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Dieses Thema hat 185 Antworten
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 RPG~Profi
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Neyl Offline

Admin


Beiträge: 36.223

22.07.2016 10:44
#61 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



http://i.imgur.com/HrVAHlu.jpg




Ächzend drehte ich mich am nächsten Morgen auf den Bauch und drückte meinen brummenden Schädel tief in mein Kopfkissen. Nur, dass das nicht mein Kopfkissen war! Wie von der Tarantel gestochen fuhr ich aus dem Bett, welches eindeutig nicht mein eigenes war, und blickte mich panisch um. Wo um alles in der Welt war ich hier? Und was um alles in der Welt tat ich hier? Ich zwang mich einen Moment zur Ruhe. Ich war bekleidet! Gutes Zeichen...Hoffte ich. Schnell durchkramte ich meinen Kopf nach Erinnerungen, die mir eine Antwort darauf geben konnten, wie in drei Teufels Namen ich hier gelandet war. Allerdings schien sich in meinem Kopf ein Riegel vor gerade diese wichtigen (!!!) Informationen geschoben zu haben. Ganz toll...Wirklich wunderbar...
Ich merkte gar nicht, dass ich wie ein aufgescheuchtes Huhn durch das Zimmer lief und mir feste gegen die Schläfen drückte, als würde das helfen die Antworten aus meinem Kopf zu lösen. Dann plötzlich erstarrte ich. Ein Teil des Puzzles erbarmte sich und ich wünschte augenblicklich, es wäre dort geblieben, wo der Pfeffer wächst. Oh Gott, Aedan. Nicht schon wieder! Kim hatte mich gegen ihn geschubst! Und ich...ich...Ich musste definitiv die Stadt verlassen!
"Verdammter...", entfuhr es mir und ich raufte mir die Haare. Ich hatte mich wirklich an seinen Hals geworfen, wie eine Klette! Entgeistert starrte ich an die gegenüberliegende Wand, mit leicht geöffnetem Mund und dem Wunsch mich in Luft aufzulösen.
Ewig hier stehen zu bleiben würde mich jedoch auch nicht aus dieser Lage befreien, also beschloss ich, mich zusammen zu reißen und herauszufinden, was wirklich passiert war. Zum Ausrasten würde dann immer noch genügend Zeit bleiben.
Die Handschrift auf dem Zettel, den ich auf dem Nachttisch gefunden hatte, kam mir nur allzu bekannt vor, was mir einen weiteren Stein in den Magen gelegt hatte. Geworfen! Mit vollem Karacho!
Ich stand vor dem Spiegel im Badezimmer, versuchte mich irgendwie weniger verkatert aussehen zu lassen und redete mir selbst alle möglichen Szenarien ein, wie das ganze doch noch gut für mich enden konnte. Vielleicht hatte Aedan einfach Reißaus genommen, ehe ich noch mehr Schaden angerichtet hatte. Vielleicht hatte mich irgendein Kumpel von Kim aufgegriffen, mich ins Bett verfrachtet, einfach, damit ich meinen Rausch ausschlafen konnte. Bitte Herr, lass es so gewesen sein!
Tief einatmend, schob ich nach langem Zögern die Tür auf, irgendwie hoffend, dass der Raum dahinter verlassen war. Warum war ich eigentlich nach all dem Mist, der mir immer passierte, überhaupt noch so optimistisch?
"Guten Morgen..", lächelte ich verlegen und strich mir die Haare zurück, während Aedan mir entgegenblickte. Diesmal würde ich mich nicht so einfach aus dem Staub machen können. Obwohl...Mein Blick huschte Richtung Wohnungstür. Wenn ich schnell genug rennen würde...
Unsicher trat ich etwas näher, vor Scham am liebsten im Boden versinkend, vor Nervosität kurz vorm Kollabieren und nach außen hin. Nun ja, so cool es irgendwie möglich war. "Bevor du irgendetwas sagst...ich habe keinen blassen Schimmer, was gestern passiert ist.", sagte ich schnell, korrigierte mich dann aber. "Zumindest fast. Ich bin sehr anhänglich, wenn ich was getrunken habe.", entschuldigte ich mich und weitere Bilder tauchten in meinem Kopf auf, was dazu führte, dass mir unglaublich heiß wurde. Was hatte ich bloß noch alles getan? Und die noch dringendere Frage war, was hatte er getan? Was hatten wir getan? Ich musste mich hinsetzen. Ihm gegenüber sitzend, vergrub ich meine pochende Stirn in meinen Händen und konnte noch immer nicht glauben, was hier gerade passierte. Mir lagen unendlich viele Worte auf der Seele. Entschuldigungen, Erklärungen, Fragen. Doch wie ich auch alles wendete und drehte, so oder so hatte ich gewaltigen Bockmist verursacht. Langsam ließ ich meine Hände sinken und hob den Kopf etwas um ihn anzusehen. "Also, da meine Erinnerungen erhebliche Lücken aufweisen, auf einer Skala von 1-10, wie tief hab ich uns in die Scheiße geritten?"

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JaneDoe Online

Dicke, untervögelte Teilzeit-Brockhaus-Chiller-Robbe


Beiträge: 131

22.07.2016 13:11
#62 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten

AEDAN

Ich holte kurz Luft, als Sutton die Tür aufschob und lächelte sie an, als sie wie ein Nervenbündel zu mir trat. Da ja im Prinzip nichts passiert war, konnte ich sie hoffentlich ein bisschen beruhigen. „Morgen.“ Mir lag die Frage auf der Zunge, an wie viel sie sich erinnerte, aber das nahm sie mir vorweg – praktisch nichts. Bis auf die Tatsache, dass sie anhänglich wurde, wenn sie einen im Tee hatte. „Sehr anhänglich“ war immer noch eine glatte Untertreibung. Dennoch, das hatte mich eigentlich weniger gestört. Es hatte mir sogar besser gefallen, als es hätte tun sollen. Und es war verdammt schwer gewesen, meine Finger bei mir zu behalten. „Das hab ich mitbekommen.“, sagte ich trocken und schmunzelte, bevor ich – sogar im Sitzen, meine Küche ist klein – eine Tasse nahm und den Rest Kaffee hineingoss und ihr zuschob. Sie hatte sich mir gegenüber gesetzt und den Kopf in ihren Händen vergraben, als müsste sie Mut finden, mich anzusehen. Was ich verstehen konnte, was mir aber nicht sonderlich gefiel, auch wenn ich nicht sagen konnte, weshalb. Irgendein intuitiver Kram. Sieh mich an. „Brauchst du Milch oder Zucker?“, fragte ich sie, selbst eher erleichtert, dass sie sich wenigstens scheinbar erinnern konnte, bei wem sie gelandet war und nicht kreischend im Schlafzimmer gestanden hatte. Und ich war erleichtert, dass sich meine eigene Verfassung wenigstens stabilisiert hatte. Damit das so blieb sollte ich allerdings die Erinnerung an gestern Abend beiseite schieben. Sie hob den Kopf, und mir fiel auf, dass sie von Nahem nicht halb so fit aussah – was in mir den Drang weckte, sie noch mal ins Bett zu schicken. Sie begann zu reden, und meine Mundwinkel zuckten. Wie sehr sie uns in die Scheiße geritten hatte? Süß. „Eine lockere 1“, sagte ich und zuckte mit den Achseln. „Kim schien ja ohnehin“, ich suchte nach dem richtigen Wort, gab jedoch nach einem Moment auf, „irgendwas zu wissen.“ Was auch immer es da zu wissen gab, da war ich mir immerhin selbst nicht sicher. Ich schob meinen Text beiseite und stellte die Kaffeetasse ab. Dann lehnte ich mich zurück und sah sie schmunzelnd an. „Keine Angst, nach: ‚Du riechst gut‘, ‚Ich will nicht nach Hause‘ und ‚Lass mich nicht allein‘ bist du eingeschlafen.“ Ein kleines bisschen wollte ich sie vielleicht doch triezen - nur ein bisschen, ein klein wenig, daher ließ ich die Liebkosungen meines Kiefers und meines Halses und meiner Brust und deren Auswirkungen.... jedenfalls, das ließ ich alles weg. Immerhin hatte sie gestern doch bewiesen, dass irgendeine Art von Interesse doch vorhanden war. Und aus meinem machte ich seit dem Tag der offenen Tür an der Juilliard kein Geheimnis mehr. Zumindest, solang wir allein waren. Und das waren wir. In meiner Wohnung.
Denk an rosa Schafe, Costello! Ich war nicht mal im Bad gewesen, um mir noch ein Bild von Sutton, in mein Bett gewühlt, zu ersparen. Das wäre eines zu viel gewesen, nachdem ich das schon hatte, als ich sie nachts ins Bett gesteckt hatte. Sei nett, Costello. Nicht das Arschloch, das sie schon einmal überfallen hat. „Was willst du frühstücken?“ Das war ein guter Anfang. Sie sollte definitiv etwas essen, damit ihr Körper den restlichen Alkohol abbauen konnte. Es würde mich nicht wundern, wenn sie sogar noch betrunken war. Außerdem, fiel mir ein, hatte ich noch eine Dose Aspirin. Stirnrunzelnd lehnte ich mich zu einer Schublade und zog sie hervor, hielt sie ihr entgegen. „Brauchst du welche gegen den Schädel?“ Em hatte sich in wilden Phasen praktisch nur von Aspririn ernährt. Kopfschmerzen hatte ich recht selten – bis auf meinen aktuell brummenden Schädel wegen Wes‘ Schlag – was mich lachen ließ. „Oh, und du hast mir angeboten, dich mit Wes anzulegen und meinen Kiefer zu rächen“, grinste ich sie an. Und auch wenn der Anblick von Sutton in ihrer knappen Sportkleidung mit Boxhandschuhen scharf war, wollte ich sie doch nie in einem Ring sehen.



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Neyl Offline

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22.07.2016 14:57
#63 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



http://i.imgur.com/HrVAHlu.jpg




"Das habe ich mitbekommen."
Konnte mir bitte irgendjemand den Gnadenschuss verpassen? Doch in dieser Hinsicht war auf meinen Guru einfach keinen Verlass. Ich schüttelte meinen Kopf als Antwort auf seine Frage, griff nach dem Becher, den er mir hin geschoben hatte und bedankte mich, seinem Blick noch immer ausweichend. Irgendwo in meinem Hinterkopf wurde mir bewusst, wie abstrus diese Szene hier eigentlich war. Ein kleiner Kaffeeklatsch, nachdem man im Bett seines Dozenten aufgewacht war? Vielleicht sollte ich mich mal auf Schizophrenie testen lassen...
Als ich mich zwang aufzusehen und der bitteren Wahrheit ins Gesicht zu blicken, zuckten Aedans Mundwinkel, was meine letzten Hoffnungen zunichte machte. Schön, dass wenigstens er seinen Spaß hatte. Warte mal...warum war er eigentlich so dermaßen entspannt? Immerhin war es ja nicht so, als würde hier nicht seine Karriere auf dem Spiel stehen. Schien Mr.Costello aber zurzeit anscheinend zu verdrängen. Ungläubig hob ich die Augenbraue. Über eine "lockere 1" waren wir schon lange, lange vorher drüber gewesen. Ich biss mir auf die Unterlippe, als ich an unseren Kuss dachte und versuchte angestrengt weiterhin so zu tun, als würde mich sein Anblick kalt lassen. Sein leicht zersaustes Haar, die Muskeln, die sich unter seinem Shirt abzeichneten, all sowas eben...
"Ich habe niemandem etwas gesagt.", sagte ich schnell, auch wenn sein Tonfall nicht vorwurfsvoll war. Dennoch war es mir in diesem Moment wichtig, dass er sich keine Sorgen darum machen musste, dass ich irgendjemandem von "Irgendwas" erzählte. Und scheinbar hatte er das auch nicht gedacht, jedenfalls lehnte er sich in seinem Stuhl zurück und schmunzelte auf diese besondere Weise, die mein Herz zum höher Schlagen brachte. Einen Moment später jedoch klappte mir die Kinnlade herunter, ehe ich meinen Kopf in meine Arme sinken ließ. "Warum konnte ich nicht in einem Jahrhundert auf die Welt kommen, als es noch Anstandsdamen gab?", stöhnte ich auf, während das Hämmern in meinem Kopf sich noch einmal deutlich verstärkte und ich nur abwinkend eine Hand hob, als er mir Frühstück anbot. Eine neue Identität wäre mir persönlich lieber gewesen. Oder Emmett Brown, der mich in seinem DeLorean abholte.
Als ich etwas rascheln hörte, hob ich meinen Kopf wieder, nickte und schluckte gleich zwei Tabletten hinunter. Warum konnten das keine Roofies sein, die mich bewusstlos machen würden, so dass Aedan mich an irgendeiner Ecke einfach rausschmeißen konnte? Ich lächelte matt, als er mir von meiner grandiosen Idee berichtete. "Das Angebot steht."
Ich griff wieder nach der Kaffeetasse und stürzte den Rest schwarzen Gebräus herunter. "Ich bringe Kim um...", murmelte ich und fuhr mir mit beiden Händen übers Gesicht um meine Lebensgeister zu wecken, ehe ich mich wieder traute Aedan anzusehen. Unschlüssig betrachtete ich ihn und versuchte zu ergründen, was genau zurzeit in seinem Kopf vorging. Doch eigentlich war ich ganz froh, dass wir noch immer ein Tänzchen aufführten, nur um nicht über das eigentliche Thema sprechen zu müssen. Dennoch lag eine gewisse Anspannung in der Luft. Ein drohendes Gewitter. Ich spürte, wie meine Nervosität wieder wuchs, je länger ich ihm in die Augen blickte. "Danke übrigens, dass du mich vor einem Schweigen-der-Lämmer-Schicksal bewahrt hast.", grinste ich leicht, meinte es aber dennoch ernst. Auch wenn es mir natürlich lieber gewesen wäre, wenn das nicht nötig gewesen wäre, konnte ich mich doch wage an diesen blondierten Affen erinnern, dem ich in die Hände gelaufen war. Ein Schaudern durchlief mich und ich schob diese Vorstellung schnell beiseite. Wenn ich schon einen Fehler begann, dann bitte mit Aedan.
Erschrocken lehnte ich mich in den Stuhl zurück und blickte dann ablenkend aus dem Fenster. Warum saß ich hier eigentlich immer noch? Ich sollte mir meine Tasche krallen und schleunigst verschwinden. Sollte...Doch ich saß noch immer hier. Und wenn ich ehrlich zu mir selbst war, dann wusste ich auch warum. Weil ein kleiner Teil von mir hier sein wollte...

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JaneDoe Online

Dicke, untervögelte Teilzeit-Brockhaus-Chiller-Robbe


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22.07.2016 16:50
#64 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



Amüsiert beobachtete ich jede beschämte Bewegung und jedes peinlich berührte Verziehen des Gesichtes. Das war definitiv eine Beschäftigung, die am Frühstückstisch viel besser war als Fachtexte zu lesen. Zwar stand hier meine Karriere auf dem Spiel, aber es war immerhin sowieso schon Hopfen und Malz verloren. Das einzige, was ich tun konnte, war möglichst genüsslich untergehen. Und das hatte ich vor. Ich wartete nur darauf, dass Sutton das realisierte.
Sie fragte, wo sie sich auf einer Skala befand, inwiefern sie uns in die Scheiße geritten hatte. Immerhin – es gab schon ein „wir“, das Probleme kriegen könnte. Meine lockere Eins war zu ihrer Beruhigung gedacht, und immerhin hatten wir wirklich nichts verschlimmert, außer Kim war ja niemand von der Uni da gewesen, aber irgendwie war sie skeptisch – und als sie sich auf die Unterlippe biss, ahnte ich, woran sie dachte. Und im Gegensatz zu ihr versuchte ich nicht einmal zu verbergen, dass ich ebenfalls daran dachte – und das ich das auch gern wiederholen würde. Möglichst bald. Und möglichst oft mit möglichst viel.
Möglichst jetzt. Nein, halt, sie war verkatert und ihr Zustand war wenig besser als gestern Abend. Hör' auf, das auszunutzen!
Fast hastig versicherte sie, niemandem etwas gesagt zu haben, und ich schüttelte den Kopf. „Das hatte ich auch nicht gedacht“, erwiderte ich, und tatsächlich war sie so schockiert aus dem Raum gestürzt, dass ich nicht angenommen hatte, dass sie jemandem etwas gesagt hatte. Zumal sie auch einfach zu nett war, um mich ans Messer zu liefern. Ich erzählte ihr von ihren Äußerungen, und nur davon, um sie zu triezen, um ihre Reaktion zu sehen. Ihr Kopf sank wieder nach vorn, und sie stieß den Wunsch nach Anstandsdamen aus. „Das wäre doch verflucht schade.“, feixte ich mit einem Grinsen – allerdings meinte ich den Inhalt genau so , wie ich es sage. Es wäre verflucht schade, wenn ich nicht das hätte erleben dürfen, was geschehen war. Ihr Gesicht variierte in verschiedenen Rotfärbungen, die mal mehr, mal weniger aufflammten, je nachdem, wie sehr ich sie hochnahm.
Ihr Lächeln war fast niedergeschlagen, als sie sagte, dass das Angebot, Wes eine reinzuhauen, noch stünde. „Ich hab's dir zwar gestern schon gesagt, aber das mache ich lieber selbst.“ Ich legte meine Hand auf ihre und tippte mit dem Zeigefinger auf ihre Fingerknöchel. „Du brichst dir bei dem Versuch nur irgendwas.“ Sie musste sich ganz sicher nicht für ihn prügeln. Sie sollte sich generell nie prügeln. Ich nahm meine Hand von ihrer, als ich mich gerade so davon abhalten konnte, unsere Finger zu verschränken und stellte die Aspirin-Dose weg, während sie davon sprach, Kim umzubringen. Ich verkniff mir ein „Ich schick' ihr 'ne Dankeskarte“, sondern grinste nur schief. An ihrer Stelle wäre ich auch ein bisschen pikiert. Aber an sich war sie ja an ihrem Zustand selbst Schuld – wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätte ich gedacht, das war astreines Frustsaufen. Sie sah mir (endlich) wieder in die Augen, und in meinem Kopf wurde es leer. Ganz ruhig, ich sah sie einfach nur an. Bis mit Wucht der Wunsch aufkam, über den Tisch zu langen und sie an mich zu ziehen. Ich entwickelte gerade ein Faible für meinen Küchentisch. Aber wobei, was Sutton anging entwickelte ich ein Faible für jeden Ort.
Ich runzelte die Stirn, als sie sich bedankte. „Natürlich.“, sagte ich lediglich, während ich aufstand und hinter sie trat. Ich legte die Hände auf ihre Schultern und begann, vom Nacken aufwärts bis zu ihrem Haaransatz zu massieren. Das hatte Kay früher bei mir gemacht, wenn ich Kopfschmerzen hatte, und es hatte gut geholfen, weshalb ich das einfach bei ihr machte. Mal ganz abgesehen davon, dass ich so mein Bedürfnis stillte, sie anzufassen. „Komm schon, du musst was essen. Sonst bist du heute Abend noch nicht wieder fit.“, murmelte ich und stricht mit den Daumen einmal von ganz unten bis nach ganz oben durch. Leider wurden damit ganz andere Dinge geweckt, die ich eigentlich diesen Morgen ganz gut weggepackt hatte. Mist.



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Neyl Offline

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22.07.2016 21:14
#65 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



http://i.imgur.com/HrVAHlu.jpg




Memo an mich selbst. Nie wieder Alkohol! Verdammt, was hatte ich denn noch alles für dämliches Zeug gelabert? Oder noch schlimmer, was hatte ich alles für wahres Zeug erzählt? Und noch immer erbarmte sich niemand mich von meinem Leiden zu erlösen. Im Gegenteil, Aedan schien daran Gefallen zu finden mich nur weiter zu necken. Wäre ich nicht vor Scham am liebsten im Erdboden versunken, hätte ich mich wohl auf dieses Spiel eingelassen und dabei hätte er den Kürzeren gezogen! So aber, saß ich hier geschlagen und zuckte leicht zusammen, als seine Hand meine berührte. Einfach, weil ich nicht mit einer Berührung gerechnet hatte. Nicht von ihm, nicht so...vertraut? Verwirrung machte sich in mir breit und ich sah ihn nun intensiver an, um jede kleinste Regung in seinem Gesicht zu analysieren. (Weil das auch so viel brachte...) Als mein Gegenüber sich erhob, richtete ich mich etwas auf und verfolgte seinen Gang mit großen Augen. Mein Herz versetzte mir einen leichten Schlag, doch er ging an mir vorbei und ich entspannte mich wieder. Bis ich eine Sekunde später seine Hände in meinem Nacken spürte und alle Muskeln in meinem Körper sich augenblicklich verkrampften.
Irgendetwas hatte ich doch verpasst, oder? Mir liefen kleine Schauer über den Rücken und ich musste mir auf die Lippen beißen um irgendwelche Laute zu unterdrücken, die mir über die Lippen kommen wollten. Und endlich ging auch mir ein Licht auf. Aedan wollte gar nicht so tun, als sei nichts zwischen uns. Als würde es nicht diese Anziehung geben, als hätte es den Kuss nie gegeben, oder als hätte ich mich ihm gestern Abend nicht an den Hals geworfen. Nein, offenbar...Ich wagte es kaum diesen Gedanken zu beenden. Seltsamerweise schaltete mein Gehirn nicht sofort wieder auf Nullbetrieb, allerdings war ich mir nicht so ganz sicher, ob das nicht besser gewesen wäre. Denn jetzt war ich völlig überfordert. Zum ersten Mal an diesem Tag dachte ich bewusst an Robbie. Wie sehr es ihn verletzen würde, wenn er wüsste, was ich hier tat. Oder mit mir tun ließ. Wie auch immer. Es machte keinen Unterschied. Ich ließ es zu. Und warum? Weil es sich fantastisch anfühlte. Gott, wann hatte ich mich so verändert? Doch diese Frage war leicht zu beantworten. Am Brunnen, als ich zum ersten Mal von Aedan berührt worden war. Damals hatte irgendetwas in meinem Kopf klick gemacht. Und dieses "klick" wurde gerade von Sekunde zu Sekunde stärker.
„Komm schon, du musst was essen. Sonst bist du heute Abend noch nicht wieder fit.“, bat Aedan mich und riss mich damit aus meinen Gedanken. Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach, hatte ich als Sprichwort immer verabscheut. Doch nun verstand ich zum ersten Mal, wie stark ein Verlangen wirklich sein konnte. "Du hast Recht.", sagte ich fast heiser, ehe ich mich leise räusperte, damit ich mich nicht länger anhörte, als hätte ich einen Frosch im Hals. Ich erhob mich, drehte mich zu ihm um und sah zu ihm auf. Vermutlich nicht die beste Idee, denn abermals überkam mich der Drang ihm nahe sein zu wollen. Sehr nahe...
"Du siehst auch nicht besonders fit aus.", merkte ich nun an und verschränkte meine Finger hinter dem Rücken. Schön weit weg, wo sie keinen Schaden anrichten konnten. "Was willst du Aedan?", hätte ich gerne gefragt, doch hatte ich Angst vor dieser Antwort. Angst davor selbst Antworten geben zu müssen. Nicht nur, weil ich gerade keine hatte, auch weil es wohl dazu führen würde, dass all das hier auf einen Schlag beendet wurde.

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JaneDoe Online

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22.07.2016 22:33
#66 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



Meine Fingerspitzen kribbelten, und diese Sensation strahlte in meine komplette Hand. Und die wollte unbedingt auf Wanderschaft gehen. Nur mit Mühe unterdrückte ich das Bedürfnis, meinen Kopf zu neigen und ihre Halsbeuge zu küssen – vielleicht hätte ich letzte Nacht die Gelegenheit nutzen sollen, als ich sie hatte – Moment, was? Nein!
Ihr kompletter Körper hatte sich verspannt, als meine Hände ihre Haut berührt hatten, aber ich nahm das als Überraschung – zumal die folgende Entspannung und ihr stockender Atem deutlich zeigten, dass sie das genoss. Gut. Er massierte noch ein wenig weiter – tatsächlich machte er das unheimlich gern – und bat sie, doch noch etwas zu essen. Vielleicht meinte ich genau das, was ich sagte: Iss was. Sonst bist du nicht fit. Woraus man mehr oder minder die Konsequenz ziehen konnte, dass ich mir Sorgen um sie machte, die andere Sache, die ich damit ausdrücken wollte… Geh noch nicht. Denn theoretisch könnte ich sie in ein Taxi nach Hause setzen und sie könnte dort frühstücken. Aber das wollte er nicht. Er hatte sie nun hier, auch wenn er noch nicht genau wusste, was er damit anfangen sollte. Außer dem offensichtlichen.
Sie erhob sich und drehte sich um, was mich den Kiefer anspannen ließ. Sie verschränkte die Arme hinter dem Rücken, und es wirkte zwar nicht wie eine abwehrende Geste, dafür stand sie mir viel zu nah, aber eine Einladung war es auch nicht. Gott, Sutton war um einiges einfacher zu verstehen, wenn sie betrunken war.
Sie sah mir ein Weilchen ins Gesicht, bevor sie bemerkte, dass auch ich nicht sonderlich fit aussah. Leise lachend strich ich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und zupfte sacht daran. „Naja, da hat jemand mein Bett blockiert.“ Ich deutete auf mein winziges Sofa, auf welchem ich mich nicht einmal langmachen konnte. Diese Nacht war hart gewesen, und mit hart meinte ich nicht nur das Sofa, oder dass sie schwer zu ertragen war. Ich stand selten mitten in der Nacht auf, um am Fenster eine zu rauchen, und das ganz ohne Texte, die verfasst oder korrigiert werden musste, sondern einfach nur, weil mich gewisse Wünsche und Vorstellungen nicht zur Ruhe kommen ließen. „Und ich glaube, dieser Jemand hätte sich heute morgen ziemlich erschrocken, wenn ich mich dazugelegt hätte.“ Ich hörte auf zu feixen, ließ ihre Haarsträhne los. „Schlafen war nicht drin“, sagte ich lediglich, und wich dann zurück zu meiner Küchenzeile. „Also, nochmal: Was willst du frühstücken?“ Da ich Doktorand und kein Student mehr war, war es um meinen Kühlschrank durchaus besser bestellt. Zumal sich mittlerweile mehr Essen und weniger Alkohol darin befand. Und kochen konnte ich sogar auch – Em war immer viel zu ungeduldig gewesen und hätte sich am liebsten dauerhaft vom Chinesen um die Ecke ernährt, also hatte ich es ja machen müssen. Nicht, dass der Chinese um die Ecke nicht lecker war, aber irgendwann hing es einem doch zum Halse heraus. Mit ein paar Handgriffen, die ich mittlerweile im Schlaf beherrschte (weil so oft getan und so notwendig) holte ich Kaffee und Filtertüte aus dem Schrank, schmiss die alte weg und ließ eine frische Kanne Kaffee durchlaufen. Eventuell brauchte ich viel Koffein, ja, und eventuell bekam ich mittlerweile schon Migräne, wenn ich zu wenig davon bekam, ja, und eventuell war ich mir bewusst, dass das Entzugserscheinungen waren und ziemlich deutlich für eine Sucht sprachen und ja, das war nicht ganz so cool, wie sich das alle immer vorstellten. Aber da ich sonst keine Laster hatte und Koffein eine relativ vertretbare Sucht war, hatte ich bisher noch nichts dagegen getan. Wieso auch?
Ich funktionierte gerade auf Autopilot. Jeder Handgriff, den ich tat, machte mein Körper von allein, während ich um Fassung rang und versuchte, nicht durchblicken zu lassen, dass in mir die Vorstellung tobte, wie ich mich gestern zu ihr und sie an mich gezogen hätte. Idiot. Wieso muss ich sowas auch aussprechen? Geschweige denn denken?



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Neyl Offline

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23.07.2016 00:30
#67 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



http://i.imgur.com/HrVAHlu.jpg




Oh...Stimmt, da war ja was. Betreten blickte ich ihn an, musste jedoch lächeln und mir eingestehen, dass sein Lachen sehr angenehm war. Ansteckend und irgendwie...niedlich. Mist...
Ich hielt den Atem an, als er mit einer meiner Haarsträhnen spielte. Manchmal kam mir der Verdacht, dass er genau wusste, wie er mich um den Finger wickeln konnte. Und ja, dafür hatte er eindeutig Talent. Meine Finger glitten langsam auseinander, doch ehe sie ihren Weg zu ihm finden konnten, zog er sich zurück. Erschrocken? Vermutlich hätte ich einen Herzstillstand erlitten. Mindestens! Wiedereinmal fingen meine Wangen an zu glühen, doch da er mir den Rücken zuwendete und anfing neuen Kaffee aufzusetzen, blieb mir eine weitere Blamage erspart. "Mir ist alles recht...", erwiderte ich und betrachtete ihn nachdenklich. Er wirkte plötzlich abweisend. Oder gekränkt? Irritiert ging ich in meinem Kopf die letzten paar Minuten durch, um herauszufinden, ob ich etwas falsches getan, oder gesagt hatte. Eigentlich hätte mir das nichts ausmachen sollen.Eigentlich...In der Wirklichkeit jedoch, fühlte ich mich gerade, als hätte mir jemand in den Bauch geboxt. Hinzukam, dass diese Situation immer abstruser wurde. Aedan Costello stand in seiner Küche und machte mir Frühstück! So ganz erschloss sich mir nicht, was hier gerade passierte. Geschweige denn, was er hier eigentlich vorhatte. Falls er was vorhatte, was ja nicht gesagt war...Mein Kopf begann wieder schmerzhaft zu pochen und ich massierte mir kurz mit geschlossenen Augen die Schläfe. Abermals musste ich Fragen beiseite schieben, weil etwas mich daran hinderte klar denken zu können. Ich würde wohl nie dazu kommen alles noch einmal hervorzukramen und Antworten darauf finden. "Kann ich dir irgendwie helfen?", fragte ich, als der Schmerz langsam nachließ und mir die Stille unheimlich wurde. Ich trat näher zu ihm, lehnte mich an die Küchenzeile und suchte seinen Blick. "Alles in Ordnung?", fragte ich ihn, durchaus bewusst, wie selten dämlich diese Frage war. Allerdings missfiel mir, was auch immer ihn störte. "Du weißt, dass du mich einfach rauswerfen kannst?", grinste ich zu ihm auf, in der Hoffnung ihn wieder lächeln zu sehen.

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23.07.2016 01:25
#68 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten

AEDAN

„Mir ist nicht mehr zu helfen.“, sagte ich, heiserer als erwartet. Reiß dich endlich zusammen! Kontrolliert atmete ich ganz langsam ein, dann langsam wieder aus. Erstens war „Mach einfach irgendwas“ keine direkte Angabe, sodass ich mir jetzt auch noch Gedanken darüber machen musste, was ich ihr auftischte, andererseits lehnte sie sich auch noch an die Arbeitsplatte, versuchte Augenkontakt herzustellen, ausgerechnet, wenn ich versuchte, mich zu beherrschen, und sie fragte, ob alles okay sei. Was war schon in Ordnung? Noch so eine Frage, und sie landete postwendend wieder im Bett, aber dieses Mal nicht allein…
Aber mal ganz abgesehen davon wusste ich ihre Bemerkungen, ihre Körpersprache schon wieder nicht mehr zu deuten. Ein kleiner Gedanke schlich sich ein – vielleicht sollte ich ihr noch einen Schnaps geben? Vielleicht war sie dann ein wenig eindeutiger, wie gestern Abend, ohne, dass der Komplettausfall dann folgte. Und so sehr es mich auch gereizt hatte – in diesem Zustand auf ihre, äh, Avancen einzugehen hätte ich nicht nur als das Ausnutzen der Situation klassifiziert, sondern schon fast als Vergewaltigung. Ja, ich hatte einen relativ hohen Moralkodex, und nein, ich hielt mich nicht immer daran. Schließlich machte ich gerade meiner Studentin Frühstück, während ich mir vorstellte, dass sie nackt sei. Auf dem Küchentisch. Gott im Himmel. Ich sollte dringendst damit aufhören, mich selbst zu kasteien.
Als sie anmerkte, dass ich sie auch einfach hätte rausschmeißen können, hielt ich kurz inne und ho vielsagend eine Augenbraue. „Wenn ich gewollt hätte, dass du gehst“, begann ich und stellte mich direkt vor sie, sodass mit Ach und Krach eine Handbreit Platz zwischen uns war, „dann hätte ich dich wohl kaum dazu gezwungen, etwas zu essen.“ Während ich mit der einen Hand ihren Kopf näher zu mir zog, um mit der anderen die Schranktür des Wandschranks zu öffnen, ohne, dass sie sich stieß, holte ich zwei Teller aus dem Schrank, die ich Sutton in die Hand drückte. Ihre Haare kitzelten an meiner Brust. „Du machst die Sache mit der Beherrschung nicht gerade einfach.“, murrte ich leise, bevor ich ein Stück Abstand gewann (den ich gar nicht haben wollte), indem ich mich vor den Kühlschrank stellte und ein paar Sachen herausholte, bevor ich eine Schüssel aus einem anderen Schrank nahm. „Meine Schwester macht unglaublich gut Kater-Pancakes“, fing ich an zu reden, als hätte ich nicht gerade einen ziemlich eindeutigen Gedanken laut ausgesprochen. „Meine sind zwar nicht halb so gut, aber es würde mich ohnehin nicht wundern, wenn bei dir nicht sowieso alles noch einen Beigeschmack von Gin oder Vodka hat. Oder beidem. Gleichzeitig.“, feixte ich und zog erneut an einer Strähne, als ich wieder an ihr vorbeilief, um zum Ceranfeld zu kommen, auf das ich eine Pfanne stellte.



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Neyl Offline

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23.07.2016 12:34
#69 RE: Sexually aggressive Aedan. (SAA) Zitat · antworten



http://i.imgur.com/HrVAHlu.jpg




Offenbar war ich nicht die einzige, bei der die Stimme zu versagen schien. Und da ich ihn nun um einiges aufmerksamer beobachtete, entging mir auch nicht sein tiefes ein- und ausatmen. Entweder ging in ihm das gleiche vor, wie in mir, oder er war genervt. Vielleicht klang auch deshalb leichte Verunsicherung mit, als ich versuchte ihn durch diesen Scherz zum Lächeln zu bringen. Aedan jedoch sah ein wenig überrascht zu mir und nahm mir augenblicklich diese Sorgen. Wie zum Beweis trat er vor mich, was nicht gerade förderlich für meine Nervosität war. Doch anstatt mich zu küssen (was mein dummes Herz/Kopf, was auch immer, wollte), öffnete er den Schrank hinter mir und stellte dabei sicher, dass ich nicht noch zusätzliche Kopfschmerzen bekam. Diese Nähe zu ihm brachte mich fast um den Verstand und als er mir zwei Teller in die Hand drückte, machte er mir unmissverständlich klar, dass es ihm genauso ging. Ich sollte froh sein, dass er sich daraufhin zurückzog, denn mein ohnehin sehr wackliger Widerstand, verpuffte bei diesen Worten. Ablenkend versuchte ich mich auf seine weiteren Worte zu konzentrieren und mich gleichzeitig am Riemen zu reißen. Diese Situation einfach aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Als wären wir Freunde, die nach einem gemeinsamen lustigen Abend ihren Kater am nächsten Morgen auskurierten. Diese Vorstellung aufrechtzuerhalten war jedoch kaum möglich. "Da ich leider selbst nicht sehr talentiert in der Küche bin, kann es mir eigentlich nur schmecken.", erwiderte ich lächelnd, ehe er abermals an meinen Haaren zupfte, was mich zum Lachen brachte. "Wenn dir lange Haare so gefallen, solltest du deine vielleicht wachsen lassen.", schmunzelte ich, ehe ich mich endlich in Bewegung setzte und die beiden Teller, die ich noch immer in der Hand hielt auf dem Küchentisch verteilte. Da es nicht viele Möglichkeiten gab, wo er sein Besteck verstaut haben konnte, erwischte ich gleich beim ersten Versuch die richtige Schublade und legte Gabel und Messer daneben. Kim würde vermutlich vor Lachen auf dem Boden kauern, wenn sie uns hier so sehen könnte. Was mich daran erinnerte, dass ich mal mein Handy checken sollte. "Bin gleich wieder da.", entschuldigte ich mich bei meinem "Gastgeber" und ging zurück in sein Schlafzimmer, wobei ich darauf achtete, dem Bett keine weitere Beachtung zu schenken. Dieses verfluchte Ding war mir die letzten Minuten viel zu oft im Kopf herum geschwirrt. Meine Tasche stand noch auf der Kommode links von seiner Tür und ich kramte daraus mein Smartphone hervor. Ein entgangener Anruf von Robbie. Mein Innerstes zog sich schmerzhaft zusammen, ehe ich die Nachricht löschte und dann eine Vielzahl von Wörtern, von Kim überflog.

"Wo bist du?"
"Bist du bei Aedan?"
"Sutton?"
"War er so gut?"
...

Belustigt verdrehte ich die Augen und überlegte, ob und wenn ja, was ich zurückschreiben sollte. Da ich Kim ja kannte und deshalb wusste, worauf man sich einließ, wenn man mit ihr unterwegs war, machte ich ihr natürlich keinen Vorwurf, dass sie mich in Aedans Arme geschubst hatte. Nun ja, zumindest keinen großen. Immerhin hatte ich es ja mehr oder weniger drauf angelegt. Sich so zu betrinken, wenn man mit ihr unterwegs war, konnte man schon als vorsätzlich bezeichnen. Dennoch wollte ich sie ein wenig aufziehen, weshalb ich ein simples. "Mir gehts gut...", zurückschickte. Sie platze vermutlich gerade vor Neugier und würde mich vermutlich mit Fragen überfallen, wenn wir uns das nächste Mal sehen würden. Bis dahin konnte sie ruhig ein wenig schmoren.


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23.07.2016 13:55
#70 Vielleicht sollten wir das Thema wechseln, auch wenns so gut passt. Zitat · antworten



Das Schlimme war, dass ich genau sah, dass auch ihre Beherrschung wankte. Das war nicht gerade förderlich für die eigene. Das leichte Teilen der Lippen, als ich vor ihr stand, der beobachtende Blick, ihr angespannte Art, freundliche Konversation zu halten. Wir wollten beide etwa ganz anderes, wieso stand ich noch vor dem Herd?
Hatte schon mal jemand untersucht, ob Sexualhormone sich positiv auf einen Kater auswirkten? Nein? Denn ich war nah dran, das mal zu testen.
Sutton gestand mir praktisch, dass sie nicht kochen konnte, was mich sogar überraschte. Ich traute ihr zu, dass sie alles konnte. Mochte vielleicht auch nur ihre Ausstrahlung sein – wenn man Sutton sah, dann sah man eine Frau, die verdammt noch mal alles auf die Reihe bekam. Und es bereitete mir ein düsteres Vergnügen, sie hier und da aus der Bahn zu werfen. Was ja nur gelang, weil sie sich von mir irritieren ließ.
„Wenn dir lange Haare so gefallen, solltest du deine vielleicht wachsen lassen.“ Ich sah zu ihr herüber und grinste. „Es macht nur halb so viel Spaß, mit den eigenen Haaren zu spielen.“ Weil man dann keine Reaktion hatte, die man beobachten konnte. Auf Anhieb fand sie die Besteckschublade, was nicht schwer war, weil ich exakt drei fipsige Schubladen in meiner Küchenzeile besaß, und legte sie auf den Tisch, bevor sie „Bin gleich wieder da“ sagte und in mein Schlafzimmer verschwand.
Mein Schlafzimmer.
Die Tür war offen.
Theoretisch wusste ich, weshalb sie sich in meinem Schlafzimmer befand. Da hatte sie geschlafen, da lagen ihre Sachen, sie ging da nicht explizit herein, weil es mein Schlafzimmer war. Und trotzdem hatte es auf mich genau diese Wirkung. Oder aber sie floh wieder vor mir, wie sie es des Öfteren tat, wenn ich ihr zu nahe kam. Ich wollte nicht mehr, dass sie vor mir floh, oder auch nur die Gelegenheit dazu hatte. Und in meiner eigenen Wohnung war das ohnehin relativ schwierig.
Verwundert sah ich meiner Hand zu, wie sie die Herdplatte abdrehte. Okay, scheinbar hatte mein Körper beschlossen, mein Gehirn aus jeglicher Entscheidungsfindung auszuschließen. Und dann stand ich im Schlafzimmer, nahm Sutton das Handy aus der Hand, legte es auf die Kommode zurück. Eine Hand schlang ich um ihren Nacken, die andere legte ich an ihre Taille, zog sie zu mir, senkte den Kopf und küsste sie. Einfach so. Ohne jegliche Vorwarnung. Und dennoch die beste Idee, die ich je gehabt hatte. Es war gefährlich, dass mein Bett neben uns stand, sehr gefährlich, aber nun, da ich eh die Zügel aus der Hand gegeben hatte, war es an Sutton, das zu entscheiden.
Nun, es gab Frühstück, scheinbar nur ein anderes, als wir uns das beide vorgestellt hatten – meiner Meinung aber nicht weniger schlecht. Und etwas essen konnten wir später immer noch.
Die letzte Einflussmöglichkeit, die mein Gehirn zu haben schien, war, dass ich mich zwang, die Füße auf der Stelle zu lassen, und nicht, wie ich es eigentlich tun wollte, sie rückwärts zu meinem Bett zu drängen. Sie blieben starr dort, wo sie jetzt standen – was ja nicht hieß, dass ich sie nicht noch näher zu mir ziehen konnte. Denn es war nie nah genug.



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23.07.2016 18:18
#71 RE: Fenja hat wieder aufgeholt XD Zitat · antworten



http://i.imgur.com/HrVAHlu.jpg




Fragend hob ich den Kopf, als Aedan das Schlafzimmer betrat, was allein schon reichte um meinen Puls in die Höhe schießen zu lassen. Doch ohne ein Wort, geschweige denn eine Erklärung, nahm er mir das Handy aus der Hand, legte es beiseite und zog mich an sich. Küsste mich, wie an jenem Tag der offenen Tür und jegliche Anspannung wich aus meinem Körper. Keine Ahnung, ob mein Körper nur darauf gewartet hatte, dass er den ersten Schritt tat, jedenfalls erschien er mir dankbar zu sein. Als würde er sagen: "Gott sei Dank, die dumme Gans kommt ja einfach nicht in die Pötte!"
Ich schmolz förmlich dahin, so idiotisch sich das auch anhörte, entsprach es genau dem, was ich empfand. Meine Finger krallten sich leicht in seinen Rücken, auch wenn er mich so fest hielt, dass ich eigentlich keinen zusätzlichen Halt brauchte. Vielleicht ein Reflex, oder das Verlangen ihn einfach zu berühren. Letzteres traf definitiv zu, weshalb meine Hände an seine Seiten wanderten und ihren Weg unter sein Shirt suchten, während unsere Lippen fest verschmolzen waren.
Und obwohl mich sein Überfall überrascht hatte, wurde mir doch bewusst, dass es eigentlich die ganze Zeit darauf hinausgelaufen war. Und das ich genauso viel Schuld an allem hatte, wie er. Immerhin hätte ich ihn ja wegstoßen können. Oder weniger dramatisch einfach das Wörtchen "Nein" benutzen können. Würde ich das hier nicht wollen, dann hätte ich nur gehen müssen. Wenn...Doch ich wollte das alles hier, irgendwie. Und das viel zu sehr. So sehr, dass ich alles andere verdrängen wollte. Und auch tun konnte und doch...Ich löste mich schwer atmend von ihm, wofür ich eigentlich einen Orden verdient hätte. Denn verdammt konnte der Kerl küssen. "Das...du..", rang ich mit klopfendem Herzen nach Worten, doch abermals stellte ich mich an, als hätte ich einen IQ so hoch wie die Zimmertemperatur. "..nicht fair.", murmelte ich und biss mir feste auf die Unterlippe, um mich nicht sogleich wieder auf ihn zu stürzen. "Ich will nicht, dass du Schwierigkeiten bekommst." Warum gerade dieser Satz von tausenden aus meinem Mund herauskam wusste ich nicht. Aber es war genauso ehrlich, wie all die anderen Dinge, die ich gerne aussprechen wollte. Auch die Tatsache, dass ich Robbie noch nie betrogen hatte. Dass ich noch nie jemanden betrogen hatte. Nicht mal ansatzweise. Keine Ahnung, warum ich es ihm erzählen wollte und mich gleichzeitig nicht traute mich zu rechtfertigen. Unsicher blickte ich zu Aedan auf, während mein Innerstes protestierte, dass ich mich überhaupt von ihm entfernt hatte. Warum konnte ich mich nicht einfach fallen lassen?

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23.07.2016 21:01
#72 Lass sie, sie stillt auch nur ihre Bedürfnisse ;) Zitat · antworten

AEDAN (von unterwegs, daher kurz und fipsig, sorry xD)

Auch wenn Sutton den Kopf hob und mich ansah und in ihren Augen mehr als deutlich die Frage stand, weshalb ich ihr gefolgt war und was ich wollte, antwortete ich nicht. Ging auch gerade gar nicht, mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht gewusst hätte, was ich ihr sagen sollte. Ich bin gerade dabei, dich mal wieder zu überfallen? Auch gut wäre: Ins Bett mit dir. Oder vielleicht auch: Ich hole mir mein Frühstück. Ich meine, was sagte man, wenn man gerade dabei war, jemanden zu Überrumpeln? Ich will dich küssen! sagte man(n) jedenfalls nur im Film, dabei kam man(n) sich affig vor.
Und ich meine, hörten Frauen sowas gerne? Ausgesprochene Offensichtlichkeiten?
Unter meinen Händen wurde Sutton ganz weich, ihre Anspannung ließ nach und sie schmiegte sich gegen meinen Körper. Das… passte einfach. Ich wollte das nicht nur jede Woche pünktlich am Samstag tun, sondern jeden Tag. Schon nach einer einzigen Kostprobe lief ich ihr hinterher wie ein sabbernder Köter und hatte das schon förmlich vermisst. Meine Muskeln spannten sich an, als ihre Hände von meinem Rücken über die Seite unter mein Shirt wanderten, und so langsam war ich ganz froh, dass eine Jogginghose nicht halb so eng war wie eine Jeans und auch nicht diese elenden Nähte vom Reißverschluss hatte.
Viel zu bald löste sie sich von mir, und widerwillig ließ ich sie ein Stück abrücken, bevor ich mich nicht beherrschen konnte und meine Mundwinkel zuckten, als sie ein bisschen verwirrt stotterte. Um ehrlich zu sein war ich ziemlich hingerissen davon, sie so verklärt zu sehen. „Was ist nicht fair?“, fragte ich sie amüsiert und strich mit dem Daumen über die Haut an ihrem Hals, wo meine Hand noch immer lag. Ich brauchte einen Moment um mich zu fangen, als sie sagte, sie wolle mich nicht in Schwierigkeiten bringen. Stimmt ja. Das hier war nicht so einfach, wie ich es gern hätte. „Das“, begann ich und legte meine Hände auf ihre Oberarme und folgte ihnen, bis sie auf den ihren lagen – an meiner Seite unter meinem Shirt, „ist viel zu spät.“ Ich schmunzelte einen Moment, bevor ich ihre Hände weiter hoch auf meine Brust schob. Dann wurde ich ernst und zuckte mit den Schultern. „Darüber mache ich mir Sorgen, wenn es den soweit ist. Falls das überhaupt passiert.“ Was ich mir im Moment erstens nicht vorstellen konnte und zweitens war es mir, gelinde gesagt, egal. Ich war auch nur ein Mann, wenn das Blut eben woanders war, fehlte es im Gehirn. Wieder senkte ich den Kopf zu ihr hinab. „Mach dir darüber keine Sorgen“, murmelte ich an ihren Lippen und ließ ihre Hände los, umfasste ihre Hüfte. Dann küsste ich sie wieder, und hoffte, dass ihre Zweifel damit ausgelöscht waren, denn ich hatte keine mehr.



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Neyl Offline

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24.07.2016 01:17
#73 RE: Pff, die hätte sie mit Oli ganz schnell bekommen, selbst Schuld XDD Zitat · antworten



http://i.imgur.com/HrVAHlu.jpg




Was nicht fair war? Dass er mich mit diesem Blick ansah, dass er so unglaublich gut aussah, selbst nach einer schlaflosen Nacht, dass er immer wieder dieses ansteckende Grinsen aufsetzte, dass er einfach mit allem was er sagte und tat einen empfindlichen Nerv bei mir traf. Ich hätte diese Liste vermutlich endlos fortführen können. In meinem Kopf! Fernab seiner Ohren!
Als ich meine Befürchtungen laut aussprach, wirkte es erst, als würde er zur Vernunft kommen und sich jeden Moment zurückziehen, gefolgt von einem Wink Richtung Wohnungstür. Doch wieder überraschte mich Aedan, als er mit seinen Händen meine Arme entlang fuhr und mich darauf hinwies, dass es dafür bereits zu spät war. Natürlich. Wir waren schon jetzt zu weit gegangen. Aber wer würde es schon erfahren? Gut, Kim, die kleine Schnüffelnase, doch vertraute ich ihr, dass sie es nicht jedem sofort auf die Nase band. Und als er daraufhin schmunzelte, huschte mir ebenfalls ein Lächeln über die Lippen. Es wirkte so, als habe er sich schon einige Gedanken gemacht, schien dabei jedoch genauso erfolgreich gewesen zu sein, wie ich. Nämlich gar nicht. Doch das kümmerte ihn in diesem Moment wohl nicht weiter und als er sein Gesicht meinem näherte und mich wieder in einen teuflisch guten Kuss verwickelte, vertrieb er damit auch meine Sorgen. Und dieses Mal schaffte ich es nicht mich von ihm zu lösen. Wollte es auch nicht. Ich seufzte in den Kuss hinein, hielt sein Gesicht in meinen Händen und drückte mich ihm entgegen. Wie beim ersten Mal hörte die Welt um uns herum auf zu existieren und es gab nur mich und ihn. Unsere Körper, die sich nacheinander sehnten, die mehr von dem anderen erkunden wollten, viel mehr. Ich griff in sein T-Shirt und zog ihn mit nach hinten. Oder drängte er mich zum Bett zurück? Vermutlich beides. Und spielte das überhaupt eine Rolle? Nicht wirklich...Das einzige, was zählte war, dass er jetzt über mir lag und ich unterbrach den Kuss dieses mal nur, um ihm sein Shirt über den Kopf zu ziehen. Zu viel störender Stoff. Ich wollte seine nackte Haut unter meinen Fingern spüren, weshalb das Kleidungsstück in irgendeiner Ecke des Schlafzimmers landete. Jetzt hatte ich freie Bahn seinen Oberkörper zu erkunden. Wiedereinmal. Doch beim ersten Mal war eindeutig nicht ausreichend Zeit dafür gewesen, es in vollen Zügen zu genießen. Und diesmal tat ich es. Angefangen von dem Gefühl sein Gewicht über mir zu spüren, über seine feurigen Küsse, bis hin zu der Hitze, die sein Körper ausstrahlte. Bereits jetzt schien mein Innerstes vor Verlangen zu vergehen und mich überwältigten die Auswirkungen, die er auf mich hatte. Nicht, dass ich das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben, doch bereits jetzt wurde mir klar, wie falsch ich gelegen hatte. Und ich hatte keine Ahnung, wie er das anstellte...

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24.07.2016 12:05
#74 Fenja muss sich gerade Luft zufächeln, da kann sie gerade nicht über Oli nachdenken. ;) Zitat · antworten



Leider beantwortete Sutton mir meine Frage nicht – auch wenn mich die Antwort ziemlich interessierte. Aber reden konnten wir später immer noch, dann, wenn unsere Gehirne mit Endorphinen gesättigt waren und auch wieder ihre Arbeit aufnehmen konnten.
Ich brachte sie zum Lächeln, was dazu führte, dass mir ein kleiner Stein vom Herzen fiel. Bitte geh' jetzt nicht. Wahrscheinlich würde ich sonst sterben. Weil das allerdings nicht über meine Lippen kam, versuchte ich sie mit einem Kuss zum Bleiben zu bewegen – was wunderbar funktionierte. Ihre Hände umfassten mein Gesicht, bevor sie mich am T-Shirt nach hinten zog, und ich folgte ihr nur allzu bereitwillig, drängte sie sogar. Wir fielen mehr auf das Bett als dass wir uns legten, und der Lattenrost knackte gefährlich, was mich einen feuchten Kehricht interessierte; im Notfall schmiss ich die Matratze auf den Fußboden. Sie zerrte mir förmlich das Shirt vom Leib, und bereitwillig hob ich die Arme, damit es fliegen lernen konnte, bevor ich mich wieder auf sie stürzte. Die Hände in ihre Haare gewühlt drängte ich meine Hüfte zwischen ihre Beine, und mir entfuhr ein wohliges Grummeln, während ihre Hände über meinen Oberkörper fuhren und scheinbar jeden einzelnen Zentimeter meiner Haut erkundete. Ich löste meine Finger aus ihren weichen, roten Strähnen und ließ sie den Körper hinab wandern, bis hin zu ihren Knien, und auf dem Weg zurück raffte ich den Stoff ihres Kleides und zog es ihr über den Kopf, ließ es neben das Bett fallen. Gott sei Dank hatte das Ding keinen Reißverschluss. Für einen Moment musste ich innehalten und sah auf sie herab, und für einen Moment wallte ein primitives „Meins! Haben will!“ in mir auf, was mich dazu bewegte, mich abermals zu ihr zu senken. Sanft war hier mittlerweile gar nichts mehr, schon gar nicht unsere Küsse und auch wenn ich mir die ganze Zeit sagte, dass ich es langsam angehen sollte, waren auch meine Hände recht deutlich, die über ihren Körper strichen, während ich mit den Lippen auf Wanderschaft ging. Von ihrem Mundwinkel über ihr Kinn ihren Hals entlang, das Schlüsselbein, zwischen ihren Brüsten entlang bis hinunter zum Bauchnabel, bevor ich nach ihren Beinen griff, die Innenseite ihres Oberschenkels küsste und sie um meine Hüfte schlang. Näher. Mehr. Mein Gehirn war ganz eindeutig mittlerweile blutleer. Die Bewegungen meiner Hüfte entzogen sich meiner Kontrolle und während ich ihre Lippen wieder in Beschlag nahm und meine Hände sich am dem Verschluss ihres BHs zu schaffen machten, kam ein Geräusch dumpf durch den Nebel von Verlangen, der in meinem Kopf statt eines Gehirns zu finden war. Ich ignorierte das, bis es ein zweites und ein drittes Mal ertönte, und ich realisierte, dass es meine Haustür war. Jemand klingelte. Egal. Wenn es wichtig war, würde derjenige schon wieder kommen, und die Post hinterließ einen Zettel. Geh' weg. Wer auch immer vor seiner Tür stand, sollte sich bitte schleunigst aus dem Staub machen.
„Aedan?“ Die Stimme kannte ich.
Neinneinneinneinneinneinnein...Ich ließ von der Frau, mit der ich mich viel lieber beschäftigen würde, als mit der, die vor der Tür stand, ab, und vergrub das Gesicht in ihrer Halsbeuge. „Scheiße.“, fluchte ich und drückte ihr einen Kuss auf die Haut. Vielleicht ging sie ja weg. Bitte verschwinde. Bitte verschwinde. Bitte verschwinde.
„Ich weiß dass du da bist. Komm schon, mach auf!“ Frustriert seufzte ich auf. „Tut mir Leid“, sagte ich zu Sutton, drückte ihr einen Kuss auf die Stirn und löste mich aus dem Gewirr unserer Körper. Wieder fluchte ich, stapfte zum Eingang und riss die Tür genervt auf. „Em.“ Das klang noch unfreundlicher, als ich sie sonst begrüßte. „Morgen..“, sagte sie, kurz verunsichert und musterte mein Gesicht. „Du warst wieder boxen, hm?“ Sie deutete auf meinen Kiefer, und ich zuckte mit den Achseln. Ich gehe jede Woche zwei Mal boxen. Überraschung. Lächelnd hielt sie mir dann aber einen kleinen Karton hin. „Ich dachte, ich bring' dir mal was vorbei.“ Ich riss ihr das Päckchen aus der Hand, das viel zu leicht war, als dass es wichtig sein könnte, schmiss es förmlich neben mir in die Ecke neben das Telefontischchen und sie grinste. „Ich hoffe, ich hab' dich nicht aus dem Bett geklingelt.“ Doch, hast du. „Du Morgenmuffel.“ Finster runzelte ich die Stirn. „Ich war nie ein Morgenmuffel. Ich war Stunden vor dir wach und hab netterweise mit dem Frühstück auf dich gewartet.“ Sie räusperte sich. „Darf ich reinkommen?“ „Nein“, antwortete ich wie aus der Pistole geschossen. Verschwinde. „Ist Luke da?“, fragte sie, und ich raufte mir die Haare. „Nein. Mach's gut.“ „Kay?“, riet sie weiter, doch ich schüttelte den Kopf. „Danke, Emily. Mach's gut, Emily.“, sagte ich mit Nachdruck, schloss die Tür und lehnte mich seufzend mit dem Rücken dagegen. „Was ist los mit dir?“, protestierte sie, seufzte kurz und verschwand dann. Ich schloss die Augen, mit der nackten Haut an der kalten Tür, und schlug leicht den Kopf dagegen. Scheißescheißescheißescheiße. Cockblock von der Ex – als hätte sie nur darauf gewartet. Sie war noch nie zu mir gekommen, um mir irgendetwas vorbeizubringen, noch nie. Und wenn ich raten müsste, wären in dem Karton ein paar Papiere von mir, und vor allem Fotos. Fotos, die „mir gehören“. Von uns, von uns mit meiner Familie, von uns mit ihrer Familie. Fotos, die ich mit Absicht nicht mitgenommen hatte. Ich fuhr mir mit der Hand über das Gesicht, schnaubend, und trat zurück ins Wohnzimmer. Stimmungskiller vom feinsten. Skeptisch sah ich auf den Herd, den ich eigentlich wieder anschalten konnte.



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Neyl Offline

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24.07.2016 14:07
#75 RE: Gerade JETZT sollte sie auf jeden Fall über Oli nachdenken XDD Und Kata gleich mit :D Zitat · antworten



http://i.imgur.com/HrVAHlu.jpg




Das Pulsieren in meinem Inneren wurde mit jeder Sekunde stärker, weshalb sich mein Körper unkontrolliert seinem entgegen schob. Ohnehin konnte man alles war ich gerade tat, als unkontrolliert beschreiben. Instinktiv wanderten meine Hände über ihn, nicht zärtlich, sondern fordernd. Und er steigerte diese süße Qual, als seine Lippen anfingen meinen Körper zu erkunden. Zum Glück sorgte Aedan schnell dafür, dass auch an meiner Haut weniger überflüssiger Stoff klebte und er so ungehindert seinen Weg fortführen konnte. Ich presste mein Becken gegen seines, als er mich bestimmt zu sich zog und seine Hände meinen Rücken hinauffuhren. Doch dann stockte er plötzlich und eine Sekunde später, wurde auch mir klar, WAS hier gerade passierte. Und obwohl mir die Stimme unbekannt war, war ich mir hundertprozentig sicher WEM sie gehörte.
"Scheiße" murmelte Aedan auf mir liegend und ich fand, dass er die Sachlage damit ganz gut beschrieb. Doch seine Verlobte ließ nicht locker, weshalb er sich sichtlich frustriert erhob und den Raum verließ. Einen Moment starrte ich mit klopfendem Herzen gen Decke, zu perplex um einen klaren Gedanken zu fassen. Stimmen drangen von außerhalb zu mir herein, was mich aus meiner Starre befreite und mit einem Ruck saß ich senkrecht im Bett. Was in 3 Gottes Namen tat ich hier eigentlich? Mal ganz davon abgesehen, dass ich in einer festen Beziehung war, setzte ich diese gerade für etwas aufs Spiel, was einem vielleicht Befriedigung verschaffen würde, aber nicht mehr. Ich hatte Robbie und Aedan, ganz offensichtlich noch Emily...Und auch wenn ich sie gerade noch verflucht hatte, so keimte eine Art Dankbarkeit in mir auf, denn ohne sie hätte ich gerade etwas getan, was Robbie mir wohl nie verziehen hätte. Hastig schlüpfte ich in mein kurzes Schwarzes, streifte mir die Stiefel über und warf mein Handy zurück in die Tasche. Sie unterhielten sich noch immer, weshalb ich den Drang unterdrücken musste augenblicklich hinauszustürmen, denn noch immer war mir wichtiger, dass ich ihn nicht in Schwierigkeiten brachte, als der Wunsch hier wegzukommen. Aber ich musste hier weg!
Auch wenn ein Teil von mir sich dagegen noch immer wehrte. Der Teil, der sich gerade schmerzhaft in mir zusammenzog. "Ganz ruhig Sutton", murmelte ich und fuhr mir mit zittrigen Fingern durchs Haar. Mein Körper bebte noch immer von der Ekstase, in die er mich hineingeschleudert hatte, verstärkt durch das Unwohlsein, dass sich minütlich in mir ausbreitete. Wo war nochmal die Toilette, damit ich mich übergeben konnte? Doch ich riss mich zusammen und als ich das leise Knallen der Tür vernahm, atmete ich noch einmal tief ein und aus, ehe ich hinaustrat. Aedan stand im Wohnzimmer und wirkte sichtlich...ich hatte keine Ahnung, wie er wirkte, aber Begeisterung sah anders aus. Ich wollte nicht wie eine wild gewordene Furie hinausstürmen, weshalb ich das tat, was ich mitunter am besten konnte. Schauspielern. Doch selbst darauf hatte Aedan einen negativen Einfluss. "Es soll wohl einfach nicht sein.", grinste ich, griff dann nach meinem Handy und wedelte es leicht. "Mein Dad hat mir gerade geschrieben, dass er mich sehen will. Und wenn ich nicht auftauchte, dann wird deine Wohnung vermutlich in 30 Minuten von den Cops gestürmt.", witzelte ich weiter, doch gefasster wirkend, als ich angenommen hatte. "Das Frühstück müssen wir wohl verschieben." Das Frühstück, nicht das Dessert! Das war gestrichen! Ich warf einen kurzen Blick Richtung Wohnungstür. Mittlerweile sollte Emily verschwunden sein, weshalb es an der Zeit wurde für mich zu gehen. Es war längst hinfällig. Ich zwang mich Aedan anzusehen und dabei tapfer zu lächeln, auch wenn mir vermutlich nie weniger danach zu Mute war. "Danke nochmal fürs Babysitten.", grinste ich zum Abschied, ehe ich an ihm vorbeiging.

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