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Dieses Thema hat 112 Antworten
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 RPG~Profi
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NoNameSorrySoon Offline

Grünschnabel

Beiträge: 37

30.09.2016 13:41
#31 RE: |||NEW|||AMERICANA||| Zitat · antworten

Danke Karo fürs zusammen suchen und formatieren =)


Im Henry's


"Dann wird es wohl an der Zeit, ihn zu finden.", ich fuhr mir nachdenklich mit meinem Daumen über meine Lippen und starrte einfach ins Nichts. Ja, es war an der Zeit. Nicht, dass ich mich selbst schon mit Fragen und Fragen damit auseinander gesetzt hatte. Aber aktiv etwas getan... naja ich hatte dem Kommando, dass sich um diesen Fall kümmert vertraut. Schließlich war Riley nicht irgendjemand und mit ihm war eine gute Person unter uns verschwunden, die dafür hätte sorgen können, dass wir dem Frieden und der Freiheit näher waren.
"so wird es wohl sein..", gab ich nachdenklich von mir und legte meine Hand an das nun leere Glas.

Ich blendete die elende Tratscherei und die nicht nützlichen Informationen aus. Ich musste mich in meinen Gedanken mit den möglichen Eventualitäten auseinander setzen. Ich konnte mich nicht auf dumme Tiere konzentrieren, die abnormal aussahen. Für jemanden wie Elora war das wahrscheinlich genau das richtige.. für mich waren das Nebensächlichkeiten. Ich würde mich daher auch mit einer Äußerung über dieses Thema zurück halten. Es würde nicht unbedingt zu einem besseren Klima beitragen.
Lediglich die Aussage, man hätte Ressourcen gefunden, waren für mich in irgendeiner Weise interessant. Doch da Alistair nicht weiter darauf ein ging, konnte ich selbst diese Information nicht ordentlich in eine für sich angemessene Kategorie stecken. Immer diese sinnlosen Worte. Worte die verschwendet waren. Worte, die mich ankotzten. Worte, Worte, Worte.
Ebenso die Worte von Broud, die anscheinen die falschen in meine Richtung weitergeleitet hat. Sinnloses Gelaber ohne Hintergrund. Sie hatte keine Ahnung und wollte einfach nur ihre Ruhe haben. Mehr nicht. Und wie kann man Leute loswerden, die was über den Verbleib seiner Familie wissen wollen? Abwimmeln. Ich hasste diese unnötigen Worte. Oder aber sie waren mit Bedacht gewählt, mit Absicht wurde ich in die falsche Richtung gelenkt. Alles war möglich. Alles hätte möglich sein können. Ich würde auf alle Fälle mit der werten Dame sprechen.
Ich hätte Alistair gerne belagert, ihn gezwungen mir mehr heraus zu geben. Das waren mir zu wenig Informationen! Ich wollte mehr! Wo konnte ich beginnen? Der Tatort beziehungsweise der Ort, an dem man Riley zuletzt vermutete, war nun alles andere als 'frisch'. Ich musste mir irgendwie die Dateien der Untersuchungen besorgen. Und ich wusste, dass Alistair nicht die Untersuchung anleitete. Aber ich wusste auch nicht, wer das tat. Daraus resultierte...dass ich eindeutig kein Deut schlauer war. Ich würde also mich entweder in die Militär Zentrale begeben müssen und dort die Akten durchsuchen müssen.. Ich hatte allerdings kein Zutritt. Mein Blick fiel kurz auf Alistair, der mir mit Sicherheit nicht helfen würde. Er hätte sicher die nötigen Zugangsvorraussetzungen.
"Hier..", ich hob überrascht mein Blick und traf auf Calebs braune Augen. Meine rechte Augenbraue zuckte überrascht nach oben, als er mir mitteilte, ich müsse es nicht alleine machen. Eine kurze Zeit lang sah ich ihn einfach nur an. Er wollte helfen? Hatte er eigene Interessen? Ja.. er war mit Riley befreundet gewesen. Mein Blick huschte zu Elora, von der ich wusste, dass sie eine Zugangskarte hatte, dann wieder zu Caleb.
Das würde ein schwieriges Unterfangen sein.
Ich griff, ob er es wollte oder nicht, nach Calebs Unterarm, so dass unsere beiden Arme aneinander lagen, wie bei einem Schwur. Da ich nun mal eher kurz geraten war, musste ich mich hinüber Beugen. "Versprichst du es mir? Hältst du dicht?", gab ich gedämpft an Calebs Ohr, da schließlich auch andere im Raum waren. Von außen sah es, so hoffte ich es, wie eine direkte Anmache aus. So würde zumindest keiner Verdacht schöpfen.

JaneDoe Offline

Dicke, untervögelte Teilzeit-Brockhaus-Chiller-Robbe


Beiträge: 127

30.09.2016 16:41
#32 Badumm... tssss... Zitat · antworten


ELI [#KackBildgehtdochYAAASSS]

Ironie war mir nicht fremd, aber ganz sicher war es nicht eine favorisierte Art zu kommunizieren. Es war mir zu hinterrücks, ein Problem konnte auch neutral, aber freundlich angesprochen werden, anstatt es hinter pseudo-netten Kommentaren mit einer bissigen Attitüde zu verstecken. Unter Lanas wachsamen Blick griff ich nach meinem Hemd und reichte es ihr, bevor sie mir zwar half, mir für das Geschäft aber empfahl, es auszulassen. Ich lachte leise. „Ich bin zu alt für sowas. Falls Luca mit aushilft, könnt ihr den fragen, der ist noch jung und knackig.“ Elora war von solchen Späßen natürlich ausgenommen, dafür war sie eindeutig zu jung. Ich seufzte, als sie Caleb ansprach, der da draußen wahrscheinlich munter mein Bier verteilte, und das, nachdem ich gerade erst angefangen hatte, Plus zu machen. Meine Schulter hatte wirklich ein beschissenes Timing. „So verzweifelt bin ich noch nicht, aber erwähne das noch mal, wenn ich draußen nachgesehen habe, wie viel Caleb verteilt hat.“ Und was vor allem. Bier war noch meine geringste Sorge.
Wir verließen mein Büro, kaum, dass ich ordentlich zugeknöpft war, und ich war erleichtert, dass es hier noch kein Chaos gab. Auch wenn ich Caleb so einiges zutraute – die Bar war wie mein Kind. Das gerade zahnte, um die Metapher fett zu machen. Lana war mir einen letzten bedeutungsschwangeren Blick zu, und ich war versucht, zu salutieren, ließ es aber sein. Während ich zu Caleb trat, sah ich aus dem Augenwinkel, wie sie zu Elora trat, was mich an meinen kleinen Plan erinnerte.
„Die Bar steht noch“, berichtete er, und ich schmunzelte. „Das will ich dir auch geraten haben.“ Er fragte nach meiner Schulter, und ich hob die gesunde der beiden. „Ich werd's überleben. Ich brauch nur dringend jemanden, der mir aushilft, sonst bindet mich Lana irgendwo fest.“ Und das wahrscheinlich nicht am Zapfhahn, wie ich gebeten hatte. Die Ärztin schien ein kleines Trauma bei ihm hinterlassen zu haben, und ich schüttelte den Kopf. „Das letzte Mal war es wesentlich schlimmer.“ Einen Arm „eingekugelt“ zu bekommen war wahrlich keine Sache, die ich gern nochmal erleben möchte. „Auch wenn ich möglichst vermeiden möchte, noch mal genäht zu werden. Und nun troll dich wieder auf die andere Seite der Bar, du hast einen ruhigen Abend verdient.“ Auch wenn Kendra eben den schon mit weniger als zehn Minuten Anwesenheit mehr oder weniger zunichte gemacht hatte. Ganz der Verteidiger, der er war, wandte er sich Odeya zu, die äußerst angespannt wirkte. Wenn mich nicht alles täuschte, gab es immer noch keine zufriedenstellenden Ergebnisse bezüglich des Verschwindens ihres Bruders. Was im Übrigen auch mich mitnahm, Riley war ein angenehmer Mensch gewesen, und solch ein spurloses Verschwinden deutete meiner Meinung nach auf kein freiwilliges hin. Denn ich glaubte, dass Riley seine Schwester genauso wenig ohne Nachricht allein gelassen hätte wie Jonas es bei Elora oder Caleb es bei Kendra tun würde. Es sah schlecht für ihn aus.
Ich sah hinüber zu Elora, die bei Lana und Alistair in eine Unterhaltung verwickelt war, und sah mich dann im Raum um. Mittlerweile war es ganz gut voll geworden, vielleicht würde ich heute Abend gar nicht ZU sehr ins Minus geraten. Lanas leeres Glas traurig neben einer vollen Flasche stehen sehend, nahm ich es, füllte es auf und schob es ihr über die Bar hinweg zu, dabei Elora ansprechend. „Wenn du nachher kurz eine Minute Zeit hast, komm mal zu mir.“

<hr /> <small> <em>
What screws us up most in life is this picture in our head of how it's supposed to be. </em> </small>

JaneDoe Offline

Dicke, untervögelte Teilzeit-Brockhaus-Chiller-Robbe


Beiträge: 127

30.09.2016 17:41
#33 BADOUM TATZZZZZ!!! Zitat · antworten


Ich hatte Bock auf Action… ich hoffe, das geht klar xD

Die Sonne wärmte die Haut an meinem Rücken ganz leicht auf, und meine Mundwinkel zuckten, während ich mich über die Brise freute, die wehte. Damn, hier draußen konnte man es aushalten! Wieso hatten sich die Gründer des Lagers gedacht, dass unterirdisch eine gute Idee war? Und jetzt komme man mir nicht mit Logik, die nervte. Ich machte mein logisches Zentrum im Gehirn generell aus, wenn ich Feierabend hatte. Logisches Zentrum? Mein ganzes Gehirn am besten. Ich weiß, normalerweise sollten sich Spaß und Vernunft nicht ausschließen, aber irgendwie, fand ich, waren doch die beiden Wörter allein Antonyme…
Ich hörte, wie sich Jonas neben mir hinhockte, und hob den Kopf, um die Weinflasche zu nehmen (und dann daraus zu trinken), als ich stirnrunzelnd zu ihm sah, weil er seufzte und wie eine kleine Blume sein Gesicht in die Sonne hielt, bevor sich schlagartig sein Gesicht verzog. My, my, da hatte aber jemand Stimmungsschwankungen… Ich hob die Flasche ein zweites Mal an die Lippen, bevor ich gespannt zusah, wie er erst seine Hand kontrollierte, und schließlich zwischen meinem Gesicht und dem Taschentuch hin- und herschaute. Besser als Theater, auch wenn ich mich nicht erinnern konnte, wann ich das letzte Mal in einem gewesen war. Oder was da gelaufen war. Wahrscheinlich kein Drama, denn ansonsten hätte ich mich erschossen.
„Halt mal kurz still...“, sagte er, und sein Tonfall war wahrscheinlich der freundlichste, den er mir jemals entgegengebracht hatte. Vollkommen verdattert, dass er ausnahmsweise mal fragte, anstatt einfach an meinen Haaren zu ziehen, bis es ihm passte, tat ich, wie geheißen, während er auf meiner Wange mit seinem Taschentuch herumscheuerte. Was zum-? „Das ist doch eklig. Weißt du eigentlich, dass du mit einem blutverschmierten Gesicht durch die Gegend stolperst?“ Ich lachte auf. Nein, eigentlich wusste ich das nicht. Jetzt machte Odeyas Taschentuch auch einen Sinn. Ach Ody… danke, auch wenn ich nicht gerallt hatte, wozu das Ganze. „Wessen Schuld ist das wohl?“, fragte ich und rieb mir gespielt nachdenklich das Kinn. „Wenn ich jetzt deinetwegen sonstwelche-“ Ein Knacken erweckte meine Aufmerksamkeit, doch ich redete weiter, wir waren praktisch in einem Urwald, da knackte es ständig, „Krankheiten eingefangen habe, setzt es was.“ Nur noch halb bei der Sache, wurde ich zum Ende hin immer leiser, ein abwesendes Murmeln. Wir Menschen waren doch eigentlich auch nur mutierte Tiere, und während mein Instinkt irgendwie ansprang, worauf auch immer, wurde mir das mal wieder klar. Ich hatte seit einer halben Ewigkeit keinen aggressiven, blutdurstigen Mutanten mehr gesehen, aber man wusste, dass man eines vor sich hatte, wenn man es sah. In diesem Fall war der Geifer, der aus den langen, spitzen Zähnen tropfte, Indiz genug. Solche Zähne mutete man Löwen oder Tigern zu, aber ganz sicher keinem Affen, der in einem Baum saß und mit widerlich glühenden Augen starrte. Alle Farben, sei es Fell, Augen, Klauen, waren nicht einzuordnen – das Fell ähnelte Schlamm, braun-grünlich, die Augen irgendwo eine Mischung aus gelb und rot und orange und grün, einfach nur fies, und die Klauen, die das Vieh statt normalen Fingern hatte wie sie ein Affe damals mal hatte – sagen wir, es reichte mir, dass es sie gab, denn sie waren länger als meine Finger. Oh Shit. Oh Shit. OH SHIT.
Kendra, deine Idee war nur so mittel-geil… aber wenigstens krepierst du wenn, dann in der Sonne! Ich erstarrte und regte mich nicht und hoffte einfach, dass es uns nicht sah, dass die Augen und/oder der Riechkolben negativ mutiert waren oder irgendwie – nope. Schade. Da kam es nämlich auf uns zu. Kacke.
In so Filmen sahen solche Szenen supercool aus. Da wäre ich eine Superheldin gewesen und hätte Jonas am Kragen gegriffen und aus dieser vollkommen unnatürlichen Position einen sieben Meter-Hechtsprung gemacht und uns aus der Gefahrenzone gerollt. Natürlich hatte mein Adrenalinspiegel mein Betrunkensein sofort annulliert, ich funktionierte eben in Gefahrensituationen.
Hier die Realität: Ich gab ein immer lauter werdendes „WowowowowowowowowwowWOW!“ von mir, war übrigens noch immer absolut tütenzu, bevor ich mit dem Arm erst Jonas Hände von meinem Gesicht schlug und ihm dann einen wirkungslosen Patzer irgendwo in Schulter-, Hals- oder Brustbereich verpasste, keine Ahnung, und dann irgendwie alle Gliedmaßen von mir, die ich gerade finden konnte, von der Stelle wegschmiss und als ein Knäuel Körperteile, eine Hand noch immer im Top verheddert, nicht mal anderthalb Meter weiterplumpste und mir dort den Kopf an einem fetten Stein, der mal ein Stück Gebäude gewesen war, stieß – und mit offenem Mund beobachtete, wie die Klauen des Mutantenviechs, an allen vier Füßen vorhanden, zwei reichen ja nicht, in den Boden krachten. Ich schob die Hände in durch die Hosentaschen, mein Oberteil dabei wie ein schickes, nutzloses Armband am Handgelenk baumeln, und richtete mich auf. „Hast du 'ne Waffe?“, rief ich zu Jonas, den ich nicht ganz hinter dem Pelzding erkennen konnte. Aber der lebte schon noch – erstens war hier zu wenig Blut auf dem Boden verteilt und noch flogen keine Körperteile durch die Gegend, und zweitens: Unkraut vergeht nicht.



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Pummel Offline

Eumelchen <3


Beiträge: 72

01.10.2016 00:34
#34 RE: BADOUM TATZZZZZ!!! Zitat · antworten


Mit Kendra und neuer, brüllfreudiger Gesellschaft
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Kendra nahm meine Aktion unerwartet gelassen. Und natürlich war ihr die Kriegsbemalung bisher nicht aufgefallen. Ich verdrehte die Augen und fragte mich kurz, wie Caleb es eigentlich mit ihr aushielt. Ich hätte mir wahrscheinlich längst die Kugel gegeben, wenn Elora Kendra auch nur im Entferntesten ähneln würde. Tat ich das gerade wirklich? Ich verglich die Frau vor mir mit meiner eigenen Schwester und schrieb ihr somit menschliche Eigenschaften zu. Eine Tatsache, die ich spätestens morgen mit ziemlicher Sicherheit bereuen oder wieder verdrängen würde.
„Wenn ich jetzt deinetwegen sonstwelche-“ – hörte ich das Opfer meiner unkonventionellen Säuberungsaktion sagen, als ein Knacken in der Nähe mich ablenkte. Den Rest ihrer genuschelten Drohung nahm ich nur mit halbem Ohr wahr. Kendra hatte das Geräusch wahrscheinlich ebenfalls gehört. Ich verharrte in meinen Bewegungen und blickte aus den Augenwinkeln in die Richtung, aus der ich das Geräusch vernommen hatte. Und es dauerte nicht lange, bis ich zwischen den dicht bewachsenen Bäumen und Sträuchern auf einem Ast eine haarige Gestalt ausmachte, die wenige Augenblicke darauf bereits schnaubend auf uns zustürmte.
„WowowowowowowowowwowWOW!“
Kendras plötzlicher Aufschrei riss mich abrupt aus meiner Starre. Verdattert spürte ich, wie sie meine Hände wegstieß und mich an der Schulter traf. Dann sah ich ihre Arme und Beine kurz umherfliegen, ehe ich mich selbst instinktiv vom Boden zur Seite wegstieß und die Erde unter mir erzittern spürte, als das haarige Biest krachend auf der Stelle landete, wo Kendra bis eben noch gewesen war. Ein Ohrenbetäubendes Kreischen ertönte, während das Ding wutentbrannt seine langen Klauen auf dem Boden aufschlagen ließ.
Ich war bereits wieder auf den Beinen, in meiner Hand das Taschenmesser, welches ich so gut wie immer bei mir führte. Diesmal verschaffte es mir jedoch nur geringfügig Erleichterung. Denn das affenartige Wesen vor mir hatte einen massigen Körper, der wahrscheinlich um die 200 Kilo auf die Waage bringen würde? Verglichen damit wirkte mein Taschenmesser fast wie ein Zahnstocher. Im Hintergrund hörte ich Kendras laute Stimme fragen, ob ich eine Waffe hatte.
„Verflucht... jain!!!?“ – rief ich ihr frustriert entgegen, während meine Augen auf die Bedrohung gerichtet waren, die immer noch mit ihrem Imponiergehabe beschäftigt war. Wieso war ich noch einmal zu dem Entschluss gekommen, dass das hier eine gute Idee war? Kendra war besoffen. Ich hatte kaum etwas zum Verteidigen. Aber Kendra war besoffen und wahrscheinlich ohne Waffe! Fluchend hob ich einen mittelgroßen Stein vom Boden auf und warf ihn gegen die Schulter des Affen, ehe er auf den Trunkenbold aufmerksam werden konnte. Als das Ding seine leuchtenden Augen auf mich richtete und im nächsten Augenblick bereits wutentbrannt auf mich zustürmte, verfestigte ich den Griff um das Messer in meiner Hand und ich spürte neben der Angst auch ein anderes Gefühl in mir aufsteigen. Mein Herzschlag beschleunigte sich. In diesem Moment nahm ich alles um mich herum intensiver wahr. Die Farben. Den Gestank des Viechs, das mir unweigerlich näherkam. Das, was zählte.
Ich wusste nicht wie, doch irgendwie schaffte ich es der vor meinem Gesicht sausenden Pranke um Haaresbreite auszuweichen und dabei eine halbe Drehung zu vollführen. Den Schwung ausnutzend holte ich aus und rammte das Taschenmesser tief in den Nacken der Kreatur. Ich hörte einen ohrenbetäubenden und schmerzerfüllten Schrei und verlor abrupt den Boden unter den Füßen, als das Ding weiterrannte und mich an meinem Arm, der immer noch an dem Griff meines Messers hing, mitzerrte. Instinktiv kletterte ich weiter auf den Rücken des Affenwesens, welches brüllend um sich schlug und dabei versuchte mich wieder abzuschütteln. Konzentriert rammte ich das Messer noch einige Male in den muskulösen Körper vor mir, merkte jedoch schnell, dass es nicht allzu viel brachte. Also rutschte ich weiter vor und schaffte es schließlich meinen Arm nach vorne um den Hals der Kreatur zu legen. Ich hoffte einfach darauf, dass der altbewährte Würgegriff etwas bringen würde. Ich keuchte auf, als das Ding mit dem Rücken gegen eine Mauer krachte, lockerte den Griff jedoch nicht und hoffte auf ein kleines Wunder. Oder zumindest etwas mehr Geduld.

JaneDoe Offline

Dicke, untervögelte Teilzeit-Brockhaus-Chiller-Robbe


Beiträge: 127

01.10.2016 02:05
#35 RE: BADOUM TATZZZZZ!!! Zitat · antworten


You know, it's like, you know, so, like, CRAZY!

Weil das Leben eben scheiße war und man nicht mal gediegen (und besoffen) ein paar Sonnenstrahlen genießen konnte, und nun nur im BH einem Hundert-Kilo-Teiten mit viel zu vielen, viel zu scharfen Klauen gegenüberstand… naja, deswegen war das Leben halt eben scheiße. Ich hatte mich gerade wieder sortiert und Jonas gefragt, ob der eine Waffe besaß – und der antwortete mit „Verflucht… jain!!!?“ Ich hob die Hände, frustriert und hilflos und verdattert. „Was ist das denn für 'ne Antwort?“
Heldenhaft warf Jonas mit einem Stein nach der haarigen Kreatur, die im Übrigen ziemlich viel sabberte, war ja ekelhaft, und ihm fehlte nur noch eine Strumpfhose und eine bunte Unterbuchse, die er über jener Leggins tragen konnte, und er wäre ein ganz toller Superheld nach Lehrbuch! An seiner ausholenden Bewegung in den Nacken und darauffolgenden spitzen Schreien des Mutantentiers, die mir in den Gehörgängen schrillten, schloss ich, dass er das Dingens attackierte – konnte die Waffe aber nicht erkennen. Bis er irgendwann ausholte und ich losprustete. „Ein Taschenmesser?“, lachte ich laut, bis mir auffiel, dass das so gar keine gute Idee war. Das Dingens hatte nämlich eher weniger Lust auf einen kleinen Rucksack, der ihm ständig in den Nacken piekte, und versuchte jenen loszuwerden – wahrscheinlich, um sich die Schnapspraline zu schnappen, also mich, Witz verstanden? Schnaps, wegen – Konzentration, Kendra! Manchmal musste ich mich selbst ermahnen, ich konnte ganz gut abschweifen…
Ich rannte einfach schräg auf das geifernde Fellknäuel zu, schmiss mich zur Seite, recht unelegant, um einem Schwinger zu entweichen und schaffte es irgendwie, Instinkten und viel Übung im Prügeln sei Dank, unter den Armen hinwegzutauchen und mit der ausgestreckten Hand ein Büschel Haare vom Bein zu erwischen, mithilfe derer ich mich an das Bein direkt über die Klauen zog. Mit der rechten Hand zog ich das Messer, fast so lang wie mein Oberschenkel und ganz leicht säbelähnlich gebogen, durch meine Hosentasche aus dem Holster und rammte es in die hintere Seite des Schenkels des Affenbiests. Ich spürte den plötzlichen Ruck am Griff, vom Widerstand des Fleisches, das Zittern der angespannten Muskeln, die Vibration im ganzen Körper durch das wutentbrannte Brüllen und schließlich sogar ein leichtes Schaben am Knochen vorbei – auch wenn letzteres auch gut meiner überaktiven Fantasie entsprungen sein konnte. „Hey Tarzan!“ Das Messer mit einem Ruck zurückziehend, drehte ich es in der Hand und hielt ihm den Griff entgegen. „Das will ich wieder-“ Die Luft scharf zwischen den Zähnen einsaugend, stieß ich mich möglichst vom Bein weg weil Brüllhorst, der Brüllaffe (wie ich den Mutanten spontan getauft hatte), mal wieder in meine Richtung ausholte, und landete…. Plumpste, um ehrlich zu sein, wieder irgendwo auf die Seite und rollte mich in etwa so elegant wie ein Kampf-Panda auf… die erste große Fläche, auf der ich langrollte, zufällig die Seite. Nicht sonderlich elegant, aber mein Körper war intakt! Nett! Leider gab's noch einen Hieb hinterher, weshalb ich mich mit den Füßen erneut abstieß und einen comedy-reifen Bauchklatscher machte. Auf den Fußboden. Zwiebelte auch gut.
Tja. Dann musste das mit der Waffenübergabe anders gestaltet werden. Das Messer ein paar Meter weggeworfen (nicht direkt in die Richtung des Mutantendingens, weil das das ja hätte abfangen oder wegschlagen können), ein gebrülltes „Hol's dir, Grimm!“ - und dann Fersengeld direkt am Affen vorbei. Yeehaw – vielleicht war ich ein bisschen lebensmüde. Ich hatte es tatsächlich geschafft, dass sich das Ding mit dem Rücken zum Messer wandte, Problem war lediglich, dass mir die Puste ausging (wer schon mal versucht hatte, betrunken zu sprinten, wird merken, dass das verdammt kurzatmig macht), weshalb ich mal wieder zu Boden ging und mich daher, das zweite Messer gezogen, hin und her rollte, um den Klauen zu entgegen, dabei halbherzige Hiebe verteilend. Gab's irgendwo 'nen Pause-Button?



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NoNameSorrySoon Offline

Grünschnabel

Beiträge: 37

01.10.2016 15:45
#36 RE: |||NEW|||AMERICANA||| Zitat · antworten




Ein Schmunzeln erschien auf meinen Lippen, welches ich durch einen an der Theke abgestützten Arm und meiner Hand, die sich dort 'nachdenklich' positionierte kaschierte. Elora war mit Feuer bei der Sache, und allein diese Erzählungen, wo meine Soldaten und ich eigentlich nur Seufzten und mehrere Komplikationen sahen, brannte sie für die Entdeckungen. Natürlich waren die Mutationen mit bestimmter Sicherheit folgen von Radioaktivität und unnatürlichen Ereignissen, aber während andere den Verfall sahen, sah Elora eine neue Möglichkeit. Sie hielt einen Monolog von Forschungen und Entdeckungen von Züchtungen und Zähmung. Ein Tier, was uns mal so beim vorbei gehen aufgefallen war, brachte sie ja tierisch aus der Fassung. Doch sie hielt inne, und entschuldigte sich für sich selbst. Ich nahm meine Hand von meinem Kinn und sah sie fragend an. "Du brauchst dich nicht unterbrechen.", wer in Gottes Namen hatte Frauen eigentlich dazu gebracht, sich für ihre Leidenschaften schämen zu müssen? Hatte irgendwer zu Elora mal gesagt, sie solle den Mund halten? Doch das war ein Phänomen, was ich häufiger beobachten durfte. "Du kannst natürlich weiter reden." , wies ich sie an, ehe mir ein kleiner Geistesblitz kam. "Wir haben noch niemanden, der sich so richtig intensiv mit den Forschung der Tiere beschäftigt. Du bräuchtest natürlich jemanden, der ein wenig Fachwissen hat. Und vermutlich auch ziemlich viel Schutz, wenn du dort draußen bist..", ich legte meine rechte Seite am Thresen ab und sah Elora direkt an: "Du müsstest das alles ausarbeiten und Broud vorlegen. Deine Ideen, deine Taktiken.", ich wusste nicht, ob Broud daran Interesse hatte, aber möglich war es doch? Wir hatten zwar Landwirte, aber die begnügten sich mit den alten Tieren, die noch unberührt waren. "Dann könntest du das ganze vielleicht ganz offiziell machen. Ohne Risiko und mit Gehalt." , so viel zu 'frei'. Aber ich konnte nicht anders. Dass sie noch nicht selbst auf die Idee gekommen war? Vielleicht auch wegen ihrem Bruder..
"Willst du eigentlich was Trinken Alistair?" , ich richtete mich auf und sah in Calebs Richtung. "Nein Danke..", ich mochte Alkohol und dessen Wirkung nicht. Ein Kontrollverlust, den ich mir nicht leisten konnte. Und auch einfach nicht erleben wollte. Natürlich hatte ich früher häufiger Alkohol getrunken und auch geraucht, aber ich tat meiner Gesundheit nichts gutes damit, ebenso meiner Ausdauer und anderen Dingen. Ganz abgesehen davon, dass wir so schon keine saubere Luft hatten. Rauchen innerhalb der Tunnel war sowieso verboten. Während ich kurz mit Caleb redete, hatte sich Lana um Elora gekümmert, die beide tuschelten irgendwas, und ich war mir nicht sicher, ob ich das überhaupt wissen wollte.
Caleb und Odeya schienen in einem Gespräch verwickelt zu sein. Ich konnte nur Caleb unauffällig direkt ansehen. Und ich war mir nicht sicher, ob die beiden gerade eine Art innigen Momentes hatten oder irgendwas ausheckten. Würde Caleb sowas denn überhaupt tun?
So wie Lana zurück gekehrt war, war auch Elijah wieder da. Ein freundlicher Kerl, auch wenn ich nicht sonderlich viele Worte mit ihm gewechselt hatte. Heute schienen sich alle um Elora zu reißen, daher drehte ich mich einfach um und sah ein wenig in die Menge, ob ich bekannte Gesichter sah, ob sie erschöpft, erheitert oder hoffungsvoll aussahen. Wer sah traurig aus? Wer hatte jemanden verloren?

Pummel Offline

Eumelchen <3


Beiträge: 72

01.10.2016 18:59
#37 RE: |||NEW|||AMERICANA||| Zitat · antworten


Zwischen Alistair und Lana, ein wenig mit der Gesamtsituation überfordert
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Wie erwartet machte ich mir mit meinem kleinen, abstrusen Ausbruch keine Freunde und erntete unterschiedliche Reaktionen. Die meisten der Anwesenden hielten sich mit Kommentaren zurück und reagierten mit höflicher Stille. Trotzdem entging mir nicht Calebs Augenbraue, die bei meinen Worten irritiert ihren Kurs gewechselt hatte. Ach wirklich, so schrecklich war die Idee jetzt auch nicht gewesen. "Du brauchst dich nicht unterbrechen." – durchbrach Alistairs Stimme unerwartet meine Gedanken. Perplex drehte ich meine Augen zu ihm und lächelte zaghaft, während er mich dazu animierte weiterzusprechen. Ich war dankbar für seine Unterstützung, auch wenn er wahrscheinlich der einzige mit dieser Meinung war.
"Wir haben noch niemanden, der sich so richtig intensiv mit der Forschung der Tiere beschäftigt.“ – sprach der Commander unerwartet weiter. Moment, was hatte er da gerade gesagt? Meine Augen wurden zunehmend großer, während Alistair von Plänen, Taktiken und möglichen Gehältern meiner potenziell zukünftigen Tätigkeit sprach. Ich spürte, wie sich mein Herzschlag vor Aufregung beschleunigte.
„Jonas hat mir das eine oder andere über Selbstverteidigung beigebracht. Ich kann schießen. Und… und ich bin ein schneller Lerner! Aber ja! Wenn das möglich wäre dann… dann wäre das… super…wirklich…“ – erwiderte ich aufgeregt, während ich mir gedanklich bereits die Möglichkeiten ausmalte, die so eine Tätigkeit für mich schaffen würde. Ich war für sowas doch praktisch prädestiniert! All die Wälzer, die ich in den letzten Jahren durchgearbeitet hatte. Das ganze Wissen, das nur darauf wartete genutzt zu werden. Wenn Alistair fand, dass es einen Versuch wert war, dann brauchte ich nicht länger zu zögern. Und Jonas würde das irgendwann auch akzeptieren. Besser so, als wenn ich mich heimlich rausschleichen würde, oder?
Immer noch ziemlich aus dem Häuschen blickte ich auf und merkte, dass Calebs Augen auf mir ruhten. Sobald unsere Blicke sich trafen, zuckten seine Mundwinkel kurz nach oben. Eine ansteckende Reaktion, die mich ebenfalls lächeln ließ. Vielleicht hielt der Dunkelhaarige mich am Ende doch nicht für einen hoffnungsvollen Fall? Nachdenklich verfolgte ich, wie Caleb Alistair fragte, ob dieser was trinken wollte. Eine Frage, die der Commander verneinte. Jetzt, wo ich so darüber nachdachte, konnte ich mich nicht daran erinnern Alistair jemals trinkend erlebt zu haben. Er dachte doch jetzt nicht schlecht von mir, weil ich mir gerade neben ihm ein Bier reinpfiff? Oh Gott und ich hatte mich ausgerechtet fürs Henry’s entschieden, um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Den letzten Ort, mit dem er wahrscheinlich etwas anfangen konnte. Schande über mein Haupt.
Ich sah Lana anfangs gar nicht kommen. Erst ihre plötzliche Frage an meinem Ohr ließ mich leicht hochzucken und zu der Dunkelhaarigen aufblicken. Was mich zum Strahlen brachte? Da gab es gerade mehrere Auswahlmöglichkeiten. Meine Befürchtungen kurzzeitig vergessend schenkte ich ihr ein breites Lächeln, während sie neben mir auf einem Hocker Platz nahm. „Ich dachte schon ihr beide nehmt euch da drin eine kleine Auszeit.“ – neckte ich meine Freundin und streckte ihr dabei kurz die Zunge aus. Ich gönnte mir noch einen Schluck Bier und beugte mich automatisch zu ihr vor, als sie mir etwas mitteilen wollte.
"Lektion Nummer 1. Wenn du einen Kerl aufreissen willst, nimm keinen mit in eine Bar."
Der Hinweis ließ mich perplex blinzeln. Meine Augen wanderten automatisch zu Alistair und dann wieder zu ihr zurück. Dann spürte ich bereits, wie meine Wangen sich abrupt wärmer anfühlten. „Aber…“ – stammelte ich und presste meine Lippen augenblicklich aufeinander, weil mir bewusst wurde, dass Lana Recht hatte. Aber ich hatte es doch nur gut gemeint! „Wir schauen heute ja nur… und ein Bier in netter Gesellschaft ist auch okay.“
Trotz meiner Worte suchten meine Augen kurz darauf bereits die Bar nach etwas Unbestimmten ab. Sobald ich den Tresen erreichte bemerkte ich, dass Caleb sich mittlerweile Odeya zugewandt hatte. Die beiden unterhielten sich über irgendwas. Dann griff die die junge Frau unerwartet nach Calebs Unterarm und zog ihn an sich. Sie beugte sich zu ihm vor und flüsterte ihm etwas zu. Eine sinnliche Geste, die bewirkte, dass ich perplex die Augen aufriss und die beiden kurz mit halb geöffneten Mund anstarrte. Sobald ich realisierte, was ich da gerade tat, umfasste ich mein eigenes Kinn und drehte meinen verdächtig warmen Kopf in eine andere Richtung. Wenn ich eben noch nicht rot gewesen war, dann spätestens jetzt. Ein wenig überfordert richtete ich meine Augen auf mein Bierglas und konnte das leise Seufzen nicht unterdrücken, welches mir kurz darauf entwich. Oh weh. So machte man das also. Durfte mich eigentlich nicht wundern, dass sich Direktheit durchsetzte. Daran würde ich wahrscheinlich noch arbeiten müssen. Sobald mir ein geeigneter Kandidat ins Auge springen würde.
Ich hielt kurz Inne, als Eli plötzlich vor uns auftauchte und Lanas leeres Glas auffüllte. Als sein Blick anschließend auf mich traf, drehte ich neugierig den Kopf schief.
„Wenn du nachher kurz eine Minute Zeit hast, komm mal zu mir.“ – sagte er und mehr einem Reflex folgend nickte ich auf seine Worte hin, ehe ich mich kurz räusperte. „Klar… jederzeit… also… später dann.“
Später. Meinte er jetzt nach Ladenschluss? Oder einfach, sobald ich eine freie Minute gefunden hatte? Ich ertappte mich dabei mehr in seine Aussage hinein zu interpretieren, als mir eigentlich lieb war. Das war doch nicht zu fassen, was so ein unerwartetes Bild in einem auslösen konnte. Frustriert über mich selbst konzentrierte ich mich wieder auf Lana neben mir und führte das Bierglas erneut an meine Lippen.
„Hast du denn noch andere Lektionen für mich? Und was hab ich alles verpasst? Calebs kryptische Erklärungen verwirren mich mehr, als das sie helfen würden.“

Neyl Offline

Admin


Beiträge: 36.219

01.10.2016 21:41
#38 RE: |||NEW|||AMERICANA||| Zitat · antworten



Henry´s | Stimmt einer wirklich dummen Idee zu...denke ich...we will see xDD


Eli schien Lanas Prozedur besser verkraftet zu haben, als angenommen. Um ganz ehrlich zu sein, hätte es mich nicht gewundert, wenn die Ärztin alleine zurückgekehrt wäre, weil sie ihren Patienten tatsächlich -wie auch angedroht- irgendwo festgebunden, oder alternativ mit irgendwelchen Tropfen außer Gefecht gesetzt hatte. „Auch wenn ich möglichst vermeiden möchte, noch mal genäht zu werden. Und nun troll dich wieder auf die andere Seite der Bar, du hast einen ruhigen Abend verdient.“, sagte Eli, woraufhin ich jedoch nur beiläufig abwinkte. Mit einer Schwester wie Kendra war einem so etwas wie ein ruhiger Abend ohnehin nicht vergönnt, außerdem sah Eli auch nicht so aus, als könnte er den Laden in diesem Zustand alleine schmeißen. "Fahr du lieber mal einen Gang runter, sonst werde ich Lana noch helfen müssen.", grinste ich über die Schulter zu ihm zurück, während ich den Verschluss der Flasche zuschraubte, mit deren Inhalt ich gerade Odeyas Glas nachgefüllt hatte. Als ich wieder zu der Brünetten blickte, überkam mich kurz der Drang sie aufmunternd anzustoßen, doch mitten in der Bewegung ließ ich meinen Arm auf die Theke sinken, der kurz danach überraschend von ihr in Beschlag genommen wurde. Irritiert wollte ich nach ihrem Blick suchen, da hatte Odeya sich aber schon zu mir vorgebeugt, ihre Lippen so nahe an meinem Ohr, dass niemand anderes als ich ihre Worte verstehen konnte. "Versprichst du es mir? Hältst du dicht?" Ihr versprechen, dass sie das nicht alleine machen musste? Hatte ich ja gesagt. Aber bei was sollte ich bitteschön dicht halten? Mich beschlich ein ungutes Gefühl und stirnrunzelnd drehte ich meinen Kopf in ihre Richtung. Ihre Worte klangen so, als wäre sie bereit zum Äußersten zu gehen, um Riley wiederzufinden und ich wusste nicht, ob mir diese Idee gefallen sollte. Vermutlich, weil ich genau wusste, was ich nicht alles tun würde, wenn Kendra plötzlich verschwinden sollte. Und genau das war auch der Grund, weshalb ich mich plötzlich nicken spürte. Ein paar Sekunden sah ich Odeya schweigend in die Augen, auch wenn ich meinen Entschluss bereits gefasst hatte. Ich wollte Riley finden und ihr dabei helfen, ihren Bruder zurückzubekommen. "Ich verspreche es.", wiederholte ich eindringlich, auch wenn ich mir noch nicht sicher war, worauf ich mich da genau einließ und ob ich mein Versprechen nicht eventuell bereuen würde.
Aber um genau zu erfahren, was in ihrem Köpfchen so vor sich ging, würde ich wohl noch etwas Geduld aufbringen müssen, denn ich spürte bereits jetzt, dass einige Blicke auf uns lagen, weshalb ich mich mit dem Unterarm etwas abstützte, um wieder ein wenig Abstand zwischen uns zu bekommen. "Warum glaube ich nur, dass du mir eine Menge Ärger bereiten wirst?", seufzte ich mit einem angedeuteten Lächeln, die Stimme noch immer gesenkt, ehe ich mich abwandte, um Eli etwas unter die Arme zu greifen. Der nahm gerade eine Großbestellung von einer Gruppe Verteidiger entgegen, die an einem der Tische saßen. Um ehrlich zu sein, war ich sogar ganz froh, dass ich mich nicht über die letzten vier Wochen unterhalten musste und den Gesprächsfetzen nach zu urteilen, die ich aufschnappen konnte, war die Exkursion gerade Thema. Ablenkend versuchte ich einer anderen Unterhaltung zu folgen und bekam mit, wie Lana gerade dabei war, Elora über den heutigen Abend in Kenntnis zu setzen. Herrje, gab es eigentlich nichts Interessantes zu berichten? Schließlich waren wir einige Zeit lang weggewesen und bis auf Elis Kneipenschlägerei schien sich nichts Großartiges abgespielt zu haben. Doch ich machte mir keine Illusionen, dass mein Urlaub entspannt verlaufen würde. Mein Blick huschte kurz zu Odeya. Denn nun hatte sich noch eine andere Frau in mein Leben gesellt, die den Ärger vermutlich ebenso anzog, wie Kendra.

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Pummel Offline

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01.10.2016 21:50
#39 RE: |||NEW|||AMERICANA||| Zitat · antworten


Mit Kendra an der Oberfläche, entdeckt eine längst vergessen Fähigkeit wieder
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Rodeos. Elora hatte mir mal von der sonderbaren Sportart der Vergangenheit erzählt. Damals hatte ich der Vorstellung nicht wirklich etwas abgewinnen können. Doch jetzt glaubte ich zu verstehen, was die Menschen dazu angetrieben hatte ihr Leben für eine Portion Nervenkitzel und Ruhm aufs Spiel zu setzen. Scheiß auf den Ruhm. Es zählte der Kampf. Die Regel des Stärkeren; ungeachtet aller Vor- und Nachteile. Ich rammte gerade mein Knie in den massiven Rücken vor mir, versuchte zappelnd eine empfindliche Stelle zu erwischen, ohne dabei selbst meinen Halt zu verlieren. Die Idee mit dem Würgegriff hatte sich am Ende als Fehlschluss erwiesen. Das Ding bestand praktisch aus Muskeln. Ich hätte wahrscheinlich bis an mein Lebensende an seinem Nacken herumdrücken können, ohne dass das Viech etwas merkte.
Plötzlich registrierte ich eine Regung vor meinem wackelnden Sichtfeld. Kendra torkelte uns gerade zielgerichtet entgegen. Himmel, bitte nicht! Wutentbrannt riss ich an dem kräftigen Nacken des Affen, während sie unter einem Angriff hinwegtauchte und unter dem Viech verschwand. Noch ehe ich die Wörter, die mir auf der Zunge brannten, herausschreien konnte, sah ich bereits eine beeindruckende Klinge in der Luft aufblitzen, die Kendra in den Oberschenkel des Affenwesens rammte. Wo hatte sie denn auf einmal das Teil her??? „Hey Tarzan!“ – hörte ich die furchtlose Amazone rufen, ehe sie mir die Waffe entgegenstreckte. Doch ehe ich den Griff zu fassen bekam, kam der strauchelnde Affenmutant dazwischen. Fast schon hilflos verfolgte ich, wie Kendra mit Mühe und Not zwei Angriffen auswich und dann platschend auf dem Bauch landete. Frustriert rammte ich das Taschenmesser noch ein paar Mal in die Schulter des haarigen Biestes. Dann bemerkte ich, dass Kendra die Waffe in unsere Richtung geworfen hatte. „Hol's dir, Grimm!“
Schlaues Mädchen. Ich reagierte instinktiv, als ich meinen Griff abrupt lockerte und mich rollend ins Glas fallen ließ. Erst, als ich wieder auf den Beinen war, merkte ich, dass Kendra auf die Glorreiche Idee gekommen war den Köder zu spielen und nun um ihr Leben rannte. Torkelte. Stolperte!
So schnell mich meine Füße tragen konnten, überquerte ich die wenigen Meter, die mich von der Waffe trennten und sammelte sie im Vorbeilaufen vom Boden auf. Ohne mein Tempo sonderlich zu verlangsamen rannte ich nun dem Affenbiest entgegen, welches Kendra längst eingeholt hatte und dazu übergegangen war seine klauenbesetzten Pranken unaufhaltsam gegen den Boden unmittelbar neben ihr zu schmettern. Es holte gerade zum nächsten Angriff aus, als ich die Klinge hervorschnellen ließ und sie ohne großen Widerstand seitlich in den dunklen, haarigen Rücken rammte. Ich ignorierte den schmerzverzerrten Schrei und das Blut auf meinen Händen, während ich den Griff einmal herumdrehte und dann aus dem bebenden Leib riss; eine rote Fontäne hinter mir herziehend. Noch während das Ding wutentbrannt ausholte, stach ich ein weiteres Mal zu und baute darauf mich rechtzeitig hinwegducken zu können. Ich verfestigte meine Finger um den Griff des Messers und drehte meinen Kopf zur Seite. Dann wurde ich von der Wucht des Schlages weggeschleudert. Ich merkte nicht einmal wirklich, wann ich das Messer losließ. Ich war in der Luft. Dann polterte ich unbeholfen auf den harten Untergrund und landete rücklings auf dem staubigen, mit Gras bewachsenen Boden. Ich blinzelte und reckte meinen Kopf etwas unbeholfen in die Richtung, aus der ich gekommen war. Kopfüber betrachtete ich nun, wie der Mutant in der Nähe unkoordiniert in der Gegend herumstolperte. Über seinen gesamten Rücken zog sich eine tiefe Schnittwunde, die er seinem eigenen Angriff zu verdanken hatte. Und wo war Kendra? Nur langsam merkte ich den Schmerz, der sich über meinem rechten Auge und der Schläfe ausbreitete. Ohne meine Augen von dem Torkelspiel zu lösen, tastete ich kurz über die Kratzspuren auf meiner Haut, die bluteten. Huh.
Kurz darauf sank der Affenmutant bereits krachend auf dem Boden zusammen. Ich blinzelte erneut und merkte, wie sich mein Herzschlag allmählich wieder beruhigte. Meine Mundwinkel zuckten und mir entwich ein leises Grunzen. Kurz darauf lachte ich bereits. Erst leise, dann immer lauter. Ich wusste nicht einmal wirklich wieso. Aber es war lange her, dass ich mich das letzte Mal so gut amüsiert hatte.

NoNameSorrySoon Offline

Grünschnabel

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01.10.2016 23:15
#40 RE: |||NEW|||AMERICANA||| Zitat · antworten


Im Henry's


Ich konnte es quasi in Calebs Kopf rattern sehen. Wenigstens dachte er intensiv darüber nach, ehe er jemanden wie mir, zugegebener Maßen einer Person, die gerade einen recht kriminellen Plan ausheckte, zustimmte. Doch sein Nicken bestätigte mir, dass er mir half. Natürlich wusste ich nicht sofort, ob ich ihm vertrauen konnte. Aber das würde die Zukunft ja eh zeigen. Als er sich von mir entfernte, schlich sich ein kleines Lächeln auf meine Lippen. Ich lehnte mich zurück und besah ihn. Er könnte für vieles nützlich sein. Sein "Ich verspreche es.", verdeutlichte seine Zustimmung noch einmal. "Warum glaube ich nur, dass du mir eine Menge ärger bereiten wirst?", fragte er und mein rechter Mundwinkel ging ein wenig nach oben. "Weil du weißt, dass ich gut bin. Und...", die Offenbarung, dass Riley leben könnte und ich jemanden hatte, der Ahnung von Dingen wie ..Militärstruktur, Innenaufbau und Kampftechniken hatte, ließ meinen Tag in einem ganz anderen Licht stehen. Ich lächelte breiter, so dass tatsächlich meine Zähne zum Vorschein kamen. Ich wusste nicht, wie lange das her war, dass ich wirklich richtig lachte. "Du eine Heiden Angst davor hast, mir körperlich ein wenig Nachhilfe zu geben. Kann manchmal echt wild werden... ich brauche jemanden der mir ordentlich Ausdauer und Technik beibringt.", meine Lippen kräuselten sich lasziv. "Die Tiere da draußen sind gefährlich. Bei meiner Arbeit komme ich immer wieder an meine Grenzen..", ich schlug meine Beine übereinander und betrachtete meine Fingernägel. "Bisher hab ich sowas nur Intuitiv gemacht, aber ich denke, dass ein wenig bestimmte Nachhilfe ganz nützlich sein könnte.", Test Nummer 1: ging er vernünftig mit Verantwortung um?
Ich hob aus meiner Tasche eine Karte, die Zugang zu meinem Heim gewährte. Ich hatte woanders noch eine Karte versteckt, falls ich diese hier mal verlieren sollte. Viele fragten mich, ob ich eine Kopie von ihren Schlüssel machen konnte. Eigentlich bekam man nämlich nur 2. Und einigen reichte dies nicht. Ich schob die Karte über den Tisch Richtung Caleb. "Du weißt Bescheid?", ich warf Caleb nochmals einen Blick zu und erhob mich dann von meinem Stuhl. Aus meiner anderen Hosentasche holte ich Geld und bezahlte meine Drinks, die ich bei Caleb noch nicht bezahlt hatte, bei Elijah, der gerade noch mit Elora gesprochen hatte. Ich erwartete nicht, dass er groß Konversation betrieb. Er schien anderweitig beschäftigt. Zumindest sah er ein wenig.. fertig aus. Nicht, dass es eine Überraschung war.
Ich nickte kurz in Richtung seines Armes. "Gute Besserung..hm?"

Neyl Offline

Admin


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02.10.2016 02:04
#41 RE: |||NEW|||AMERICANA||| Zitat · antworten






Henry´s | Fungiert als Wingman



„Ich dachte schon ihr beide nehmt euch da drin eine kleine Auszeit.“ Mein Blick huschte kurz zu Eli, der sich mit Caleb unterhielt, ehe ich mich wieder lächelnd an Elora wandte. "Aber sicher...", erwiderte ich lediglich und verdrehte amüsiert die Augen. Ob nun das Bier in ihren Händen an dieser Aussage schuld war, oder sie mit ihren Gedanken recht fixiert war, ließ ich einfach mal so dahingestellt. Den kleinen Hinweis konnte ich mir daraufhin aber nicht mehr verkneifen.
Ich hatte nicht beabsichtigt Elora in Verlegenheit zu bringen, weshalb ich diese Worte absichtlich gedämpft vorgebracht hatte und dennoch schoss ihr die Röte augenblicklich ins Gesicht. „Wir schauen heute ja nur… und ein Bier in netter Gesellschaft ist auch okay.“ So, wir begutachteten also erstmal potenzielle Beute, bevor wir (also sie) uns auf die Jagd machten? Konnte mir nur recht sein. Für heute hatte ich wirklich genug Leute verarztet, da brauchte ich nicht auch noch Jonas, der Nasen zertrümmerte und Kiefer brach, weil man seiner Schwester zu nahe gekommen war. Und ich selbst konnte darauf auch verzichten, schließlich hieß ich nicht Kendra. Apropos, Elis Machtwort schien erstaunlicherweise zu beiden Parteien durchgedrungen zu sein, denn von keinem war eine Spur zu entdecken. Ich schüttelte kaum merklich den Kopf und konzentrierte mich wieder auf das junge Mädchen neben mir, die gerade eine interessante Entdeckung gemacht hatte. Odeya und Caleb? So lange waren Eli und ich doch auch nicht weggewesen, oder? Während Elora dieser Anblick scheinbar verstörte, entlockte er mir lediglich ein leichtes Lächeln, ehe ich meine Augen wieder auf die hoffnungslose Romantikerin richtete. Sie war sich dessen zwar nicht bewusst, aber sie hatte keinerlei Gründ eifersüchtig auf Frauen wie Odeya zu sein, denn sie stand ihr in nichts nach. Auch wenn die Brünette den Vorteil hatte, dass sie sich nahm, was sie wollte und Elora musste lediglich lernen, es ihr nachzutun. Doch noch ehe ich ihr aufbauende Worte zusprechen konnte, kam Eli mir zuvor, schob mir ein neues Getränk vor die Nase und fragte Elora, ob er sie nachher kurz sprechen könnte. Ich würde lügen, wenn ich abstreiten würde, dass in diesem Moment nicht ein gewisser Beschützerinstinkt in mir aufflammte, den ich mir nicht mal erklären konnte. Mal davon abgesehen, dass seine Bitte nicht den geringsten Hauch irgendeiner Zweideutigkeit aufwies, sprachen wir hier immerhin von Eli. Wenn überhaupt, kam er der Vorstellung eines Prinzen noch am nächsten. Mal abgesehen von dem fehlenden Ross, dem Schloss und der Singstimme. Wobei ich Letzteres nicht ganz bestätigen konnte, aber auch nicht unbedingt vom Gegenteil überzeugt werden musste. Jedenfalls...„Hast du denn noch andere Lektionen für mich? Und was hab ich alles verpasst? Calebs kryptische Erklärungen verwirren mich mehr, als das sie helfen würden.“, wandte sich Elora fragend an mich und ich nippte kurz an meinem Getränk, während ich kurz abwägte, wieviel ich ihr erzählen sollte. Langsam stellte ich das Glas wieder auf die Theke und hob die Hand, um damit eine abwinkende Geste zu vollführen. "Jonas war eben...Jonas.", erwiderte ich kurz zögerlich, ehe ich lächelnd meinen Kopf in ihre Richtung drehte. "Ich glaube, dass heute jeder ein bisschen schlechte Laune hatte, eins führte zum Anderen, ein paar Testosterone zuviel und voilá. Aber mach dir keine Sorgen. Eli wollte lediglich verhindern, dass das Ganze aus dem Ruder läuft." Außerdem war Jonas nicht schwer verletzt und das Hausverbot sorgte dafür, dass die Wahrscheinlichkeit um 90% gestiegen war, dass auch die Unversehrtseit der anderen Gäste erhalten blieb. Ich wollte gerade etwas hinzufügen, als ich bemerkte, wie Odeya eine Schlüsselkarte (vermutlich ihre eigene) über den Tresen hinweg zu Caleb schob. Okay...Sah so das neue Begrüßungsritual für unsere rückkehrenden Helden aus? Etwas irritiert beobachtete ich, wie Odeya ihre Rechnung beglich und Eli dann gute Besserung wünschte. Für meinen Geschmack mutete der Barkeeper seinen Verletzungen noch immer zuviel zu, weswegen ich mir fest vornahm, dass ich ihn kein weiteres Mal behandeln würde. Na schön, würde ich doch. Aber dann musste diesmal mehr herausspringen als ein Freigetränk, soviel stand fest.

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JaneDoe Offline

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02.10.2016 02:05
#42 Ihr seid ja langweilig XD Zitat · antworten


macht sauber


Ich war wirklich kein geduldiger Mensch. Ich hasste es, warten zu müssen. Und noch mehr hasste ich es, wenn warten bedeutete, dass ein riesiger, mutierter Affe über mir türmte und mithilfe unterarmlanger Klauen (ja, ich übertrieb gern hier und da mal, aber der dramatische Effekt und so!) mir den Arsch bis zu den Ohren aufreißen wollte. Wie lange konnte es bitte dauern, ein Langmesser aufzuheben und damit hier aufzukreuzen?
Extrem elegant, in einem schmerzhaften und ungesunden Hohlkreuz, stieß ich kurz den Atem aus, bevor ich mich zu einer Kugel zusammenrollte und den Schmerz ignorierte, als die Klauen über meinem Kopf in den Boden schlugen und mir dabei nicht wenige Haare ausrissen. Scheiß Biest! Meine Haaren waren heilig!
Manchmal jedenfalls.
Scheinbar war Prinzessin fertig damit, ihre Strumpfbänder zu richten, und attackierte das Affending, weshalb es einen Moment lang von mir abließ. Kurz in Ruhe gelassen, fasste ich den Griff meiner Waffe und rammte sie einfach nach oben in den behaarten Oberkörper über mir. Der Widerstand der Muskeln, wie sich das Blatt der Klinge verschob, als sich verschiedene Stränge anspannten oder zuckten, und letztendlich das Vibrieren bis in den Griff, als die Schneide an einer Rippe entlang schabte. Blut, dass den Griff tränkte und mir den Unterarm bis zur Schulter hinablief und lauwarme, nasse Flecken auf Gesicht und Vorderseite, eine Mischung aus Geifer und Blut des Monsters. Mit einem Schlurz-Geräusch (ich weiß, dass das kein Wort ist, das ist Onomatopoesie, das ist dichterische Freiheit, lass mich! Schlurz! Schlurz!) zog ich mit einem Ruck an dem Griff, bevor das Ding über mir zusammenbrach. Shit. Viel zu schwer. Viiieeeeel zu schwer! Ich wand mich hin und her und stach mein Messer in den Untergrund, zog mich daran vorwärts, bis ich unter der Achselhöhle des nun toten Mutanten hervor krabbelte und mich aufrichtete, mich fühlte wie Jesus selbst. Auferstanden von den Toten und so. Ich zog auch das zweite Messer aus dem Kadaver, und stakste, wacklig auf den Beinen, zu dem Typen, der von oben bis unten blutbespritzt war, auf dem Rücken lag und lachte. Ganz abgesehen davon, dass ich ebenfalls grinste: Jonas Grimm konnte lachen? Verrücktes Geräusch. Aber ich nutzte die Zeit, die er abgelenkt war, und wischte die Klinge, die er besudelt hatte, von beiden Seiten an seiner Jeanshose ab, die andere säuberte ich grob an meiner eigenen Jogginghose. Zittrig von der Jahresration Adrenalin, die mir durch die Venen schoss, schob ich meine Waffen durch die Hosentasche in die Holster zurück. Ich wusste doch, dass ich gar nicht so behämmert war, mich ständig auszurüsten. „Ich will übrigens nie wieder von dir hören, dass ich irre bin, du Psychopath…“ Doch meine Mundwinkel zuckten ebenfalls wie wild, ich war gerade eher weniger in der Lage, meine Mimik zu beherrschen (noch weniger als sonst; und daran war unter anderem der Alkohol, aber vielleicht auch der wilde Bitchfight mit einem klauenbewährten Mutantenaffen schuld)
Ich gab auf und grinste breit, während ich die Reste meines Tops von meinem Handgelenk zerrte. „Ist ja widerlich“, begann ich und hockte mich neben ihn, während ich damit einfach über sein Gesicht rubbelte, bis er überall rot und fleckig war. „Du läufst die ganze Zeit mit blutverschmiertem Gesicht rum. Mach dich mal sauber, ey.“ Als ich irgendwo an seinem Kinn angekommen war, bemerkte ich, dass frisches Blut an der Stirn nachlief. Seufzend beugte ich mich näher darüber, bevor ich den Stoff zu einer kleinen Wurstrolle zusammendrehte und sie fest auf den Kratzer presste. „Der ist fett. Wird sicher 'ne Narbe. Dann musst du jedes Mal erzählen, dass dir eine besoffene Frau deinen jämmerlichen Arsch gerettet hat.“, grinste ich und ließ mich in den Schneidersitz fallen.



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Pummel Offline

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02.10.2016 17:11
#43 Never!!! Zitat · antworten


Zwischen Alistair und Lana, versucht es mal ein wenig anders
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Geduldig betrachte ich Lana dabei, wie sie an ihrem Getränk nippte und dabei wahrscheinlich überlegte, wie sie meine Fragen am besten beantworten konnte. Ich war schließlich Jonas‘ kleine Schwester und durfte ja nicht all die schmutzigen Details seiner unangebrachten Abenteuer erfahren. Buhu. Schließlich stellte meine Freundin ihr Glas wieder ab und begann zu erklären. "Jonas war eben...Jonas." Natürlich. Auch, wenn ich wusste, wie sie es meinte, konnte ich nicht verhindern, dass meine Unterlippe geringfügig nach vorne rutschte. Zum Glück ging die Erklärung jedoch kurz darauf weiter.
"Ich glaube, dass heute jeder ein bisschen schlechte Laune hatte, eins führte zum Anderen, ein paar Testosterone zuviel und voilá. Aber mach dir keine Sorgen. Eli wollte lediglich verhindern, dass das Ganze aus dem Ruder läuft."
„Hm, okay. Aber trotzdem... gleich ein Hausverbot finde ich schon etwas... weiß nicht... am Ende muss ich mir dann wieder Sorgen machen, wo er sich diesmal eingegraben hat...“
Seufzend senkte ich meinen Blick und begann nachdenklich mit meinem leeren Bierglas zu spielen. Natürlich fand ich es unfair, dass Jonas vor die Tür gesetzt worden war. Schließlich war ich seine Schwester. Ich konnte da nur selten ganz objektiv bleiben... selbst wenn der Sturkopf das Lager auf den Kopf stellte. Denn ich wusste, dass er auch anders konnte und es meistens eigentlich nicht so meinte.
Ein kurzer Seitenblick zu Odeya und Caleb verriet, dass die beiden sich wohl auf etwas geeinigt hatten. Anders konnte ich mir zumindest nicht erklären, wieso sie ihm gut gelaunt eine Zugangskarte reichte. Vermutlich zu ihrem eigenen Zimmer? Eigentlich ging es mich ja nichts an, also ließ ich meine Augen über die restlichen Gesichter in der Bar wandern. Ich bemerkte einen Verteidiger mit buschigen Augenbrauen, mit dem ich mich in den vergangenen Monaten bereits einige Male unterhalten hatte. Meist nur zufällige Begegnungen in und um die Kaserne herum. Eigentlich ein ziemlich netter Kerl. Vielleicht sollte ich ihm ja auch meine Zugangskarte übergeben? War das vielleicht ein Trend, den ich nicht mitbekommen hatte?
Seufzend richtete ich meine Augen auf Eli etwas weiter weg, der gerade von Odeya angesprochen worden war. Ich erinnerte mich an die Worte des Blonden von zuvor. Nachher. Ich beschloss dass „nachher“ gerade eingetroffen war. „Warte mal kurz.“ – nuschelte ich Lana entgegen, ehe ich munter von meinem Hocker sprang und mit meinem leeren Glas bewaffnet hinter die Theke zu Caleb trat. Irgendwie musste ich ja Eli darauf aufmerksam machen, dass ich bereit war mit ihm zu reden? Und was war da dezenter und gleichzeitig aussagekräftiger, als meine Person an der Bar, die ihm vielsagende Blicke zuwarf? Noch ehe Caleb mich auf mein vorwitziges Verhalten aufmerksam machen konnte, hielt ich ihm grinsend mein leeres Glas entgegen. „Keine Panik ich will hier nur kurz auf Eli warten... er wollte was mit mir besprechen.“ – erklärte ich und legte dabei den Kopf schief – „Könntest du das Glas vielleicht nachfüllen? Irgendwie ist es schneller leer geworden, als mir lieb war... danke?“
Mein Grinsen ging in die Breite, als er mir den Behälter tatsächlich abnahm und sich dabei fast dazu verleiten ließ seine Mundwinkel in Wallung zu bringen. Aber auch nur fast! Zufrieden ließ ich meine Augen über die Bar wandern und entdeckte wieder Alistair, der ziemlich in Gedanken schien. Da brachte ich ihn schon mal dazu sein Büro zu verlassen und ließ dann zu, dass er sich langweilte. Das musste ich schnell irgendwie wieder gut machen. Nicht weiter darüber nachdenkend trat ich zu ihm, beugte ich mich über die Theke hinweg zu dem Commander rüber und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln.
„Hm, hey... willst du sicher nichts trinken? Ich glaube die haben auch Wasser hier.“ – fing ich zögerlich an und zog dann eine leichte Schnute „Ich bin zwar nicht befugt dir etwas einzuschenken, aber ich habe Connections zu Caleb da drüben, der kann das ziemlich gut.“
Ich nutzte die Tatsache, dass der Dunkelhaarige beim Klang seines Namens aufblickte und zwinkerte dem vorläufigen Barkeeper kurz zu, ehe ich fragend meine Augen wieder auf Alistair richtete.

JaneDoe Offline

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03.10.2016 00:13
#44 Pffft XD Zitat · antworten


ELI

Einerseits brauchte ich Hilfe, anderseits sollte Caleb sich nach vier Wochen Außeneinsatz dringend wirklich einen ruhigen Abend gönnen. Dennoch versuchte ich nicht noch einmal, ihn wegzuschicken, konnte ich ihn als Arbeitskraft immerhin wirklich gut gebrauchen. „In Ordnung. Aber beschwer dich hinterher nicht, das hast du dir selbst ausgesucht.“
Während ich auf Elora zutrat, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass ich später kurz mit ihr reden wollte, wandte sich Caleb an Odeya, und aus dem Augenwinkel beobachtete ich, wie sie die Köpfe zusammensteckten. An jedem anderen Tag hätte ich gesagt, dass da die Funken gesprungen waren und hätte das höflich übersehen, aber Odeya war heute alles andere als in Flirtlaune. Bisher eher missmutig und schlecht gelaunt war es unwahrscheinlich, dass hier tatsächlich der Fleischeslust gefrönt wurde. Aber okay, das war wie immer nicht mein Problem, und so löschte ich das wieder aus meinem Gedächtnis, wie ich das mit allen Dingen machte, die ich mitbekam, ohne, dass ich das wissen wollte. Stattdessen schoss mir eine Idee für Likör in den Kopf – hatte ich jemals versucht, einen Kokoslikör mit einem Schuss Orange zu veredeln? Vielleicht mit der leicht bitteren Note der Schale?
Ich kritzelte das fix auf einen meiner Notizblöcke, die überall am Tresen herumlagen, im Moment beispielsweise hinter mir im Fach bei den Abrechnungsmaschinen und Ersatzakkus für jene und unter der Zapfanlage auf einem Fass. Das Grübeln über jene Idee lenkte mich ab, sodass ich zwar sah, wie Odeya Caleb ihre Schlüsselkarte zuschob, diese Information im Gehirn aber gar nicht verarbeitete. Sehen, ohne zu sehen sozusagen. „Gute Besserung...hm?“, sagte Odeya, als sie die Bar verließ, und ich lächelte. „Danke. Dir auch.“ Und sie wusste ja, wo sie mich fand, wenn sie etwas brauchte. Die Bezahlung war mit Chipkarten auch nicht weiter sonderlich schwierig abzuwickeln, weshalb ich mich gleich meinem neuen Teilzeit-Lehrling widmen konnte. „Ich bin dir dankbar, dass du hilfst, aber das wird nicht heißen, dass ich dich mit Samthandschuhen anfasse, mein Lieber“, warnte ich Caleb vor, bevor ich ihm kurz meine Ordnung in der Bar erklärte und die Bedienung der Zapfanlage (den Hebel ziehen und das Glas schräg halten reichte nicht aus, um das Bier fließen zu lassen). Schließlich drückte ich ihm eine kleine mobile Kasse in die Hand, erklärte ihm, wie jene funktionierte, wie er den Akku wechselte, und zeigte ihm die kleine Preisliste, die sich am Rand ausfahren ließ, wo er einfach nur das Getränk auswählen musste. Ich kannte mittlerweile die Nummern auswendig und konnte fix mit einem Drücken einer Taste buchen, anstatt ewig durch die Liste scrollen zu müssen. Für gewisse Berufe hatte man wieder zu analogen Tasten anstatt nur den Touchscreen zurückgefunden, denn sie hatten den Vorteil, dass sie haptisch zu erfühlen waren. Ich konnte also buchen, während ich mit jemandem sprach, ohne hinsehen zu müssen. „Versuch, so wenig wie möglich kostenlos zu verteilen. Wenn irgendetwas unklar ist oder es Probleme gibt, ruf mich einfach. Alles verstanden?“ Ich deutete schmunzelnd auf meine eigene Kasse. „Wenn du gehen willst, sag mir Bescheid, dann rechnen wir deinen Lohn aus, und wir sprechen darüber, ob du einen Gefallen bei mir gut hast."



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Pummel Offline

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03.10.2016 12:42
#45 Nix da! Zitat · antworten


Oberfläche mit Kendra
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Immer noch lachend nahm ich irgendwann ein Rascheln und holprige Schritte wahr, die sich mir näherten. Nicht schwerfällig genug, um von einem blutrünstigen Affenmutanten zu stammen. Grinsend blinzelte ich langsam und bemerkte Kendra auf mich zutorkeln. In ihren Händen hielt sie zwei blutgetränkte Messer. Auch ihren Körper zierte die rote Flüssigkeit. Die spuren klebten in ihrem Haar, perlten an ihrer Haut herab, hatten sich in dem knappen Stoff festgesogen, den sie noch am Leibe trug. Sie schien jedoch nicht verletzt zu sein. Wo zum Henker hatte sie jetzt plötzlich zwei Messer her???
Während ich mich darum bemühte mich wieder einzukriegen und mir abwesend mit den Fingern über die Augen strich, wischte das Weib eine der Klingen an meiner Hose ab. Hatte die wirklich nichts Besseres zu tun? Als würde ich nicht schon scheiße genug aussehen.
„Ich will übrigens nie wieder von dir hören, dass ich irre bin, du Psychopath…“ – hörte ich sie sagen. Die hatte gut reden. In ihrem jetzigen Aufzug stand sie einer Bloody Mary in nichts nach. Das verzerrte Grinsgesicht, welches kurz darauf ihre Lippen zierte, verfestigte nur die Assoziation.
„Hey, das hier war deine Idee... geht also alles auf deine Kappe...“
Gelegentlich noch leise auflachend betrachtete ich sie dabei, wie sie sich etwas unkoordiniert die Reste ihres Tops von ihrem Handgelenk zupfte. Sie beschwerte sich lauthals, während sie sich neben mir hinhockte. Als nächstes spürte ich den feuchten, teils klebrigen Stoff in meinem Gesicht. Reflexartig kniff ich die Augen zusammen und merkte ihre Absicht erst, als sie meine Worte von zuvor nachäffte. So sah also ihre Dankbarkeit aus. Zugegeben, meine Bemühungen waren in Anbetracht unseres jetzigen Aussehens vergebens gewesen. Trotzdem musste ich wieder grinsen.
Ich öffnete langsam ein Auge, als sie unerwartet Inne hielt und gebannt auf einen Punkt über meinem Auge starrte. Was war denn jetzt kaputt? Noch ehe ich zu einer Antwort kommen konnte, presste sie den Stoff plötzlich gegen meine verletzte Stirn, was mir einen zischenden, schmerzerfüllten Laut entlockte. Ich wusste jetzt zumindest, wen ich eindeutig nicht um Hilfe bitten würde, falls ich das nächste Mal verletzt wäre.
„Der ist fett. Wird sicher 'ne Narbe. Dann musst du jedes Mal erzählen, dass dir eine besoffene Frau deinen jämmerlichen Arsch gerettet hat.“ – stellte die taffe, strunz besoffene Heldin grinsend fest, ehe sie sich im Schneidesitz neben mir niederließ, ohne dabei von meiner malträtierten Stirn abzulassen. Mir entwich ein resigniertes Seufzen, während ich die verrückte Krankenschwester betrachtete.
„Solange ich keines meiner Kinder nach dir benennen muss… kendra is‘n beschissener Name.“ – konterte ich schief lächelnd und legte dabei meine Hand an die ihre. „Lass mal... sonst gewöhn ich mich noch an die Zärtlichkeiten.“ – kommentierte ich leise, ehe ich ihre Finger in den Shirtresten lockerte und den Stoff nun selbst gegen die Verletzung drückte. Ächzend setzte ich mich auf und warf einen kurzen Blick zu dem leblosen Körper einige Meter weiter.
„Also was jetzt? Wie wäre es mit einem kurzen Abstecher zum Zentralstaat? Wir könnten ihn fix stürzen und für etwas Anarchie sorgen... klingt doch spaßig...“ – hörte ich mich abwesend nuscheln. Nachdenklich zwang ich meine müden Knochen zur Regung und stiefelte noch etwas wackelig zu dem Affen. Den Stoff weiterhin über meinem Auge festhaltend, trat ich mit meiner Schuhspitze gegen das tote Fleisch. Keine Reaktion. Die Vorstellung, dass wir beide hier an seiner Stelle liegen könnten, erfüllte mich komischerweise nicht wirklich mit Sorge.
Seufzend beugte ich mich vor und zog mein Taschenmesser mit einem kleinen Ruck aus dem Körper. Vielleicht sollte ich mir für die Zukunft etwas Größeres zulegen. Kendras Beispiel folgend wischte ich die Waffe kurz an meiner Hose ab, ehe ich sie wieder verstaute. Dann fiel mein Blick ein weiteres Mal auf Kendra. Eines musste man ihr ja lassen. Selbst im Vollsuff wusste sie sich irgendwie zu verteidigen. Oder hatte sie einfach mehr Glück, als Verstand? Elora hatte mal gemeint, dass Betrunkene sich seltener schwere Verletzungen zuzogen. Irgendwas in die Richtung, woran ich mich natürlich nicht mehr erinnern konnte. Wahrscheinlich wurde es langsam an der Zeit sich wieder nach unten zu begeben.
„Wo ist überhaupt der Wein abgeblieben...“

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