich nicht für noch mehr Unfälle verantwortlich gemacht werden. Ich blickte von Mike zu Aedan, der mich fragte, ob ich zufällig Eis dabei hatte. Offenbar war sein Ego ein wenig angekratzt, denn sein Blick glitt bei seinen nächsten Worten zu dem Verursacher hinüber, der sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen ließ und nur noch breiter grinste. Ich fand den Großgewachsenen jedenfalls auf Anhieb sympatisch.

Bisher war das ja besser gelaufen, als ich vermutet hätte. Doch als Aedan mir nun zum ersten Mal direkt in die Augen blickte, rutschte mir mein Herz in Rekordgeschwindigkeit in die Hose. Verdammte Hormone...Ich lächelte tapfer und rätselte -mal wieder-, was wohl gerade in seinem Kopf vorging. Vielleicht hatte er einfach beschlossen, so zu tun, als wäre nichts passiert. Vielleicht war es ihm auch unangenehm, dass ich hier aufgetaucht war. Ich hoffte bloß, dass ihm aufgegangen war, dass ich nicht seinetwegen hier hergekommen war. Andererseits würde er mich vermutlich wirklich für eine verrückte Stalkerin halten. Und obwohl mir eigentlich egal sein sollte, was er dachte, war es das natürlich nicht. Wie eben nichts egal war, was ihn anging. "Dann sollte ich mich bei dieser Gelegenheit wohl besser nicht im Raum befinden.", bemerkte ich neckisch zurück. Gut, ich war wieder ich selbst. Oder doch eher schlecht? Würde sich noch zeigen. Mike wandte sich wieder an uns und rempelte mich spielerisch an. "Hast du dich erholt, Romeo?", grinste er Aedan zu und ich hielt es für besser das Thema in eine andere Richtung zu lenken. "Wolltest du mich nicht noch herumführen.", grinste ich also, legte ihm die Hand in den Rücken und schob ihn weiter. Nun ja, versuchte es jedenfalls, aber da er sich zum Glück selbst in Bewegung setzte, sah es nicht so aus, als würde eine Ameise versuchen einen Felsbrocken von der Stelle zu bewegen. Ich warf Aeden einen belustigten Blick zu, vielleicht auch ein wenig entschuldigend, ehe ich zu Mike aufholte und wir plaudernd davonschlenderten.

"Ich sollte wieder gehen, bevor ich noch hochkant hinausgeworfen werde.", lachte ich, nachdem wir einige Zeit miteinander verbracht hatten und hauchte ihm einen Kuss zum Abschied auf die Wange. Da wir uns in der Nähe des Ausgangs befanden, wäre es sehr auffällig gewesen, wenn ich mich explizit von Aedan verabschiedet hätte, weshalb ich wieder nach oben ging, den Kurs jedoch sausen ließ und stattdessen unter die Dusche sprang. Natürlich musste ich wieder ununterbrochen an Aedan denken und analysierte jedes seiner Worte, bis ich von mir selbst genervt fluchte und mir verbot weiter darüber nachzudenken. Natürlich nur mit mäßigem Erfolg.

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JaneDoe Offline

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20.07.2016 19:12
#49 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



Seufzend lehnte ich an der Wand des Gebäudes, in welchem sich das Fitness-Studio befand, und wartete auf Kay. Sie hatte wohl bei irgendwas ein Problem, einer Hausarbeit oder Ähnlichem, und außerdem, meinte sie, wolle sie einfach nur mal wieder etwas mit ihrem Bruder unternehmen. Einen entspannten Abend oder so. Was danach klang, als wollte sie etwas von mir. Weil ich meine Schwester sogar ganz gern mochte, auch wenn sie der Teufel sein konnte, hatte ich zugesagt.
Deshalb lehnte ich hier, mit einem CoolPack gegen den Kiefer gedrückt, und wartete. Wie immer ließ Kay auf sich warten, als wäre sie Madonna und nicht irgendeine kleine, unwichtige Studentin. Aber okay, den großen Auftritt hatte sie schon immer geliebt.
Außerdem erinnerte mich der pochende Kiefer und die von dem blauen Päckchen dauerhaft ausstrahlende, fast beißende Kälte daran, dass ich demnächst ziemlich verunstaltet sein würde, und das nur, weil ich nicht in der Lage gewesen war, den Anblick von Sutton zu verarbeiten.
Ohnehin war ich nicht in der Lage, irgendetwas von Sutton zu verarbeiten. Nicht einmal ihr Aussehen, geschweige denn ihre neckischen Bemerkungen, ihre Mimik und Gestik, ganz zu schweigen von ihren Handlungen, die ich überhaupt nicht verstand.
Ich wollte wissen, was sie dachte. Ich wollte wissen, warum sie tat, was sie tat.
Ich wollte alles wissen.
Dementsprechend war es weniger hilfreich – beziehungsweise, das kam auf den Standpunkt an: wenn ich sie haben wollte, war es gut; wenn ich dieses komische Sache abwürgen wollte (weil sie sie scheinbar nicht wollte?), dann war es nicht so gut – dass ausgerechnet sie aus der Tür trat, ein paar Schritte ging, dementsprechend an mir, der neben der Tür lehnte, vorbei, und kurz anhielt. Ihre Haare waren nass, und auch wenn sie zusammengefasst waren, hatte sie keine Mütze auf. „Du hättest deine Haare föhnen sollen. Nachher erkältest du dich noch.“, entfuhr es mir, es war, als hätte ich mit dem Mund gedacht. Mist. Ich konnte Mike und Wes keinen Vorwurf machen – die Klappe zu halten war auch bei mir nicht mehr drin.
Demonstrativ ließ ich die Hand mit dem Kühlakku an meinem Kiefer. Meine innere, kleine, fiese Stimme redete, und flüsterte mir zu, dass sie daran schuld sei, dass sie das ruhig sehen könnte, und vor allem, dass ich eine wirklich gute Idee hatte, wie sie das wieder gut machen konnte.
Das schob ich alles beiseite, wobei ich langsam ein Problem bekam, weil die Ecken, wo ich das hinschob, mittlerweile ziemlich voll waren, mit anderen Dingen, die Sutton betrafen.
Wenn sie wüsste, wie sehr sie mich mittlerweile rein von den Gedanken her in Bedrängnis brachte, würde sie wahrscheinlich direkt Reißaus nehmen. Als wäre ich ein psychopathischer Stalker oder so.
„Dann sollte ich mich bei dieser Gelegenheit wohl besser nicht im Raum befinden.“, hatte sie gesagt, und ich fragte mich, was genau sie gemeint hatte. Dass sie nicht sehen wollte, wie ich jemanden verprügelte? Dass sie nicht sehen wollte, wie Wes verprügelt wollte? Oder gar, dass sie ganz genau wusste, dass sie mich dermaßen aus dem Takt brachte, dass ich es gar nicht zustande bringen würde, Wes eine (oder zwei) zu verpassen?
Was zur Hölle ging in ihr nur vor? Ein Königreich dafür, ihr mal kurz in den Kopf gucken zu können!



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Neyl Online

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20.07.2016 19:51
#50 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten







Es hätte mich eigentlich nicht wundern sollen, dass ich Aedan ein weiteres Mal begegnete. Erstens, weil ich ja gewusst hatte, dass wir uns im selben Gebäude befanden. Zweitens, weil wir scheinbar immer wieder dazu verdammt waren aufeinander zutreffen. Man sollte eigentlich denken, dass es in einer Stadt wie New York nicht schwierig war, sich aus dem Weg zu gehen, doch für uns beide traf das anscheinend nicht zu. „Du hättest deine Haare föhnen sollen. Nachher erkältest du dich noch.“, bemerkte er, als wir auf gleicher Höhe waren und ich lächelte unweigerlich. "Ich bin nicht so empfindlich, wie ich vielleicht aussehe.", erwiderte ich, was vielleicht auf meinen Gesundheitszustand zu traf, zurzeit aber auf alles andere nicht. Ich reagierte empfindsam. Auf seine Gegenwart und alles was dazu gehörte. Auch jetzt schlug mein Herz wieder schneller, wenn auch noch nicht ansatzweise so heftig, wie bei unserem Kuss. Moment, nicht der richtige Zeitpunkt darüber nachzudenken. Nicht, wenn er so vor mir stand, wie er es zurzeit tat. Ablenkend blickte ich auf das Coolpack, welches er sich gegen das Kinn drückte und erneute Schuldgefühle keimten in mir auf, vermischten sich jedoch mit einem verschmitzten Lächeln. Hatte er vor seinen Kumpels etwa einen auf harten Kerl machen wollen? Eis? Was für Schlappschwänze. Mr.Costello-supersexy braucht sowas nicht...ja,ja.
Dummerweise schlichen sich Bilder in meinen Kopf, die alles andere als angebracht waren. Meine Finger begannen zu kribbeln, als würde ich tatsächlich erneut seine Haut unter meinen Fingern spüren. Definitiv unangebracht! Wie alles eigentlich, was ich dachte und tat, wenn Aedan in meiner Nähe war, oder auch nur in meinem Kopf. Was mittlerweile zu einer Art Dauerzustand geworden war und mich vermutlich noch irgendwann in die Klapse bringen würde. Wie lange würde ich mich selbst noch so foltern können, indem ich nicht das tat, was ich eigentlich wollte? Warte kurz...war es wirklich das, was ich wollte? Mein Körper zumindest wusste genau was er wollte. Ich wusste, was er wollte. Änderte nur leider nichts an der Tatsache, dass ich es unmöglich tun konnte.
Mir wurde klar, dass ich ihn schon eine ganze Weile stumm betrachtet hatte, weshalb ich mich schnell zusammen riss, was mir jedoch schwerer fiel, als mir bewusst wurde, dass wir uns alleine befanden. Natürlich nicht wirklich alleine, jedoch außer Reichweite von fremdem Ohren und nach der Aktion am Tag der offenen Tür, wäre es vielleicht angebracht, dieses Thema kurz anzuschneiden. Da ich jedoch keine Ahnung hatte, was ich sagen sollte und am liebsten einfach weitergegangen wäre, als wäre all das nicht passiert, kamen keine Worte diesbezüglich über meine Lippen. "Blaue Flecken wirst du trotzdem bekommen.", wiederholte ich deshalb seine Worte und grinste bedeutungsvoll. "Aber keine Sorge, ich kenne jede Menge Mädels, die liebend gerne deine Krankenschwester spielen würden."
...
...
...
............
Argh! Konnte ich nicht einmal meine dämliche Klappe halten? Soviel dazu, nichts in diese Richtung von mir zu geben. Doch anstatt jetzt einfach still zu sein, verselbstständigte sich mein Mundwerk. "Du weißt wirklich nicht, wie begehrt du bei deinen Studentinnen bist,oder?", fragte ich lächelnd und betrachtete ihn mit einem belustigten Kopfschütteln. Die Anzahl seiner Groupies war um eine Zahl gestiegen, auch wenn ich mich ungern als solche bezeichnete. Aber es gab Tatsachen, die sich nun mal nicht abstreiten ließen.

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JaneDoe Offline

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20.07.2016 20:48
#51 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



So langsam weckten meine körperlichen Reaktionen, die schneller geschahen als ich sie abwürgen konnte, meine Forscher-Neugierde. Vielleicht sollte ich ab jetzt immer mit einem Thermometer im Mund herumlaufen, um direkt zu messen, um wie viele Grade genau sich mein Blut erhitzte, wenn sie auch nur in Sichtweite war.
Es mussten immerhin mindestens zehn sein, jedenfalls hatte ich das Gefühl, meine Venen waren ein glühendes Netz oder so. Was mich nicht davon abhielt, mir darüber Sorgen zu machen, dass sie mit klitschnassen Haaren hier aus dem Fitnessstudio kam, immerhin war es noch nicht ganz so warm, und Em hatte damals sogar eine Erkältung bekommen, wenn sie nur mit nassen Haaren ins Bett gegangen war, sogar im Hochsommer. Mein Immunsystem dagegen war einwandfrei, stark wie ein Bär, zerkloppte alles, was mich krank machen wollte. Das einzige, was durchkam, war Alkohol. Und wenn ich dann mal einen Kater hatte, war ich wehleidig wie die Sau.
Aber darum ging es hier nicht.
Es ging darum, dass Sutton wieder lächelte, sobald sie mich sah, und ich mich fragte, ob das eine fixe Reaktion war. Was ich gut fand. Ich mochte ihr Lächeln, es war schön und sympathisch und zeigte sowohl ein paar Grübchen auf als auch das Bedürfnis bei mir, sie zu küssen. Sie erklärte, nicht so empfindlich zu sein, wie sie aussah, und ich zuckte mit den Achseln, unfähig, zu antworten, weil in meinem Kopf schon wieder eine der Stimmen Randale machte, und Sutton unbedingt überzeugen wollte, dass ich ihr schon zeigen könnte, wie empfindlich sie sein konnte.
Vielleicht entwickelte ich gerade einige multiple Persönlichkeiten?
Ich sollte mich mal dringend auskeksen, was ich wollte, und mich eventuell damit auseinandersetzen, was sie wollte, und was nicht. Zu solchen Dingen, wenn ich auch noch keine Ahnung hatte, worauf ich eigentlich hinauswollte, gehörten schließlich immer zwei.
Ihr Blick ruhte auf meinem CoolPack, das ich mir von der Rezeption ausgeliehen hatte. Das waren sie schön gewohnt, wir Boxer brauchten des Öfteren mal etwas zum Kühlen. Schweigend sahen wir uns an, und ich hatte das dumpfe Gefühl, dass wir beide ganz genau wussten, worüber wir eigentlich reden sollten, aber niemand von uns beiden schnitt das Thema an. In meinem Fall beispielsweise, weil ich selber noch nicht wusste, was ich sagen sollte oder wollte und weil ich nicht mal wusste, was ich mit ihr wollte. Oder von ihr wollte.
Ich blinzelte kurz, als sie meinen Satz wieder aufnahm, dass blaue Flecken so oder so kommen würden, und ich verzog kurz den Mund und drehte das Kühlpack kurz um, sodass die kältere Seite wieder auf der Haut lag. Dann runzelte ich überrascht die Stirn, als sie davon sprach, dass sie eine Menge Mädels kannte, die meine Krankenpflege übernehmen wollten. Sie sah fast schockiert drein – wieso? Ihre Stimmungsschwankungen machten mich noch fertig – und ich klappte kurz den Mund auf und schloss ihn dann wieder. Um ehrlich zu sein hätte ich gern nur eine einzige als Krankenschwester, aber die hatte gerade ein bisschen im Unklaren gelassen, ob das ein Angebot war oder sie sich aus dieser Aussage exkludierte. Und dann redete sie weiter: „Du weißt wirklich nicht, wie begehrt du bei deinen Studentinnen bist, oder?“ Ich stieß mich von der Wand ab und trat einen Schritt auf sie zu, den Kühlakku sinken lassend. Ich machte erst halt, als ich weniger als einen Meter vor ihr stand und ihr in die Augen sah. Ich versuchte, darin irgendetwas zu erkennen – aber das konnte alles oder nichts sein. Wieso musste sie auch unbedingt Schauspielerin sein?
„Nein. Erzähl's mir.“, murmelte ich, und ich denke, mein unkontrollierter Tonfall machte deutlich, dass mich die anderen Mädels einen feuchten Kehricht interessierten. Eigentlich ging es hier um Sutton, und um niemand anderen.
Ich weiß nicht, wie lange es dauerte, eine Minute, vielleicht zwei, als eiliges Geklacker hinter mir ertönte, und Kay neben mir erschien. Ich schnaufte, deutlich frustriert, dass sie ausgerechnet jetzt kam, aber sie sah meinen lädierten Kiefer und ihr entfuhr ein schockiertes „Aedie!“ Ich schloss für einen Moment die Augen. Wie ich Kays Spitznamen hasste...



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Neyl Online

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20.07.2016 22:09
#52 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten







Aedan Costello war für mich ein Rätsel und es schien auch so, als würde das auch noch eine lange Zeit so bleiben. Bestes Beispiel dafür lieferte er hier gerade ab, indem er zielsicher auf mich zukam, kurz vor mir stehen blieb und auf mich hinab sah. Okay, irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er gerade etwas von mir erwartete, ich aber keinen blassen Schimmer hatte, was das sein sollte. Auch so eine Sache, die ich analysieren musste, wenn er nicht in meiner Nähe war...Das verhinderte jedoch, dass ich angemessen reagieren konnte und er mich vermutlich irgendwann für ziemlich beschränkt halten würde. "Sehr begehrt...", antwortete ich also nur mit einem schiefen Grinsen, ehe Aedan geräuschvoll aufschnaufte. Zuerst dachte ich, dass es an meiner ausbleibenden, erwartenden Reaktion lag, doch dann bemerkte ich die junge Frau neben ihm, die ich augenblicklich wiedererkannte. Bei ihrem Ausruf konnte ich mir ein Grinsen nicht unterdrücken und irgendwie passte es mir ganz gut in den Kram, dass sie diese Szene unterbrach. Ein wunderbarer Vorwand um die Kurve zu kratzen. "Und schon ist der Traum vieler Damen dahin.", witzelte ich und spielte damit darauf an, dass seine Angehörige ihn ja nun unter seine Fittiche nehmen konnte. "Ich bin übrigens Sutton.", stellte ich mich ihr nun lächelnd vor, ehe ich mich entschuldigte und das Weite suchte.

Die ganze Woche über hatte ich Aedan nur einmal gesehen. In der Uni, in seinem Kurs, unter anderen Studenten, sicheres Territorium. Nun gut, wenn man nicht gerade halbnackt zusammen in einem verlassenen Raum aufeinander traf. Jedoch hatte ich dafür gesorgt, dass nichts dergleichen passiert war. Ich hatte diese Zeit gebraucht. Und eigentlich brauchte ich sie noch immer. Würde sie vermutlich ewig brauchen. Und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass es mir trotzdem von Tag zu Tag schlechter ging. Ich mich immer wieder dabei ertappte, wie ich in Tagträumen versank und mir wenigstens dort erlaubte meine Sehnsüchte zu erfüllen. Und auch diese quälten mein Gewissen. Es war zum Verrücktwerden! Deshalb war ich auch sofort einverstanden, als Kim mir vorschlug einen gemeinsamen Mädelsabend zu veranstalten. Auch wenn ich genau wusste, wie dieser normalerweise für sie endete. Ich stand also fertig angezogen und zurechtgemacht gegen 21 Uhr an der Straße, wo 5 Minuten später Kim samt Taxi auftauchte und wir gemeinsam in irgendeinen Club fuhren, den meine Freundin für den heutigen Abend ausgesucht hatte. Mich interessierte an diesem Abend nur eins. Ablenkung. Und wie verschaffte man sich die am besten? Genau, mit einer gehörigen Portion Alkohol. Kim war dafür die ideale Partybegleitung, da sie trinken konnte bis zum Umfallen und sich nicht darum scherte, dass ich vielleicht ein wenig über den Durst trank. Und mit ein wenig meinte ich, viel zu viel! Cocktails, Champagner. Da Kim andauernd irgendwelche Kerle an Land zog, litt unser Geldbeutel wenigstens nicht darunter. Frustriert stellte ich jedoch fest, dass auch nach 3 Stunden, jeder Menge Alkohol und Flirtereien, McSexy noch immer nicht aus meinem Schädel verbannt war. Gut, dann hatte ich also eindeutig noch nicht genug getrunken! Wenigstens war der Abend trotz des bisher fehlgeschlagenen Versuches Aedan zu verdrängen, sehr unterhaltsam. Mir entgingen jedoch Kims spitze Bemerkungen nicht und ihr auffallendes Interesse an meiner jetzigen Freizeitbeschäftigung. Eigentlich hätte ich damit rechnen müssen, immerhin hatte sie uns am Tag der offenen Tür zusammen gesehen. Außerdem mochte sie Robbie nicht und versuchte andauernd mich mit irgendwelchen Typen zu verkuppeln. Vermutlich hatte sie sich nun die fixe Idee in den Kopf gesetzt, dass auch Aedan ein geeigneter Kandidat für ihre Verkupplungsversuche war. Dass er unser Dozent war, 5 Jahre älter und vermutlich nur eine Lückenbüßerin brauchte, schien sie dabei gekonnt zu ignorieren.

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JaneDoe Offline

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20.07.2016 23:18
#53 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten




Nach einer eher ereignislosen Woche hatte ich das Gefühl, die Sache mit den multiplen Persönlichkeiten hatte sich verstärkt. Einerseits war ich froh, ein wenig Ruhe gehabt zu haben, andererseits hatte mir das erstens nichts gebracht, weil ich immer noch nicht sicher war, was ich wollte, geschweige denn, was sie wollte, andererseits war ich förmlich rastlos, weil ich sie sehen wollte. Sutton hingegen war mir recht erfolgreich aus dem Weg gegangen. Das gefiel mir auch nicht recht, allerdings hatte ich sie in Ruhe gelassen, weil… na keine Ahnung, weil ich nett war, oder weil ich sie nicht bedrängen wollte, oder weil sie mir damit ja scheinbar irgendetwas sagen wollte. „Nein“ zum Beispiel oder so.
Das waren allerdings Gedanken, die ich ganz gut verdrängen konnte. Im Moment jedenfalls – denn ein alter Freund, ebenfalls aus dem Sandkasten, war in New York, und wir hatten uns auf ein Bier verabredet. Luke war im Moment in Washington DC, überlegte aber, wie er mir gerade erzählte, ebenfalls nach New York City zu gehen. Wir hatten recht viel Kontakt, aber ehrlich gesagt stieg ich bei seinen Frauengeschichten immer nicht mehr ganz durch, einfach, weil es so viele waren. Und er überlegte bei jeder einzelnen, ob er direkt umzog, sein Leben umschmeißen und sie heiraten sollte. Das hielt dann für knapp eine Nacht, danach war sie ihm langweilig. Ich schnaufte. Lucas war schon immer sehr sprunghaft gewesen – zumindest im Geiste. Er war seit Jahren in Washington, und obwohl schon bestimmt hunderte Male überlegt hatte, dort fortzugehen, tat er es nie. Dafür war ihm sein Job beim MPD viel zu lieb, als dass er seine Kollegen verlassen würde. Er zählte zu jenen Klischee-Amerikanern, die ein Helden-Syndrom hatten, und ich befürchtete ständig, dass er sich irgendwann heldenhaft umbringen ließ.
Es war mittlerweile viel zu spät, und wir hatten von meiner Lieblingskneipe, die recht gemütlich war, in so eine In-Kneipe wechseln müssen, einfach nur, weil die die ganze Nacht offen hatte und sogar „Pre-Work-Hour“ anbot, was jetzt der letzte Schrei war – feiern vor der Arbeit. Alkoholfrei (meistens) – und, wie ich fand, völlig idiotisch. Mir war mein Schlaf viel zu heilig, als dass ich tatsächlich morgens eher aufstand als nötig, nur, um zwei Stunden Blödsinn zu machen. Luke hatte das schon ausprobiert. Luke hatte wahrscheinlich alles schon ausprobiert.
Ich lehnte mich an die Wand und sah mich in dem Schuppen um. Das Bier war okay, war ja auch aus Flaschen, aber ansonsten war das hier nicht mein Etablissement. Vielleicht hätten wir uns in meine Bude setzen sollen und da Bier trinken sollen, aber Kneipen-Feeling war so ein Ding bei uns Jungs. Erinnerte an gute alte Zeiten.
Mein Freund drehte den Kopf, und ich hörte ihn leise pfeifen. „Süß.“ Ich seufzte, teilweise amüsiert, teilweise nicht. „Wer?“Er deutete mit dem Kopf in die Richtung, und ich ließ das Bierglas wieder sinken, das ich mir gerade an die Lippen heben wollte. „Welche?“, fragte ich nach, und gab mir nicht mal mehr Mühe, den warnenden Unterton aus meiner Stimme zu verbannen. Luke kannte mich sowieso viel zu gut. „Die Blonde.“, sagte er achselzuckend, und dann lachte er auf. „Junge.“, sagte er lediglich, aber ich wusste, was er meinte. Meine Schultern hatten sich recht offensichtlich wieder entspannt. „Das ist meine Studentin.“, sagte ich halbherzig, eine Art Entschuldigung, sah ihn dabei allerdings nicht an. Das ging einfach nicht. Sutton und Kim torkelten mehr, als dass sie liefen, und gackerten hier und da fröhlich los. Sie waren ziemlich betrunken, die Gesichter gerötet, Sutton unterwegs in einem merkwürdigen Kleid, das schwarz war, glitzernd, und irgendwie durchscheinend – in bestimmtem Licht konnte ich die Umrisse ihres dunklen BHs oder was auch immer sie darunter hatte sehen. „Du weißt, dass das nichts heißt, Mann.“, meinte Luke, und ich runzelte die Stirn. Leider wusste ich das, ja. Aber das musste Luke nicht wissen. Sein Grinsen wurde allerdings nur noch breiter. Oh verdammt, Luke, du kannst mich mal!
„Meine Studentin isses jedenfalls nicht.“, grinste er und erhob sich, um Kim anzuquatschen. Scheiße, das wurde ja immer besser! Jetzt hatte ich hier auch noch so einen nutzlosen Typen angeschleppt, der eine andere meiner Studentinnen angrub? Während Luke Kim anquatschte, beobachtete ich besorgt Sutton, die ein wenig, äh, beschwipster aussah als Kim, und trank weiter mein Bier.



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21.07.2016 00:58
#54 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



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Mein Alkoholspiegel war mittlerweile ein wenig in die Höhe geschossen. Und "ein wenig" bedeutete auch in diesem Fall "sehr". Kichernd schoben Kim und ich uns durch die Menge und es dauerte nicht lange, bis ein weiterer Kerl in unsere Richtung steuerte und Kim in ein Gespräch verwickelte. Sie konnte sich wenigstens noch vernünftig artikulieren. Das konnte man von mir vermutlich nicht mehr behaupten. Nicht, dass ich meine Zunge nicht mehr rund bekam, doch zweifelte ich die Qualität meiner Worte an, was mich dennoch nicht davon abhielt munter loszuplaudern, als mir ein weiterer Kerl einen Drink spendieren wollte. "Uno momento", entgegnete ich dem blonden Möchtegernschönling, hob mein Glas und leerte es in einem Zug. Mein Gegenüber grinste breit, nahm mir das Glas aus der Hand und beugte sich zu mir herüber. "Nicht weglaufen", raunte er mir ins Ohr, ehe er Richtung Theke davoneilte. Trotz meines Zustandes konnte ich noch die Spreu vom Weizen trennen und dieser Assitoaster-braungebrannte-zu viel Gel benutzender-Typ gehörte definitiv zur ersteren Sorte. Schlussendlich spielte das jedoch keine Rolle. Ich kehrte stets brav alleine nach Hause. Bei Kim sah die Sachlage ganz anders aus. Und obwohl ich vermutlich noch nie so betrunken gewesen war, kamen mir solche Gedanken überhaupt nicht. Schneller als erwartet, tauchte der Kerl wieder auf, reichte mir das volle Glas und stellte sich nun als Damien vor. Ehe ich mich versah, bugsierte er mich jedoch auf die Tanzfläche, dabei war ich froh noch geradeaus laufen zu können. Und selbst das schaffte ich nicht mehr. Meine Widerworte verschwanden jedoch hinter dem Drang mich amüsieren zu wollen und da er mich eng zu sich zog, spielte mein vorübergehend fehlendes Gleichgewicht keine allzu große Rolle. Das Drehen in meinem Kopf wurde dadurch jedoch nur verschlimmert, und als jemand mich am Arm packte und zu sich umdrehte, dauerte es einen Moment, ehe ich erkannte, dass Kim zu mir gekommen war und mich breit angrinste. "Sorry Junge, sie wird anderweitig gebraucht.", wendete sie sich an Damien und zog mich augenblicklich von der Tanzfläche herunter. "Ist es schon wieder soweit?", fragte ich, während meine Umgebung als Farbenmeer an mir vorbeirauschte. Ich war dankbar, als sie endlich anhielt und mich noch immer wie ein Honigkuchenpferd angrinste. "Du wirst nie erraten, wessen Freund Luke ist!", kicherte sie aufgeregt. "Vermutlich Justin Biebers, so wie du dich anstellst.", murmelte ich stirnrunzelnd zurück. Ich glaube der letzte Drink wäre nicht unbedingt nötig gewesen...
"Besser!", jauchzte sie, wirbelte mich herum und hielt mich dann an beiden Schultern fest. "Siehst du ihn?", fragte sie und ich begann ernsthaft an ihrem Verstand zu zweifeln. "Nein, was genau soll ich mir ansehen?", fragte ich, doch sie unterbrach mich und drehte mich schnell wieder zu ihr um. Langsam bekam ich wirklich einen Drehwurm. "Nicht so auffällig, er sieht zu uns!" Ich wollte sie gerade darauf aufmerksam machen, dass sie gerade hier die durchgeknallte, auffällige Szene machte, doch da ergriff sie schon meine Hand und zog mich hinter sich her. Abermals verschwamm alles um mich herum und ich drückte ihre Hand fester, weil ich keine Ahnung hatte, wo wir gerade hin liefen. "Hab sie gefunden", frohlockte sie und innerlich stöhnte ich auf. Sie tat es schon wieder! "Lass uns tanzen. Es stört dich doch nicht, kurz ein Auge auf sie zu werfen, oder.", hörte ich Kims verschmitzte Stimme, ehe sie mit ihrem Kerl hinter mir vorbeirauschte und mir dabei einen Stoß versetzte. Gott, sie war wirklich unmöglich! Lachend versuchte ich wieder Halt zu finden. "Tut mir Leid", entschuldigte ich mich augenblicklich bei dem Kerl, in dessen Arme sie mich geschubst hatte. Mein Herz machte einen Sprung und verwirrt hob ich den Kopf. 1 Sekunde, 2 Sekunden, 3 Sekunden. "Aedan!"
Irgendwo tief in mir drin wirbelten tausend Gedanken und Gefühle gleichzeitig auf. Dem Alkohol sei Dank (oder auch nicht), blieben sie dort wo sie waren. Als wäre ich zurzeit nur fähig ein Gefühl zu verspüren, fühlte ich in diesem Moment nichts anderes als...Freude? Ja, so konnte man es wohl nennen. Ein Strahlen trat auf mein Gesicht und jegliche Hemmungen waren wie weggeblasen. "Verfolgst du mich wieder?", säuselte ich eindeutig angeheitert, legte die Arme um seinen Hals um mir Halt zu verschaffen und vergrub mein Gesicht in seine Halsgrube. "Du riechst so gut", murmelte ich in mich hinein. Wäre ich bei klarem Verstand gewesen, hätte ich mich für diese Aktion in Grund und Boden geschämt. So jedoch genoss ich das Gefühl ihm nahe zu sein. Seinen Körper, an meinem zu spüren. Seinen Duft tief in mich einzuatmen und einfach keinen Gedanken an etwas anderes, als an ihn zu verschwenden.

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21.07.2016 14:59
#55 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten

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AEDAN

Heidewitzka, die Mädels hatten ordentlich getankt. Stirnrunzelnd beobachtete ich, wie sie hin und her liefen, sich einen Drink nach dem nächsten ausgeben ließen und Kim sich schlussendlich von Luke angraben ließ. Meine Miene wurde finster – Kim war bei Luke in halbwegs guten Händen, aber dieses Etwas von blondiertem Affe, das gerade Sutton ein Getränk ausgab, hurte sich schon den ganzen Abend durch die ganze Bar. Und eine betrunkene Sutton war definitiv ein leichtes Opfer, schien sie in diesem Stadium ohnehin jedem zu folgen, der sie an der Hand mit sich zog. Sie verschwand mit ihm auf die Tanzfläche, und ich verzog den Mund. Das sah nicht gut aus. Nicht, dass ich ihr zutraute, alles zu nehmen, was ihr über den Weg lief, um Gottes Willen, aber wenn man nicht mehr geradeaus laufen kann, war man ein leichtes Opfer. Um es kurz zu halten: ich machte mir Sorgen.
Ich sah Luke und Kim an meinen Tisch kommen und versuchte, meine Mimik in den Griff zu bekommen. „Hey, Kim.“, grüßte ich meine Studentin, und sie grinste breit. „Aedan!“ Das klang einen Ticken zu erfreut, aber ich wusste nicht ganz, weshalb. „Ich gucke mal kurz nach Sutton.“, flötete sie, bevor sie Luke angrinste. „Bin gleich zurück. Wartest du hier?“ Er nickte, ebenfalls grinsend, und ich hatte das Gefühl, als wüssten beide ganz genau, was hier vor sich ging. Kaum war sie weg, drücke Luke mir meinen Schlüssel in die Hand. „Den brauche ich wohl nicht.“ Ich schob meinem Kumpel das Ding wieder über den Tisch. „Behalt ihn trotzdem. Benutz‘ die Bude, wenn du hier bist.“ Er hob überrascht die Brauen. „Kann ja mal sein, dass dich eine raus schmeißt.“, feixte ich, und er lachte lediglich, bevor er den Schlüssel an seinem Bund befestigte. „Die Mädels sind da.“, sagte er plötzlich, dabei hatte ich sie schon gesehen. „Meine Studentinnen.“, warnte ich ihn erneut , aber er schlug mir auf die Schulter. „Ja ja.“ Scheint so, als wäre ich aufgeflogen. Schweigend beobachteten wir, wie Kim Sutton in unsere Richtung drehte, und kurz darauf wieder zu sich. Sutton schwankte, und Luke lachte. „Beherzte Frau.“ Ja, das war Kim durchaus, das merkte ich spätestens, als sie Sutton in meinen Armen ablud. Ich seufzte und sah auf sie hinab, während sie versuchte, damit klarzukommen, dass sie gestoßen worden war. Nicht ideal, aber besser, sie war bei mir, als bei diesem blondierten, schmierigen Heini. Sie entschuldigte sich bei mir, sah auf, und ich schmunzelte, während ich die Sekunden zählte, die sie brauchte, um mich zu erkennen. Fast vier. Dann begann sie zu strahlen und fragte mich, ob ich sie wieder verfolgte. „Nur fürs Protokoll: wir hatten uns darauf geeinigt, dass du die Stalkerin von uns beiden bist. Ich war vor dir hier.“ Auch wenn sie das Protokoll morgen sowieso vergessen hatte. Um sie zu stützen, schlang ich einen Arm um ihre Taille – bevor sie die ihren förmlich um meinen Hals schmiss. „Sutton-“, begann ich, doch sie vergrub ihr Gesicht an meinem Hals. Ich seufzte und erstarrte für einen Moment, als sie mir gegen die Halsbeuge murmelte, wie gut ich roch. Ich schluckte kurz und tippte ihr gegen die Seite, um ihre Aufmerksamkeit darauf zu lenken, was ich sagte. „Hör zu, wir besorgen dir jetzt ein Wasser und dann bringe ich dich nach Hause.“, sagte ich und zog sie zur Bar – was mehr Arbeit war, als man bei ihrer zierlichen Gestalt denken mochte. Luke und Kim sahen wir ohnehin nicht noch mal wieder. Ich hatte für einen Moment erwogen, sie an einen Tisch zu setzen, hatte aber Blondie bereits einmal mit einem finsteren Blick vertreiben müssen. Der würde sie garantiert aufgabeln, also zog ich sie mit mir und klatschte dem Barkeeper ein paar Scheine für zwei Flaschen Wasser hin. Da war zwar Koffein drin, aber sie musste so oder so lang genug wach bleiben, um mich zu ihrer Wohnung zu lotsen. Entweder hatte der Barkeeper genügend Mitleid mit mir oder aber ich sah furchteinflößend aus, sodass ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht auf meine Getränke warten musste. „Wo wohnst du?“, fragte ich sie und drückte ihr eine der Flaschen in die Hand.



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21.07.2016 16:33
#56 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



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"Nur weil du vor mir irgendwo bist, schließt das Planung nicht aus.", murmelte ich kichernd. Ich und eine Stalkerin? Das hätte er wohl gerne. Nicht, dass ich eine Ahnung hatte, was in diesem viel zu attraktiven Köpfchen vor sich ging und zurzeit interessierte mich ohnehin nicht, ob ich ihm gerade zu nahe auf die Pelle rückte. Denken war ein Luxus, der in meinem jetzigen Zustand nicht mehr im Paket mitinbegriffen war. Stattdessen machte ich es mir lieber in seinen Armen bequem, einfach weil es sich so gut anfühlte. "Ich will aber gar nicht nach Hause.", murmelte ich, noch immer eng an seine Brust geschmiegt. Ich bekam nicht wirklich mit, das wir den Standort gewechselt hatten, zumindest bis ich eine Flasche Wasser in die Hand gedrückt bekam. "Wasser?", entfuhr es mir ungläubig. Ich hob den Kopf um meinen Dozenten zu betrachten, zuckte dann halbherzig mit den Schultern und tat ihm den Gefallen. Ich ließ die Flasche wieder sinken, lehnte meinen Kopf abermals gegen seine Brust und schloss meine Augen. "Ich will nicht nach Hause...", wiederholte ich abermals und schüttelte mit dem Kopf. Warum sollte ich auch? Jetzt, wo ich endlich die Befriedigung verspürte, die ich den ganzen Abend gesucht hatte. Gegen den Drang ankämpfend selig in seinen Armen einzuschlafen, öffnete ich wieder meine Lider und blickte abermals zu ihm auf. Meine Sicht war etwas vernebelt, dennoch fiel mir der dunkelblaue Schimmer auf, der sich von seinem Kinn bis zur Wange hin erstreckte. Vorsichtig strich meine Hand über diese Stelle, ehe ich mich auf die Zehenspitzen stellte und meine Lippen sanft auf seine Haut presste. "Tut mir Leid.", flüsterte ich leise. Wie oft hatte ich mich nun eigentlich schon bei ihm entschuldigt? Egal. "Wenn du willst, lass ich Wes von Mike dafür verprügeln. Oder ich übernehme das.", plapperte ich nicht so ganz bei mir und strich mit meiner Nasenspitze an seinem Gesicht entlang. Sein Bart kratzte, doch das störte mich nicht. Der Drei-Tage-Bart stand ihm. Nicht, dass man ihn noch anziehender machen musste, als er von natura aus war. Und glaubt mir, ich hatte versucht etwas an ihm zu finden, dass in irgendeiner Weise unattraktiv war. Fehlanzeige! Wie um meine Gedanken zu unterstreichen, schmiegte ich mich noch enger an ihn. Unsere Körper harmonisierten perfekt. Kein Wunder, dass meiner so auf seinen reagierte. Ich streckte mich noch ein wenig mehr, damit mein Mund sein Ohr erreichte. "Lass mich nicht wieder alleine.", hauchte ich ihm zu.

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JaneDoe Offline

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21.07.2016 17:50
#57 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten




Hätte ich gewusst, was das mit ihr für eine Qual werden würde, hätte ich sie wahrscheinlich einfach in ein Taxi gesetzt, ihm eine Adresse genannt und sie nach Hause geschickt. Jetzt allerdings hing sie an mir und machte mir das Leben schwer. Auf eine gute Art. Naja, nicht gut, es wäre gut, wenn das nicht gerade – Herrje, wieso war das so kompliziert!
Ich wehrte ihren nicht sehr böse geäußerten Vorwurf ab, und um ihre Antwort zu verstehen, musste ich mich ganz schön anstrengend. Sie lallte ein bisschen, sprach leise und kicherte, und zudem war ich abgelenkt von ihrem Atem an meinem Hals. Sie schmiegte sich näher an mich, und ich ignorierte ihren Protest und auch alles andere, was mir in den Sinn kommen wollte, und zog sie zur Bar, wo ich Wasser holte.
Das fand sie ein bisschen unlustig, aber ich hob nur auffordernd eine Braue. Sie trank sogar ein paar Schlucke, bis sie sich fast erschöpft wieder an meine Brust lehnte. Ich schluckte kurz und erinnerte mich jede einzelne Sekunde daran, dass Sutton knapp siebzehn Promille hatte und sich morgen unfassbar dafür schämen würde, geschweige denn es bereuen. Also: Reiß dich zusammen! Sie wiederholte wieder, dass sie nicht nach Hause wollte, und ich seufzte. „Du gehörst ins Bett, Sutton.“, sagte ich und bugsierte uns irgendwie in eine ruhigere Ecke – wo sie erst meinen Kiefer betrachtete, dann darüber fuhr und schließlich ihre Lippen darauf drückte. Ich presste die Zähne aufeinander, mein Kiefermuskel spannte ich an, in meinem Nacken schauderte es. Verdammte Scheiße. Wenn ich sie nach Hause gebracht hatte und die Tür hinter mir zu war, verlangte ich einen verdammten Heiligenschein! Sie entschuldigte sich erneut, und ich zuckte mit der Schulter, an der sie nicht gerade hing. „Dafür verprügele ich Wes schon selbst, keine Angst.“, brummte ich, und meine Hand strich über ihren Rücken, ein bisschen beruhigend, ganz automatisch. „Das ist nicht die erste, die ich verpasst bekommen habe, also mach dir da keine Gedanken drüber. Und deine Schuld ist es schon gar nicht.“ Sondern die Schuld meiner nicht vorhandenen Fähigkeit, darüber hinwegzusehen, dass Sutton unheimlich anziehend auf mich wirkte. Wieso konnte ich das nicht einfach ignorieren? Bisher hatte ich das auch immer schön ignorieren können. Nur weil man in einer Beziehung ist, ist man ja nicht blind, aber man rennt nicht direkt auf alle zu und bespringt die. Aber sobald Sutton in der Nähe war, hing meine Beherrschung an einem seidenen Faden – vor allem, wenn sie mit ihrer Nase über meinen Kiefer strich.
Es gab diese verrückte Theorie, dass man, wenn man gestresst war, seine Anspannungen entladen soll, indem man in eine Tüte schrie oder so. Das fand ich bisher total blödsinnig, aber Gott im Himmel, es gebe mir jemand eine Box, in die ich brüllen konnte!
In Dauerschleife lief in meinem Kopf ab, dass Sutton sturzbetrunken war, in Dauerschleife, so laut, dass es mittlerweile die Musik übertönte.
Sie ist betrunken!
Sie ist betrunken!
Sie ist betrunken!
Sie ist betrunken, Herrgott noch mal!
„Lass mich nicht wieder alleine.“, seufzte sie mir praktisch ins Ohr, und für einen Moment musste ich jeden Muskel in meinem Körper anspannen und ihn dann wieder entspannen, bevor ich sie ansah. „Wann hab' ich dich denn allein gelassen?“, fragte ich stirnrunzelnd, bevor ich mich weiter in Richtung des Ausganges vorarbeitete, immer darum betend, dass ich sie schnellstmöglich nach Hause schaffen konnte. Ich zückte kurz mein Handy und simste Luke an. Wo seid ihr?
Seine Antwort kam viel zu schnell, sodass mir eigentlich schon klar war, was da stehen würde. Taxe zu Kim. Nimm Sutton mit stand da, und weil da normalerweise ein „bitte“ stehen würde, wusste ich, dass die beiden schon gut miteinander beschäftigt waren. „Sutton, wo wohnst du? Du musst nach Hause. Ich bring dich hin.“ Ich ließ sie also nicht allein. Zumindest für die Zeit des Nachhausewegs nicht. Wäre sie nüchtern, wäre es eine Möglichkeit, sie auch in der Nacht nicht allein zu lassen, aber so? Okay, meine Gedanken erschreckten mich mittlerweile selbst. Ein paar Bier im System machten mich also… dreister? Oder vielleicht nur ehrlicher mit mir selbst? Ach, keine Ahnung. Erst mal musste ich Sutton nach Hause schaffen, und das, ohne sie zu viel anzufassen. Möglichst. Es reichte schon, dass eine Hand an ihrer Seite lag. Und es reichte, dass sie an meiner Brust klebte. Eigentlich reichte es gerade nicht – ich würgte die Diskussion in meinem Kopf ab und sah auf sie herunter. „Also?“



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21.07.2016 17:53
#58 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



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21.07.2016 20:58
#59 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



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"Mhm...", murmelte ich nur, als er meinte ich gehöre ins Bett. Ja, mit ihm. Mit einem mal flammte Erregung in mir auf. Deshalb hörte sich meine Wunschäußerung vermutlich auch um einiges anzüglicher an, als es ursprünglich meine Absicht war. Nicht, dass ich noch irgendeine Absicht hegte. Zurzeit gab es nur das Hier und Jetzt. Nur er und ich. Aedan jedoch schien bei der ganzen Sache nicht so wirklich mitmachen zu wollen. Spielverderber....
„Wann hab' ich dich denn allein gelassen?“, fragte er daraufhin und ich verdrehte nur vorwurfsvoll die Augen. Als ob ich darauf jetzt eine Antwort hätte. Moment...worum ging es nochmal? Irgendwie hatte ich gerade den Faden verloren. Mein heißer Dozent jedoch nicht und beharrlich fragte er mich abermals, wo ich Zuhause war. Ich würde es ihm einfach nicht sagen, dann konnte er mich auch nicht hier wegschaffen! Ja, super Plan!
"Also?", wiederholte ich seine Worte und grinste ihn süß von unten herauf an, ehe ich schmollend meine Unterlippe vorschob. "Ich durchschaue dich!", sagte ich eindringlich und tippte ihm mit dem Zeigefinger gegen die Brust. Meine weiteren Worte gingen jedoch in dem Gedankenmeer verloren, welches zurzeit in meinem Kopf herrschte. Okay, was hatte ich sagen wollen? Ich hatte keinen blassen Schimmer. Vermutlich war die Flasche Wasser zu spät zum Einsatz gekommen. Ich ließ mich noch weiter in seine Arme sinken und genoss die Wärme, die er ausstrahlte. Eindeutig einladend. Auch wenn ich noch immer versuchte gegen die Müdigkeit anzukämpfen, verlor ich schlussendlich den Kampf. Noch konnte ich ja seelenruhig schlafen, immerhin würde das böse Erwachen erst am nächsten Tag folgen.

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21.07.2016 21:56
#60 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



Fassungslos starrte ich auf die rothaarige in meinen Armen hinunter, die sich nicht mehr regte. Sie atmete, und schmuste sich selig an meine Brust, aber nach ein paar letzten, gemurmelten Worten, die ich nicht mal mehr verstanden hatte, war sie knallhart eingepennt. Im Stehen. Mitten in der Bar. Wow, okay.
Okay….
Ähm…
Was fing ich jetzt genau mit ihr an?
Ich seufzte, als mir bewusst wurde, dass ich eigentlich keine andere Wahl hatte, als sie mitzunehmen. Ich wusste nicht, wo sie wohnte, und Kim würde ich ganz sicher nicht mehr erreichen, wenn ich Luke richtig einschätzte.
Außerdem wäre es vielleicht besser, wenn sie die Nacht nicht allein verbrachte. Auch wenn das bedeutete, dass es morgen früh ein ziemliches Drama geben würde. Hoffentlich nicht, aber ich stellte mich sicherheitshalber schon mal darauf ein. Mit einem tiefen Seufzer griff ich unter ihre Kniekehle und hob sie hoch, bevor ich mich durch die Masse schob. Mannomann.
Der Plan war gewesen, ein Taxi zu nehmen, aber wie immer, wenn man eines brauchte, war keines zu sehen. Und mit keins meinte ich gar keines. Nicht mal ein belegtes. Also durfte ich zu Fuß gehen. Allein wäre das kein Problem gewesen, es sind nur ein paar Blocks, aber ich hatte eine schlafende Frau in den Armen – und auch wenn es ein vielfaches einfacher zu tragen gewesen wäre, konnte ich sie mir schlecht über die Schulter werfen. Die würden mich schneller wegsperren als ich erklären konnte, dass sie weder eine Leiche noch ein Vergewaltigungsopfer ist.
Als ich endlich vor dem Haus stand, verfluchte ich zum ersten Mal, im Dachgeschoss zu wohnen, zumal ich vor einem riesigen Problem stand – beide Hände waren belegt. Wie machte ich jetzt die Tür auf?
Als ich sie in meinem Bett ablegte, war ich komplett durchgeschwitzt, mir brannten die Oberarme und ich war erleichtert, endlich Zuhause zu sein. Ich zog ihr die Schuhe aus, stellte sie neben das Bett und deckte sie zu, bevor ich die zweite Decke aus dem Schrank holte und auf mein (nicht ausziehbares!) Sofa warf. Ich schrieb ihr schnell noch einen Zettel, den ich ihr auf den Nachttisch legte („Bad ist die linke Tür.“ - falls sie in der Nacht irgendein Bedürfnis hatte. Oder sich morgens frisch machen wollte. Oder was auch immer.), zog eine Jogginghose und ein abgewetztes Shirt aus dem Schrank hervor und schmiss das ebenfalls auf die Couch, bevor ich kurz ins Bad verschwand.

In eben jenen Klamotten saß ich morgens bei einem Kaffee und las einen kopierten Fachtext. Normalerweise war ich um diese Zeit noch nicht wach, allerdings hatte ich die Nacht kaum geschlafen – viel zu sehr hatte mich beschäftigt, wie Sutton an meiner Brust geklebt hatte. Hieß es nicht, Betrunkene sagten immer die Wahrheit? Andererseits hatte ich Luke gesehen, der eine Menge „nicht-wahrer“ Fehler gemacht hatte. Mal ganz abgesehen vom „Du riechst so gut“ und dem Kuss auf meinem Kiefer.
Daher hatte ich es nach ein paar Stunden nervösem Hin- und Her-Rollens hatte ich es aufgegeben. Die Zeitung hatte ich schon durch, die lag zusammengefaltet am Ende des Tisches, und die Kaffeemaschine war zwar schon einmal durchgelaufen, die Kanne aber fast leer, in Anbetracht der Tatsache, dass ich meine dritte Tasse gerade angefangen hatte. Ich war angespannt wie… wie… also, sehr angespannt jedenfalls, und musste denselben Satz (der auch über eine halbe Seite ging, scheiß Wissenschaftler) ungefähr zum siebten Mal anfangen, als ich drüben im Schlafzimmer Geräusche hörte. Innerlich wappnete ich mich.
Okay, entweder wurde es komisch, dramatisch, oder… anders komisch.



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