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Dieses Thema hat 170 Antworten
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 RPG~Profi
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Neyl Online

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Beiträge: 36.233

12.11.2016 22:46
#151 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Jaelyn

Das Ruckeln und Zittern des Karren wie er übers Kopfsteinpflaster oder unebenen Boden fuhr, machte meine Fluchtaktion nicht wirklich einfacher, auch wenn man meinen könnte, dass das Gewackel helfen sollte die entsprechenden Stifte und Riegel im Schloss beiseite zu schieben. Und dann war da ja auch noch meine ganz eigene Leibgade auf die ich jedoch gut und gerne verzichten konnte. Es verwunderte mich sowieso was sie jetzt mit mir vor hatten und warum auch noch mehrere aufpassten. Sah ich denn so gefährlich aus oder hatten sie nur das selbe Ziel? Oder stand einem noch schlimmeres bevor? Besser nicht weiter drüber nachdenken und sich wieder aufs Schloss konzentrieren. Immerhin wollte ich nicht länger hier drinnen bleiben, doch so langsam bekam ich den Eindruck das die Haarnadel im Material zu weich war, um den inneren Riegel zu bewegen und somit das Schloss zu öffnen.
Während der Wagen so vor sich hin schlich, fiel mein Blick auf einige Gewächse, die sich als Blümchen oder Unkraut ihren Weg zwischen den Plastersteinen ans Licht kämpften. Das könnte vielleicht hilfreich sein. Ich griff zwischen die Gitterstäbe und pflückte mir unbemerkt etwas Grün. So jetzt bloß nicht erwischen lassen, sonst konnte man meine Herkunft nicht mehr abstreiten oder aber nur sehr, sehr schwer. Ich schob einen Halm von meiner Seite aus ins Schlüsselloch, damit niemand sah was ich tat und legte meine Hand drüber. Das Pflänzchen im Inneren fing daraufhin an langsam zu wachsen und sich auszubreiten. Nach und nach verdrängte es die entsprechenden Stiften aus ihrer "Lock"-Position. Ich sah durch den Türschlitz und entdeckte wie der Riegel des Schlosses leicht wackelte und sich bewegte. Na geht doch. Nur noch ein bissen und ich bin hier wieder raus.

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Neyl Online

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12.11.2016 22:46
#152 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Pande

In diversen Seitengassen || schlussendlich bei Bast

Bitter enttäuscht sah ich sah ich Mister 'Ich teile meine Spielsachen nicht' hinterher. "Geizkragen", murmelte ich beleidigt und wandte mich um. Hoffentlich hatte niemand diese Blamage gesehen oder gar aufmerksam mitverfolgt. Auch wenn ich nur so ungeschickt gewesen war und in den Herren hineingestolpert war, wobei meine Absichten reinen Herzens wahren, da ich das Geschöpf neben ihm noch nicht gesehen hatte. Und jetzt ist es weg. Welch Pech. Ich stellte mich so unauffällig wie möglich mit dem Rücken zu der Stelle wo ich bis eben noch die reizende Unterhaltung geführt hatte und fuhr noch viel unauffälliger in eine meiner Umhangsfalten. Da ich einen neuen Umhang trug dauerte es ein wenig bis ich die Gewünschte Falte gefunden hatte, da sich in so gut wie jeder mindestens ein kleines Säckchen befand. Das, welches ich in dem Moment rauszuholen pflegte war eines meiner größten Schätze. Feinstes Salz bewahrte ich dort auf. Sehr teuer, aber glücklicherweise hatte ich vor einem Jahr einen... charmanten Matrosen kennen gelernt, der mir dieses Säckchen für weniger als mein ganzen Vermögen verkauft haben - aber genug davon. Ich nahm ein paar Körner zwischen Daumen und Zeigefinger warf es über meine Schulter und stahl mich in die nächste Seitengasse. Das Pech hatte ich damit hinter mir gelassen. Selig streichelte ich das Säckchen von außen bevor ich es wieder in meiner Falte verschwinden ließ. Wieder einmal nahm ich mir vor mich öfters mit Matrosen abzugeben.
Mittlerweile hatte ich noch weniger Lust auf das Tanzen bekommen, weswegen ich beschloss mich meiner zweiten Leidenschaft zu widmen. Dem Trinken. Ich blickte die Gasse entlang. Wenn ich hier weiter ging und dann nach links abbiegen würde, würde ich dort eine Kaserne finden? Oder doch nach rechts? Abschätzend wiegte ich meinen Kopf hin und her, bis ich mich dazu entschied den Würfel fallen zu lassen. 1-3 links. 4-6 rechts.
Es wurde eine glatte 2. Frohen mutes schwang ich meinen (zarten) Körper nach links und drückte mich an Fässern, Kisten und sonstigem Unrat vorbei. Was ich dann von Weitem sah, war nicht ganz eine Kaserne, allerdings fast genauso gut. Meinen Lieblings Bastard - wohlgemerkt, war er das erst seit heute, aber das minderte nichts. Warum ich ihn schon von weitem erkannte wusste ich auch nicht ganz. Vermutlich seine Präsenz oder einfach sein wallendes Haar von dem ich auch nur vermutete, dass es da war, da es zurück gebunden war. Zeit das herauszufinden würde ich bestimmt noch im Laufe des Abends bekommen. Ich näherte mich ihm auf einige Meter, sodass ich noch reagieren konnte, sollte er wild geworden sein und mich anspringen würde. Kurz gesagt war ich auf alles vorbereitet und begrüßte ihn so lächelnd mit einem: "So sieht man sich wieder."

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12.11.2016 22:47
#153 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Kilian

Es gestaltete sich allmählich recht schwierig unbeschadet durch die Massen zu kommen, da der Alkoholpegel wuchs und die Menge immer ausgelassener feierte. Das machte es uns zwar leichter ungesehen an den Wachposten vorbeizuhuschen, zerrte aber auch ein wenig an meiner Geduld. Ich steuerte die Richtung an, auf die ich Aneela zuvor aufmerksam gemacht hatte, auch wenn ich keine große Lust hatte, Astraea und diesem schmierigen Kerl nochmal zu begegnen. Andererseits standen die Chancen gut, ihnen in diesem Tumult nicht über die Füße zu laufen. Außerdem interessierte auch mich, was sich dort zugetragen hatte. Wobei Interesse der falsche Begriff war, Vorsicht war bei weitem passender.
Ich warf einen Blick zurück über die Schulter, um zu sehen, ob alle drei noch hinter mir waren, als ich plötzlich meinen und den Namen meiner Schwester vernahm, ehe eine kleine Gestalt zwischen den Menschen hervortauchte und hinter mir in Deckung ging. "Hat er mich gesehen, oder verloren? Sucht er mich noch? Ist er weg?" Überrascht blickte ich hinter mich, wo Artminea sich versuchte noch kleiner zu machen, als sie ohnehin schon war. "Was hast du nun schon wieder angestellt?", grinste ich zu dem zierlichen Mädchen hinunter, welches sichtlich erschrocken wirkte. Erheitert drehte ich mich zu ihr um und verschränkte die Arme vor der Brust, während ich abwartend zu ihr herunterblickte. "Ja?", hakte ich mit hochgezogener Augenbraue nach, während ich aus den Augenwinkeln mitbekam, dass Aneela offenbar nach dem Grund für Artmineas Flucht suchte. "Ah.", hörte ich meine Schwester sagen und ihr Tonfall verriet mir, dass was auch immer sie gesehen hatte, ihr nicht gefiel. Deutlich ernster folgte ich nun Aneelas Blick und als ich den tobenden Mann erkannte, der sich durch die Menge kämpfte, zogen sich meine Augenbrauen argwöhnisch zusammen. "Ich vermute mal, der sucht nach dir.", schlussfolgerte ich an das junge Mädchen gewandt und gab ihr einen sanften Stoß gegen die Schulter, damit sie wieder lächelte. "Das sind übrigens Enngelin und ihr Cousin Gabriel.", fuhr ich jetzt fort, als wäre nichts gewesen, schob Artminea in deren Richtung und ließ sie dann in der Obhut der Dreien zurück. Es dauerte nicht lange, bis ich mich dem Trunkenbold genähert hatte und ihn beim Passieren so anrempelte, dass er zurücktaumelte, über jemandes Bein stolperte und zu Boden ging. Ich blieb stehen, sah zu dem Mann hinunter, der knurrte und sich aufrappelte. Irgendwie beschaffte es mir eine gewisse Befriedigung, dass er sich wehrte und mit einem herausfordernden Blick wartete ich, bis er sich fluchend auf mich stürzte. Empörte Rufe drangen an mein Ohr, während ich mit diesem Holzkopf rangelte und die Menge teilte sich ein wenig, notgedrungen. Ich weiß nicht, warum mich plötzlich so eine Wut überkam, vielleicht wegen einer gewissen rothaarigen Zora, an die ich gar nicht denken wollte, oder weil ich mir schon ausmalen konnte, weshalb Artminea vor dem Kerl geflohen war. Jedenfalls geriet ich in einen Art Rausch und bemerkte erst, dass ich einige Male zu viel und einige Male zu fest auf den Kerl, der mittlerweile am Boden lag, eingedroschen hatte. "Wenn du auch nur noch einmal in ihre Nähe kommst, dann wird das hier nur das Vorspiel gewesen sein.", knurrte ich, ließ von ihm ab und erwischte beim herumfahren eine blonde Frau, die ich reflexartig an den Schultern packte, damit sie nicht zu Boden ging. "Verzeihung.", murmelte ich nur, noch immer irritiert, dass ich so aus der Haut gefahren war und mischte mich flink unters übrige Volk um zurück zu den anderen zukehren.

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12.11.2016 22:47
#154 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Astraea

Laut lallend und mit ungewöhnlich viel Körperkontakt wurde ich von Liam begrüßt, der nun wohl eine Grenze überschritten hatte, da sich hinter ihm eine Runde auftat, bewaffnet und nicht nüchterner als er. Hurtig machten wir uns auf den Weg. Leider kamen wir nicht mal wirklich bis zur Treppe als er von einem der Kerle herumgerissen wurde. Schnell duckte ich mich unter seinem Arm hinweg, brachte einige Fuß Abstand zwischen mich und die sich nun prügelnden Männer und achtete darauf, aus dem Geschehen raus zu bleiben. Auf blaue Augen oder anderweitige Verletzungen konnte ich gut und gerne verzichten. Chancen zu gewinnen hatte ich sowieso nicht bei solchen Typen. Aggressiv und betrunken... das war ja ganz witzig zum zugucken aber nicht zum mitmischen.
Liam schlug zwar einige Male einfach nur in die Luft, wohl im Glauben jemanden getroffen zu haben, 'stand' aber als letzter noch auf den Beinen. Den Blick des Wirtes mied ich als ich meinem Freund die Treppen hinauf half.
Erst ein riesiger Wolf und nun so ein Dreck. Das war ja echt ein toller Tag...
Oben angekommen torkelten wir in eines der Zimmer und ich ließ ihn recht unsanft auf das Bett fallen. Sollte er nun Schmerzen haben, konnte er sich dies nur sich selbst zuschreiben, obwohl er mir ja schon ein wenig leid tat. Mir war klar, dass das blaue Auge morgen noch ein Nachspiel für ihn haben würde.
"Warte hier, ich hol dir was für dein Auge," sagte ich im Verlassen des Zimmers und eilte nach unten. Der Wirt sah mich verärgert an als ich auf ihn zukam und ihn um ein nasses Tuch für Liam bat. Nach einigem Bitten, schöne Augen machen und versprechen, er würde so etwas von nun unterlassen bekam ich endlich wonach ich fragte und ging wieder nach oben. Die restlichen Gäste schien die Auseinandersetzung nicht weiter zu interessieren, als das sie sich wohl über verschüttete Getränke und Speisen ärgerten. Erleichtert sah ich, dass Liam noch da war wo ich ihn ablud. Vorsichtig legte ich ihm den Lappen auf sein Auge, setzte mich neben ihn und streckte mich so auf dem Bett aus, dass meine Beine von der Kante baumelten und ich die hölzerne Decke ansah. "Du bist echt nicht wieder zu erkennen wenn du trinkst, weißt du das?", fragte ich ihn, mein Lachen etwas unterdrückend. Das Adrenalin lies nach und die Einstellung, alles etwas witziger zu sehen, als es vermutlich war, setzte langsam bei mir ein.

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12.11.2016 22:47
#155 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Eder

Am Platz fand ich den Jungen nicht und im Gewimmel war es beinahe unmöglich, den Burschen wiederzufinden. Eigentlich war es von vornherein verschwendete Zeit gewesen, aber irgendwas hatte ich ja tun müssen, wenn ich schon hier auf diesem Fest war.
Weil es komisch aussah, wenn ich einfach nur an irgendeiner Ecke stand, und weil ich dann angerempelt und angesprochen wurde, lief ich lieber durch die Stadt.
Plötzlich bemerkte ich einen Mann, der wohl jegliche Beherrschung verloren hatte und auf einen anderen Mann einprügelte, der bereits am Boden lag. Ich drängte mich durchs Getümmel, das die beiden ignorierte. Bevor ich jedoch ankam, war er wohl bereits wieder bei Sinnen.
Als er sich umdrehte, stieß er mir den Ellenbogen gegen die Schulter und schubste mich beinahe um, hielt mich allerdings an der Schulter fest. Ein eiliges „Verzeihung“. Kühl sah ich ihn an und bevor er sich durch das Gedränge wühlen konnte, griff ich nach seinem Handgelenk, jedoch war er etwas zu schnell. Verärgert schlängelte ich mich hinter ihm her zu der kleinen Ansammlung von Leuten.
Ich mochte dieses Fest nicht. Von Anfang an hatte mich Corboz einfach nur demütigen wollen, indem er mich in einem Kleid antanzen ließ und mir einen mir absolut unwürdigen Auftrag erteilte. Und langsam nahm die Wut über die Vernunft doch Überhand, eigentlich ging mir niemand durch die Lappen.
„Dürfte ich erfahren, warum Ihr ohne Verstand auf einen Mann einprügelt?“, fragte ich kühl und überlegte, ob er wohl einen zu viel hinter die Birne gekippt hatte.

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12.11.2016 22:48
#156 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Martius

Die Dunkelheit umhüllte mich. Die Karte, die ich gerade einem Kunden legen wollte, rutschte mir aus die Hand. Nicht allein die schwitzigen Hände waren der Grund dafür, dass ich sie nicht mehr halten konnte. Verkrampft ballte ich meine Hände zu Fäusten. Meine Sicht verschwamm. Die Ränder wurden dunkel und wässrig. Verzweifelt fasste ich mir in meine Haare. Wilde Bilder blitzen mir in meinem Kopf auf. Angespannt verkrampften sich die Fäuste nun in meinen Haaren. Bilder von Stein blitzen mir entgegen. Eine Menge Stein und Metall. Soldaten. Die Bilder wechselten, wurden immer schneller, blitzen hin und her. Ein Bluttropfen der wie in Zeitlupe fiel. Paradoxerweise.
Schwärze.

Kurz konnte ich die schreckensgeweiteten Augen der Adeligen vor mir sehen, die heraus finden wollte, ob ihr Mann sie betrügt und wie lange ihre vorhandene Pechsträhne noch anhalten wollte.

Ich konnte nun noch ein Rad sehen, dass sich fortbewegte. Eine Hand griff aus den Haaren und hielt sich an der Tischkante fest. Das Gefühl, was mich diese Vision fühlen ließ war Verzweiflung und das Gefühl der Hilflosigkeit.
Meine Stirn war nass. Diese Vision war eine der härteren. Nicht leicht verdaubar. Wirr, aber das waren sie ja immer. Woher sollte ich wissen, was ein wegfahrendes Rad bedeuten sollte? Niemand konnte mir in diesem Gebiet helfen.

Aber dann Blitze ein Bild auf, ganz kurz, ganz minimal und es war etwas, dessen Bedeutung ich sofort erfasste.
Wallendes weiß, welches flackerte. Ich konnte die Freiheit dahinter quasi rufen hören. Der Stoff fühlte sich entschlossen an. Langsam aber sicher breitete sich Blut auf dem Umhang aus. Sog sich damit voll, das freie weiß wurde rot. Gefährdet. Und schlussendlich...vebrannte er und war verschwunden.

Sofort stand ich auf, vergessen war die Kundin, die voller Furcht mir entgegen sah. Ich musste hier weg. Die Nachricht übermitteln. "Euren Gatten geht es gut, und ist erfüllt von Liebe zu euch.", presste ich ungewollt unbeherrscht durch meine Zähne. ,"Der gnädige Herr macht momentan nur eine schwere Zeit durch. Ihm scheint es, als wäre seine Mutter nicht gänzlich bei Gesundheit. Kümmert euch um ihn, denn er wird es brauchen." Währenddessen steckte ich mir die Karten in die Stiefel. "Ein schönes Fest euch noch, werte Dame."

Und dann rannte ich los.
Wie ein Irrer, wie ein Verwunschener rannte ich planlos nach draußen. Ich rannte einfach nur noch. Ich war es gar nicht gewohnt. Die Bewegung, das schnelle rennen. Die Menschen sausten an mir vorbei. Der Dreck gab ein beinahe grausames Quitschen unter meinen Stiefeln von sich. Die Menschen schienen mich mit ihren schwarzen Höhlen von Augen hämisch an zu grinsen.
Für die Wahrheit, die ich erkannt hatte. Die Zukunft, die ich wahrgenommen hatte. Der Schrecken, der einem unser Azallen zustößen würde.
Rote Haare, wo waren die roten Haare. Musste sie arbeiten? Mein Blick irrte umher. Einige machten mir Platz, es schien als sähe ich nun vollkommen wie ein Irrer aus. Ich rannte auf die Taverne zu, in der sie arbeitete. Es dauerte , bis mir die richtige Tür ins Auge fiel.
Als ich endlich das Gebäude sah, verlangsamte sich mein Tempo. Vor Aufregung fuhr ich mir abermals durch meine Haare. Betont ruhig versuchte ich die Taverne zu betreten. Ein Meer aus Köpfen eröffnete sich mir. Unter ihnen war aber nicht die rote Mähne, die ich suchte. Zumindest nicht da, wo sie normalerweise war. An der Treppe konnte ich sie aber mit einem Mann hochgehen sehen. Ich konnte sie nicht rufen, dazu war es hier zu laut. Gleichzeitig hatte ich Angst, sie aus dem Auge zu verlieren, wenn ich nicht schnell genug hinterher kam. Ihre Silhouette war nicht mehr zu sehen, während ich mich durch die Menschen kämpfte.

Hinter mir entstanden irgendwelche Unruhen. "Platz da.", konnte ich hinter mir vernehmen. Ich selbst wurde gerade zur Seite geschubst. Ich wusste nicht von wem, ob es Absicht war oder aus Versehen. An mir vorbei stürmten die Soldaten, zusammen mit einem Hauptmann. Ich konnte nicht verhindern, dass meine Augen groß wurden. Sie gingen in schnellen Tempo die Treppe hoch und sahen höchst entschlossen aus.
Astraea.. Soldaten! Die Soldaten! Ein großer dumpfer Schmerz erschien wieder in meinem Kopf. Ich griff mir wieder an meinen Kopf, um den Druck zu bändigen.

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12.11.2016 22:48
#157 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Corboz

Hauptmann Corboz Plan war leider nicht so aufgegangen, wie er es sich erhofft hatte. Nämlich die verdammte Hexe höchstpersönlich mit ihrem geliebten Anhänger herzulocken, dennoch hegte sich in ihm noch die Hoffnung, dass all das hier nicht vollends vergebens gewesen wäre. Denn es gab eine Schwachstelle, die ihm bekannt war und das war ihre ach so geliebte "Familie". Umringt von seinen Soldaten stürmte er in den Gasthof hinein, die Treppe zu den Gemächern hinauf. Türen flogen auf, Schreie ertönten und wenig später wurde aus einem der Zimmer eine rothaarige Frau hinaus geschleift, die wild um sich schlug, weshalb die Soldaten gezwungen waren sie zu zweit festzuhalten und ihre Arme hinter dem Rücken zu verkreuzen. "Schön, schön.", murmelte Corboz und betrachtete die Fremde. "Wenn ich da mal nicht die azallische Biestigkeit erkenne.", grinste er höhnisch, griff mit der Hand an ihren Hals und nahm Aneelas Talisman wieder an sich. "Das werde ich nehmen." Während er das Schmuckstück betrachtete, schaffte es die Azalle einen Arm zu befreien und im nächsten Moment zog sich ein beißender Schmerz über seine Wange. Wütend tobte Coborz auf, versetzte der Frau einen Schlag und knurrte dann seine Soldaten an, man solle sie aus seinen Augen schaffen. "Verstärkt die Wachen, sie wird kommen..."

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12.11.2016 22:48
#158 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Astraea

Unruhen begannen zu ertönen als ich mich grade wieder einkriegte und nicht mehr lachte. Türen und Schreie waren zu hören und im nächsten Moment flog die Tür zu unserem Zimmer auf und ich hatte sogleich zwei Soldaten an mir, welche mich trotz umher Tretens und Schlagens in den Flur brachten. Die Eisenhandschuhe waren fest wie Ketten um meinen Arm gekrallt. Ich zappelte, riss und drehte meine Arme so sehr ich konnte, als ich den Hauptmann sah. Wutentbrannt und mit der kleinsten Hoffnung, eventuell doch Magie zu besitzen wie die meisten meines Volkes es taten, hielt ich meinen Blick starr auf ihn gerichtet. Er kam immer näher, kommentierte meine Biestigkeit oh, die würde er noch zu spüren kriegen und nahm Aneelas Talisman, den ich gerade erst wieder erlangt hatte. Ohne zu überlegen kratzte ich ihm über die Wange, als ich es schaffte einen Arm zu befreien. Sofort bezahlte ich den Preis dafür als ich einen kupferartigen Geschmack im Mund hatte und meine Wange brannte. Mit letzter Logik hielt ich mich davon ab, ihm das Gemisch in meinem Mund anzuspucken, wobei dies sehr verlockend war. Hilfreich für meine Situation jedoch ganz und gar nicht.
Ich wusste, ich steckte in verdammt großen Schwierigkeiten. Die beiden Soldaten hinter mir brachten mich nach unten und aus der Taverne raus. Ohne Degen oder sonstige Waffen konnte ich nicht viel tun, von den Armklemmen mal ganz zu schweigen, die sich mittlerweile nicht mal mehr wie Hände anfühlten. Ich glaubte ein bekanntes Gesicht in der Menge zu sehen, konnte es jedoch nicht genau ausmachen, da das Schritttempo zu schnell war. Entweder jetzt würde noch ein Wunder geschehen oder man hatte mich wirklich gefangen. Ich tippte auf letzteres, da ich nicht an Wunder glaubte und überlegte mir stattdessen, wie ich mich selbst befreien konnte.
Geld, erlogene Informationen, hübsche Augen, Tränen und Betteln... nichts half. Ich wurde in eine Seitengasse gebracht, in der ein Wagen stand, in welchem bereits jemand war. Sie kam mir flüchtig bekannt vor, wie eine Person, die man ab und zu mal sah, jedoch nichts über sie wusste.
Eine Azalle? Ich hoffte es jedenfalls.
Schnell warf ich noch einen Blick nach hinten, wir waren nicht all zu weit vom Hauptplatz weg. Eventuell könnte ich fliehen und dort unter tauchen und- meinem Gedankengang wurde ein jähes Ende bereitet, als der Soldat links von mir anfing zu fluchen und einem anderen Mann Schuldzuweisungen zu machen, da dass Schloss wohl offen war. Unsanft wurde ich in den Wagen gestoßen und die Tür wurde wieder verschlossen.
Ich fuhr herum, schlug gegen einen der Stäbe und murmelte, wie wenig ich von ihnen hielt. Nachdem ich mich wieder etwas unter Kontrolle hatte wischte ich mir die Krokodilstränen weg, drehte mich zu meiner Mitgefangenen und musterte sie. Besonders gefährlich sah sie wirklich nicht aus. Ich war mir relativ sicher, dass sie ebenfalls eine Azalle war, wollte jedoch auf Nummer sicher gehen und so fragte ich sie: "Warum bist du hier drin? Wie eine Mörderin siehst du ja nicht aus.", ich zog einen Mundwinkel hoch und versuchte meine Frustration mit Humor zu überdecken.

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12.11.2016 22:48
#159 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Jaelyn

Noch ein Stück. Nur noch wenige Millimeter. Konzentriert starrte ich das Schloss an, bis der Riegel endlich vollends zurück geschoben war und das Schloss somit offen. "Ja.", jubelte ich im Flüsterton und atmete anschließend einmal durch. So, jetzt brauchte es nur noch das richtige Timing zum herausspringen. Ich sah mich in meiner Umgebung um. Die Gassen hier waren recht schmal und boten nicht sehr viel Ausweichmöglichkeiten. Es erinnerte eher an Schießgänge. Doch dann erblickte ich einen Stapel Kisten über den man leicht aufs Dach einer der Häuser käme. Perfekt. Jetzt nur nichts übereilen. In Gedanken zählte ich meinen persönlichen Countdown. Der Wagen wurde langsamer und hielt zu meiner Überraschung sogar. Okay, jetzt! Gerade als ich heraus springen wollte stand auch schon jemand vor der Tür und versperrte den Weg. Sofort bremste ich meine Bewegung ab und fiel dadurch nach hinten. Die Wache vor mir fing an eine andere vollzuschreien. Er beschwerte sich darüber, dass dieser die Tür nicht abgeschlossen hatte. Puh. Anscheinend war er dumm genug zu glauben, dass man vergessen hatte abzuschließen, als das ich versucht hatte auszubrechen. Während er meckerte, gab er den Blick auf die Leute hinter sich frei und zum Vorschein kam Rotschopf, welcher prompt auch in diesen Karren gestopft wurde. Ihre Wange leuchtete in der selben Farbe wie ihr Haar und vermutlich wohl auch wie meine. "Frauen schlagen. Das könnt ihr gut nicht wahr? Feiges Pack!", zischte ich der Wache zu, welche hinter ihr erneut abschloss. 'Nein, nein, nein.', fluchte ich innerlich und sah sofort nach. Der Schlüssel hatte die Pflanze im Inneren vollkommen zerquetscht, so dass ich sie nicht mehr zum wachsen bekommen könnte. "Verdammt!" Die Stäbe fest mit meinen Händen umfast legte ich meine Stirn gegen diese. Super. Also noch mal von vorne. Ein schwerer Seufzer entfleuchte mir, da wurde ich auch schon von meiner neuen Mitgefangenin angesprochen. Auf ihre Frage hin musste ich kurz grinsen und drehte mich dann zu ihr um. "Nein, bin ich auch nicht. Der netten Dame von der Garde hat es nur nicht gefallen, dass ich nicht ohne Grund mit ihr mitgehen wollte. Und anscheinend auch das, was ich zu sagen hatte.", erklärte ich ihr kurz und überlegte. Ihr Gesicht kannte ich. Sie war eine Azalle und durch ihr rotes Haar nicht schwer zu übersehen. Doch ich sollte mich mit meinen Äußerungen zurück halten. Immerhin wollte ich offiziell ja immer noch als normaler Bürger durchgehen, den man zu unrecht hier rein gesteckt hatte und außerdem könnte das Gleiche auch für sie gelten. "Geht's wieder?", fragte ich schließlich, da sie doch recht aufgebracht wirkte. "Ich würde dir ja gerne einen beruhigenden Tee anbieten, aber leider ist dieses Ding nicht gerade luxuriös ausgestattet."

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12.11.2016 22:49
#160 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Liam

Liam zu Arryon
“Zur Torkelnden Ente“

Astraea schubste mich aufs Bett, was sich anfühlte, als würden mir sämtliche Knochen gebrochen. Dann verschwand sie mit der Andeutung, etwas für mein Auge zu besorgen. Wenn ich daran dachte, tat das ganz schön weh. Mit dem Kopf in den Kissen verlor ich mein Zeitgefühl, bekam es aber doch mit, dass sie wieder herein kam.
Sie hatte ein Tuch mitgebracht. Hatte sie das eben gesagt? Ich war mir nicht mehr sicher, murmelte aber ein Danke, denn es war beinahe eine Erlösung.
„Du bist echt nicht wieder zu erkennen wenn du trinkst, weißt du das?“, meinte sie, streckte sich auf dem Bett aus und starrte gegen die Decke. Allerdings hörte sogar ich ihr Lachen heraus.
Plötzlich flog mit einem ohrenbetäubenden Krachen die Tür auf. Geschockt sah ich zu, wie Astraea gepackt und aus dem Zimmer gepackt hatte. Mein Gehirn funktionierte nicht richtig, also sah ich einfach nur zu und registrierte erst, als sie schon raus waren, dass sie da gerade von Wachen abgeführt worden war. Wachen. Wie ich.
Und dann waren sie weg. Und ich hatte immer noch nicht richtig verstanden, was denn gerade passiert war. Also blieb ich erst mal liegen. Und obwohl ich noch immer darüber nachdachte, was da passiert war, ohne dass ich hatte eingreifen oder auch nur überlegen können, driftete ich schließlich in den Halbschlaf über.

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12.11.2016 22:49
#161 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Balain


Balain Thore Ollathair

Gelangweilt schaute ich den tanzenden Paaren zu, wie sie sich drehten, umkreisten und den Partner wechselten. Rüschen, Samt und Perlen verschwommen und alles wurde zu einer einstudierten Masse. Die ewig gleichen Fiedeln und Flöten halfen da auch nicht mehr, selbst die Laute, die hin und wieder spielte konnte diesen Überdruss an aufgesetzter Fröhlichkeit nicht mehr retten. Ich sah hinüber zu meinem Vater, wie er auf dem Thron saß, einen Kelch in der Hand und meiner Mutter etwas erzählte. Sein Blick blieb jedoch auf den Leuten und ich beschloss die Gelegenheit zu nutzen. Leise schlich ich mich aus dem Thronsaal und mied die Bediensteten, welche durch die Gänge eilten, die Hände voll mit Tellern, Kelchen oder ähnlichem.
Ich wollte endlich mal ein richtiges Fest sehen, nicht immer nur diese Maskeraden wo doch jeder darauf hoffte, einen neuen Titel oder mehr Land zu ergattern. Als ob sich dort irgendjemand leiden konnte. Als ich am Stall ankam, sah ich mich um, vergewisserte mich noch einmal, das mir niemand folgte und nahm mir dann den braunen Umhang, welcher direkt am Eingang zu den Boxen hing. Geschwind legte ich mein reich verziertes, himmelblaues Wams ab und warf mir den Umhang über. In einem weißen Leinenhemd würde ich ganz sicher weniger auffallen. Ich öffnete die erst beste Box, beruhigte den braunen Wallach darin und führte ihn auf den Hof, wo ich ihm Zaumzeug und Sattel aufsetzte. Froh darüber, dass ich den Stallburschen dabei oft genug zugesehen hatte zog ich den Sattelgurt fest und stieg beherzt auf. Anfangs noch etwas unsicher trieb ich das Pferd in Richtung des Burgtores, welches zum Glück offen stand und die Wachen fragten auch nicht, wer ich sei oder was ich hier tat.
Der Wald war beängstigender bei Nacht als ich es erhoffte.
Ganz ruhig, jeder wird beim Fest in der Stadt sein. Niemand wird hier lauern und hoffen ein Reiter kommt entlang. Einfach atmen, dir wird schon nichts passieren. wiederholte ich in Gedanken immer und immer wieder. Erleichtert atmete ich auf, als die Musik und die Lichter der Stadt zu sehen waren.
Leicht trieb ich mein Pferd an, sodass es sich doch etwas sputen würde. Überwältigt trifft das Gefühl nicht annähernd, welches ich verspürte als ich durch die Stadttore ritt. Wer hätte gedacht, dass man so vieles gleichzeitig wahrnehmen könne? Die Lichter, die Musik, der Geruch von hundert verschiedenen Dingen und dann auch noch die Menschen, die sich lachend auf die Tanzfläche zogen und dort wirbelten, ohne auf eine Schrittfolge zu achten, welche sie vermutlich nie gezwungen wurden zu perfektionieren.
Mein Pferd stellte ich an einem Gasthof für einige Silberlinge ab und machte mich dann auf den Weg, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Ich schlängelte mich durch die Leute, darauf achtend, niemanden anzurempeln und auch sonstigen Ärger zu vermeiden. Die wenigen Wachen ließen mich etwas verdutzen, da wirklich viele Menschen auf den Straßen waren. Selbst im Schloss gab es mehr Wachen, und da waren eindeutig nicht einmal ansatzweise so viele Personen wie hier...
wobei sie dort wohl eher zur Darstellung von Macht galten als zum Schutz der Leute. Während mir dieser Gedanke noch durch den Kopf ging, stieß ich mit einer jungen Frau zusammen. „Entschuldigen sie vielmals, das war nicht meine Absicht.“, sagte ich rasch, als sie sich zu mir drehte. Ich schaute von ihr zu der Gruppe, bei jener sie stand und lächelte noch einmal entschuldigend bevor ich mich schickte und wieder weiter ging.
Ärger konnte ich wirklich nicht gebrauchen.

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12.11.2016 22:49
#162 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Eder

Bevor ich jedoch eine Antwort bekam, wurde ich zum zweiten Mal geschubst und musste einen Ausweichschritt nach vorn machen, um nicht umzufallen.
„Entschuldigen sie vielmals, das war nicht meine Absicht.“
Verärgert sah ich mich um. Für einen Moment glaubte ich, das Gesicht des jüngeren Prinzen zu sehen und war für einen Moment mehr als erstaunt. Das konnte doch nicht sein! Was machte er hier, ohne jeglichen Geleit?
„Sollte das noch einmal vorkommen, könnt Ihr mit ernsthaften Konsequenzen rechnen“, meinte ich knapp zu dem Unhold und drehte mich dann kurzerhand um, um dem Prinzen zu folgen. Ich machte seinen hellen Haarschopf bereits in einiger Entfernung aus und drängte mich durch die Menge, um ihn einzuholen.
Ich bezweifelte, dass er die Erlaubnis hatte, einfach hier auf dem Fest herumzustreunen. Und ich hatte keinerlei Waffen an ihm gesehen, wie sollte er sich also verteidigen können, ohne Schutz?
Schließlich hatte ich ihn eingeholt und zog ihn eine Seitengasse, aus dem Gedränge, obwohl das sicher nicht die respektvollste Art war. Aber ein Spross des Königs sollte nicht einfach allein durch die Straßen spazieren. Jetzt, wo ich ihn näher betrachtete, fiel mir auf, dass er keineswegs die für ihn angemessene Kleidung trug. Erst auf den zweiten Blick bemerkte man die Qualität seiner Kleidung, für Halunken jedoch konnte das bereits ein ausreichender Grund sein, ihn auszurauben. Ich neigte leicht und kurz dem Kopf vor ihm.
„Prinz Balain!Was tut Ihr hier?“, fragte ich eindrücklich und sah ihn mit leichter Schärfe an.
Mir fiel ein, dass er mich wohl kaum kannte. An einem Prinzen dürften die niederen Leute wohl oder übel vorbeiziehen.
„Ich diene unter dem König als Truppführerin, mein Name ist Eder“, fügte ich hinzu und neigte noch einmal leicht den Kopf.
Noch immer war ich verwirrt über sein Erscheinen auf dem Fest und war darin wohl etwas unhöflich geworden.Wenn ich nicht aufpasste, würde all meine Arbeit in Kürze umsonst gewesen sein, also sollte ich wohl meine Zunge hüten.

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12.11.2016 22:49
#163 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Enngelin

Kilian hatte mehr als nur Recht, als er von Zufall sprach. Ich hätte nie erwartet, Aneela hier zu treffen, geschweige denn, dass sie Kilians Schwester war. Verbüfft war ich auch darüber, dass Gabriel und Aneela sich kannten, bisher hatte ich angenommen, dass sie sich nur einmal begegnet waren und Aneela war zu diesem Zeitpunkt bewusstlos gewesen. Nachdenklich sah ich Gabriel an. Ob er ihr schon die Wahrheit über ihre Rettung gesagt hatte? Ich bezweifelte dies stark, da Gabriel nicht gerade offen über soetwas sprach und wohl zuerst den Nutzen dieses kleinen Geheimnisses abwog und erst dann entschied, ob er mit der Sprache raus rücken wollte oder einen großen Vorteil in seiner Verschwiegenheit sah. Ich schüttelte leicht den Kopf. Solch ein selbstsüchtiges Denken war für mich meist befremdlich, aber vermutlich wäre ich genauso geworden, wäre ich in seiner Umgebung aufgewachsen. Ich wurde im Gegensatz zu ihm in meiner Waldhütte aufgezogen, abgeschieden von der bösen Welt, geschützt im Schatten der Bäume. Gabriel musste sich auch schon von klein auf behaupten, zuerst gegen seine Geschwister und dann gegen die Soldaten, die sein ganzes Hab und Gut haben wollten.
Ein wenig verlegen fuhr ich mir durch die Haare, ich war mal wieder in meinen Gedanken versunken und hatte nicht mitbekommen, dass das Gespräch bereits weiterging. Aneela fragte nach Astraea und ich sah unwillkürlich Kilian an, die Sorge in meinem Blick konnte ich kaum verbergen. Ihm schien der Streit mit Astraea sehr nahe gegangen zu sein, was auch nicht weiter verwunderlich war, immerhin kannten sich die beiden vermutlich schon seit ihrer Kindheit und man sorgte sich stets um seine Freunde. Die Wut war Kilian noch immer ins Gesicht geschrieben und seine Antworten fielen karg aus, was Aneela sichtlich störte.
Ich ließ meinen Blick zu Gabriel schweifen, der wie gebannt Aneela anstarrte. Irgendetwas in seinem Blick beunruhigte mich, aber ich wusste nicht genau was. Kilian schien ihm nicht mehr viel auszumachen, es war ja auch nicht das erste Mal, dass er mich zusammen mit einem fremden Mann sah, denn es war schließlich meine Angelegenheit.
„Dort drüben gab es vorhin einen Aufruhr. Ich konnte nicht genau erkennen worum es ging…“, wechselte Kilian plötzlich das Thema und ich sah ihn skeptisch an. Ich selbst hatte zwar nichts gemerkt, aber ich konnte mir kaum vorstellen, dass Kilian so ahnungslos war, wie er sich anstellte. Allein an seinem Blick konnte ich erkennen, dass ihm nicht ganz egal war, was sich da vorne abspielte. Inständig hoffte ich, dass es nichts mit den Azallen zu tun hatte, denn auch wenn ich Kilian, Aneela und Astraea noch nicht lange kannten, wollte ich nicht, dass ihnen etwas zustieß. In gewisser Weise hatte ich die drei gerne, ich mochte ihre Art und ihren Lebensstil.
„Ich glaube, ich könnte was zu trinken vertragen.“, meinte nun Aneela und ich war sichtlich verwirrt. Eigentlich hatte ich angenommen, dass die beiden schauen wollten, was genau da vorne passierte, um im Notfall einschreiten zu können. Stattdessen wollten sie sich lieber vergnügen? Irgendwie glaubte ich den beiden nicht ganz, aber ich nickte trotzdem zustimmend.
Bevor ich jedoch noch etwas erwidern konnte, griff Kilian nach meiner Hand und zog mich mit sich. Ein wenig überrumpelt stolperte ich hinter ihm her und versuchte mich auf den Beinen zu halten. Kilian drosselte jedoch schnell sein Tempo, es war nicht so einfach sich durch die Menschenmassen zu drängen. Immer wieder wurde ich von achtlosen Menschen oder angetrunkenen Männern angerempelt und ich war bemüht, die anderen nicht aus den Augen zu verlieren. Das Gedränge hier rief mir wieder in Gedanken, warum ich Feste verabscheute und lieber zuhause in meiner Waldhütte war. Allein.
„Aneela! Kilian!“, rief plötzlich jemand und von weitem erkannte ich eine kleine Gestalt, die genau auf uns zulief. Das junge Mädchen wirkte panisch, seine langen brauen Haare hingen ihm wirr ins Gesicht. Angsterfüllt versteckte sich die junge Frau hinter Kilian und seiner Schwester und als sie hektisch nach einem Mann fragte, der sie wohl verfolgte, ließ ich meinen Blick sofort durch die Menge schweifen.
Fürwahr konnte ich nach einer Weile einen Mann erkennen, der in unsere Richtung wankte und der Groll, den er wohl gegen das Mädchen hegte, war kaum zu übersehen.
Kilian stellte Gabriel und mich der jungen Frau vor, was vermutlich als Ablenkung für sie dienen sollte und ging dann auf den Betrunkenen zu.
„Freut mich Euch kennenzulernen. Wie Kilian bereits erwähnt hat, heiße ich Enngelin. Und das hier ist mein Cousin Gabriel. Geht es Euch gut? Seid Ihr verletzt?“, sagte ich und musterte mein Gegenüber. Aus dem Augenwinkel konnte ich erkennen, wie Kilian den Trunkbold zur Rede stellte und ich hoffte, dass er sich dieses Mal nicht verletzen würde. Eigentlich hatte ich angenommen, dass ihm das Aufeinandertreffen mit dem Wolf eine Lehre gewesen war, aber Männer waren einfach viel zu übermütig und Kilian war da keine Ausnahme. Anstatt erneut einen Kampf anzufangen, sollte er erstmal versuchen, die Angelegenheit vernünfitig zu regeln, so vernünftig es zumindest mit einem Betrunkenen ging. Gewalt war immer erst die letzte Lösung, wobei ich hier wohl die einzige mit dieser Ansicht war.
Kilian kam wieder auf uns zu und der Mann war auch verschwunden. Wenigstens war es ihm gelungen, den Trunkbold zu verscheuchen und Kilian vor uns stand, konnte ich nicht anders, als nach irgendwelchen Wunden Ausschau zu halten. Glücklicherweise war er unverletzt, zumindest dieses Mal.
„Dürfte ich erfahren, warum Ihr ohne Verstand auf einen Mann einprügelt?“, fuhr Kilian plötzlich eine Frau an und ich zuckte unwillkürlich zusammen. Die Frau war mir unbekannt, aber ihr Tonfall war streng und sie wirkte für mich wie eine Soldatin oder dergleichen. Wieso sonst sollte sie Kilian wegen eines Kampfes anschnauzen?
Die Frau wurde angerempelt und ich blickte kurz in die grauen Augen eines Mannes, der jedoch schnell weiterhuschte.
„Sollte das noch einmal vorkommen, könnt Ihr mit ernsthaften Konsequenzen rechnen“, meinte die Frau noch einmal und ging dann weg. Verwirrt starrte ich ihr nach, ehe ich mich der jungen Frau von vorhin zuwandte.
„Habt Ihr Lust mit uns zu kommen? Wir waren gerade auf den Weg in ein Gasthaus um etwas von dem süffigen Gebräu zu trinken.“, bat ich dem Mädchen höflich an.

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Neyl Online

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12.11.2016 22:50
#164 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Gabriel

Die Azalle war für einen Moment in ihren Gedanken versunken, als plötzlich Erkenntnis in ihren Augen aufblitzte. Die junge Frau starrte mich unverwandt an und für einen Moment spürte ich Bedauern in mir aufkommen, ehe ich grinste. Es war zwar schade, dass die Azalle nun wusste wovon ich die ganze Zeit gesprochen hatte, aber einen Vorteil würde ich trotzdem noch aus dieser Sache ziehen können.
Die Azalle hob ihre Hand und griff nach ihrer Schulter, zog sie jedoch einen Augenblick später wieder zurück. Genauso wie mich meine zahlreichen Narben an meine Kämpfe mit den Soldaten erinnerten, würde sie ihre Narbe den Vorfall auch nie vergessen lassen.
Als die beiden Azallen eine gewisse Astraea erwähnten, wandte ich mich desinteressiert ab. Da ich diese Astraea nicht kannte, interessierte mich das Pläuschchen über sie nicht weiter.
Die Angelegenheiten der Azallen gingen mich im Prinzip nichts an und ich fragte mich einmal mehr, wieso ich ständig irgendwelchen Azallen aus der Patsche half. Vermutlich war es mein Hass auf den König, der mich dazu verleitete, dem ausgestoßenen Volk unter die Arme zu greifen.
Als ich das Wort „Aufruhr“ aufschnappte, richtete ich meine ganze Aufmerksamkeit wieder auf die Gruppe. So etwas verhieß nie etwas Gutes, es wäre besser, wenn wir nachschauten, was da vorne los war. Natürlich sollten wir nicht einfach auf offener Straße einen Kampf anfangen, aber es wäre gut zu wissen, was genau geschah.
„Ich glaube, ich könnte was zu trinken vertragen.“, lächelte die Azalle und bedachte mich mit einem kurzen Blick. Ich sah ein wenig misstrauisch zu Kilian, der nach der Hand von Enngelin griff und wandte mich dann wieder der Azalle zu. Ich ließ ihr den Vortritt und schlängelte mich hinter ihr durch die Masse.
Natürlich war mir nicht entgangen, dass wir die Richtung einschlugen, von der Kilian gesrpochen hatte, aber ich behielt den Gedanken für mich und folgte den dreien.
Während wir nur schleppend vorankamen, da die Menschen hier ziemlich dicht beieinander standen, ließ ich meinen Blick durch die Menge schweifen. Hier schien die Lage ruhig zu sein, wenn auch ein wenig erheitert.
„Aneela! Kilian!“, rief jemand und ich blieb abrupt stehen. Das war nicht ihr Ernst, oder?! Eigentlich wollte ich das Fest in Ruhe genießen, aber dieses Azallenvolk hatte wirklich überall Freunde und Feinde und überhaupt seitdem ich ständig mit Aneela zusammentraf, bekam ich nie meine Ruhe. Ständig wurden wir von irgendwelchen Leuten unterbrochen oder gestört und ich war wirklich kurz davor, einfach umzudrehen und die drei oder bessere gesagt vier alleine stehen zu lassen.
Eine junge Frau stand nun ängstlich hinter Kilian oder besser gesagt, sie versteckte sich. Da ich sie nicht kannte, war es mir eigentlich egal in was für Schwierigkeiten sie steckte oder vor was sie Angst hatte. War nicht mein Problem, also würde ich mich da nicht einmischen.
„Das sind übrigens Enngelin und ihr Cousin Gabriel.“, sagte Kilian zu dem jungen Mädchen und ich atmete genervt aus. Hatte ich gesagt, dass ich die Dame kennenlernen mochte? Nein! Also wieso nahm er an, dass ich Interesse an einer neuen Bekanntschaft hatte?
Während Enngelin höflich wie eh und je mit der Fremden sprach, verdrehte ich nur meine Augen. Schön langsam konnte ich wirklich etwas zu trinken vertragen.
Kilian kam zurück und eine Frau kam geradewegs auf ihn zu. Ihr Tonfall ließ vermuten, dass sie zu den Anhängern des Königs gehörte und meine Hand glitt zu meinem Schwert, sodass ich im Notfall einschreiten konnte. Jedoch half uns ein schwächlicher Tollpatsch, indem er in die Frau hinein rannte und ihre Aufmerksamkeit auf ihn lenkte. Mit einer letzten Warnung verschwand die Frau und ich lockerte meinen Griff um meine Waffe. Enngelin wandte sich wieder an das ängstliche Mädchen und bat ihm an, uns in die Schenke zu begleiten.
Ich musterte die junge Frau kurz und sagte dann: „Ich bin mir nicht so sicher ob die junge Frau hier wirklich Interesse hat, in eine Schenke zu gehen. Sie scheint gerade erst aus einer geflohen zu sein, nicht wahr?“ Natürlich erkannte man an ihrer Kleidung, dass sie an solch einem Ort arbeitete, nur hatte Enngelin mal wieder zu wenig Ahnung von dem Leben in einer Stadt.
„Aber Ihr könnt trotzdem gerne mitkommen.“, fügte ich dann noch entwas netter hinzu und ohne ein weiteres Wort zu sagen, ging ich weiter Richtung Schenke.
„Stopp“, sagte ich leise an meine Begleiter gewandt, als ich einige Soldaten vor dem alten Gebäude entdeckte.
„Soldaten“, sagte ich flüsternd, obwohl ich mir sicher war, dass die anderen die bewaffneten Männer ebenfalls schon entdeckt hatten.
Vor der Schenke hatten sich mehrere Männer des Königs versammelt, aber vor allem ihr Hauptmann lenkte meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich hasste Corboz, gerade er machte mir am meisten Ärger. Unbewusst warf ich der Azalle einen Blick zu. Ihre Abscheu auf Corboz war wahrscheinlich genauso groß wie meine.
„Hier muss irgendetwas vorgefallen sein. Ist in der Schenke eine von euch?“, fragte ich, ließ jedoch die Soldaten nicht mehr aus den Augen.

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Neyl Online

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12.11.2016 22:50
#165 RE: Cerandil alte Steckbriefe Zitat · antworten

Mirah

Ich setzte meine Kapuze ab, während ich mich an eine Wand lehnte und eher im Dunkeln blieb. Heute war ein Fest zur Vertreibung der Geister. Aberglaube, wenn man mich fragte. Ich hatte Magie gesehen, die unglaublich war, bezweifelte aber, dass es irgendwelche bösen Geister gab. Vielleicht irrte ich mich aber auch.
Ich lehnte also hier an der Wand und sah den Menschen dabei zu, wie sie ihren Feierlichkeiten nach gingen. Einige hatten ausschließlich bürgerliche Klamotten an. Andere waren etwas gehobener gekleidet, wobei ich das als sehr mutig an sah. Gerade auf so einem Fest wurde man gerne mal beklaut.
Ich freute mich, dass ich demnächst meinen Bruder und meine Eltern wieder sehen konnte. Vorausgesetzt, meine Eltern lebten noch. Aber ich bezweifelte, dass mein Bruder mir derartige Infos vorenthalten hätte. Er wüsste ja, was ihn dann blühte.
Dieses Fest ließ mich in Erinnerungen schwelgen. Es erinnerte mich an asiatisches Silvester, bei denen große Laternen in den Gassen hingen, erstellte Drachen die Straßen erfüllten und am Ende ein Feuerwerk den Himmel erfüllte, was ich so noch nirgends anders gesehen hatte. Kurz nach diesem Erlebnis hatte ich mich mit örtlichen Feuermeistern auseinander gesetzt und mir den ein oder anderen Trick von ihnen abgeguckt, die sehr nützlich sein konnten. Obgleich die Feuermeister diese Dinge eher für Unterhaltungszwecke verwendet hatten.

Mit hoch gezogener Augenbraue konnte ich einer Frau dabei zusehen, wie sie einen anderen Herren aus der Masse zog. Ich zog mir meine Kapuze wieder über den Kopf und ging in eine weitere Seitengasse. Dort kletterte ich anhand der Wagen, Fenster und unebenen Steinen an ein einstöckiges Haus hoch und rannte , oben angekommen, über die Dächer zu der Seitengasse, zu der der Adeliger gezogen wurde. Vielleicht hätte mich zwei normale Bürger nicht interessieren sollen. Aber angesichts der Tatsache, dass das ganze nicht sonderlich sanft aussah, konnte ich mir vorstellen, dass hier etwas passierte, was später vom Nutzen sein konnte. Alte Angewohnheiten konnte man schließlich schlecht ablegen und Infos waren tödlich, weswegen ich nicht abgeneigt war, diesem Geschehen nach zu gehen. An der richtigen Seitengasse angekommen, positionierte ich mich wieder so, dass man mich garantiert nicht sehen konnte. Ich versuchte innerlich ruhig zu bleiben, um mich gänzlich auf die Konversation konzentrieren zu können. Ich konnte aber vorerst nur "Prinz", wahrnehmen.
Redeten die über einen Prinzen? Ging es um einen Anschlag? Um ein Handel? War er ein Prinz?
Wenn es wirklich ein Prinz war, wieso war er nicht dort wo er hin gehörte? Ließ sich seinen Truthahn und weitere Tonnen Essen sonst was in den Hintern stecken.
Im inneren stellte ich tausende Möglichkeiten auf, die ich in Zukunft in abertausenden Verwendungszwecken einordnete.
Ich platzierte mich in den Schatten eines Schornsteins. Ich hatte von hier aus einen guten Blick auf die Gasse unter mir und konnte so ungefähr hören, was sich dort unten abspielt. Außerdem war es dunkel genug, dass man mich nicht sehen konnte.

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